Open Access

SPD legt Gesetzentwurf für Zweitveröffentlichungsrecht vor

Die SPD will das Zweitveröffentlichungsrecht im Urheberrechtsgesetz verankern. Der neue Paragraf 38a soll nach Aussage der SPD die Rahmenbedingungen für Open Access verbessern.

Anzeige

Seit Jahren wird über ein Zweitveröffentlichungsrecht für wissenschaftliche Autoren gestritten. Während die meisten Fachverlage ein solches Recht aus betriebswirtschaftlichen Gründen ablehnen, machen sich besonders Forschungsverbände aus volkswirtschaftlichen Gründen dafür stark. In der vergangenen Woche hat die SPD-Bundestagsfraktion einen Gesetzentwurf vorgelegt, der in Teilen Vorschläge der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und von Open-Access-Initiativen aufgreift.

Der von der SPD vorgeschlagene neue Paragraf 38a des Urheberrechtsgesetzes sieht vor, Wissenschaftlern ein unabdingbares Zweitveröffentlichungsrecht für Artikel in Zeitschriften und Sammelbänden zu verschaffen. Nach Ablauf einer Embargofrist von sechs Monaten für Zeitschriftenartikel und von zwölf Monaten für Artikel in Sammelbänden sollen die Urheber ihre Beiträge "nicht kommerziell öffentlich zugänglich machen" dürfen.

Der Berichterstatter der Arbeitsgruppe Rechtspolitik, Burkhard Lischka, und der stellvertretende forschungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, René Röspel, erklärten bei der Vorstellung des Gesetzentwurfs: "Dies ist ein wichtiger Schritt, um die rechtlichen Rahmenbedingungen für das wissenschaftliche Publizieren weiter an die Herausforderungen der digitalen Gesellschaft anzupassen. Wir wollen die wissenschaftlichen Urheber stärken."

Die Veröffentlichung soll auch "in der Formatierung der Erstveröffentlichung" zulässig sein, wobei auf das Original verwiesen werden soll. Der Punkt der Formatierung ist aus Sicht der Wissenschaftler besonders wichtig, da nur so das in der Wissenschaft geforderte, korrekte Zitieren aus Originalartikeln problemlos möglich ist.

Einschränkend sieht der SPD-Gesetzentwurf vor, dass das Zweitveröffentlichungsrecht nur bei solchen wissenschaftlichen Publikationen greifen soll, "die im Rahmen einer mindestens zur Hälfte mit öffentlichen Mitteln finanzierten Lehr- und Forschungstätigkeit entstanden sind".

Diese Einschränkung stößt beim Aktionsbündnis "Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft" auf Kritik. Rainer Kuhlen, Sprecher des Bündnisses, erklärte dazu in einer Pressemitteilung: "Die Beschränkung auf Werke, die zu mindestens 50 Prozent durch öffentliche Förderung entstanden sind, erscheint weder praktikabel noch sinnvoll: Der Gesetzgeber sollte jedem Urheber, gleichgültig wie er bzw. sein Werk finanziert wird, das Zweitverwertungsrecht zugestehen." Und mit Open Access habe der SPD-Vorschlag auch nicht viel zu tun. Insgesamt aber begrüßt das Aktionsbündnis den Vorschlag als "konstruktiven Versuch", ein wichtiges Urheberrechtsproblem zu lösen. [Robert A. Gehring]


Kommentieren



Anzeige

  1. SAP Entwickler (m/w)
    realtime AG, Langenfeld, Dresden, Hamburg, Konstanz
  2. Security Consultant (m/w)
    Microsoft Deutschland GmbH, Berlin, Köln, München
  3. Application Support Analyst (m/w) - Bibliothekarischer Support
    OCLC GmbH, Böhl-Iggelheim bei Mannheim
  4. Senior PHP Entwickler (m/w)
    über HRM Consulting GmbH, Konstanz, München

 

Detailsuche


Blu-ray-Angebote
  1. NEU: 4 Blu-rays für 30 EUR - nur 7,50€ pro Film
    (u. a. Edge of Tomorrow, The Wolf of Wall Street, Django Unchained, Homefront, 12 Years a Slave...
  2. AMAZON-FILMAKTION (02.03.-08.03.): 5 Blu-rays für 30 EUR
    (u. a. Prisoners, Bad Neighbors, Oblivion, Sinister, Fast & Furious 6)
  3. Blu-rays je 8,97 EUR
    (u. a. The Wolf of Wall Street, 12 Years a Slave, American Hustle, Prisoners)

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. MIPS Creator CI20 angetestet

    Die Platine zum Pausemachen

  2. Bündelung

    Telekom nennt Preise für bundesweites Hybrid-Angebot

  3. Spectre x360 mit 13 Zoll

    HPs neues Convertible tritt gegen Lenovos Yoga an

  4. Daimler

    Autos kommen bald ohne Fahrer aus

  5. Nikon Cooplix P900

    Das Monster mit 83fachem Zoom

  6. Qualcomm Sense ID

    3D-Fingerabdruckleser für Handys arbeitet mit Ultraschall

  7. Xperia M4 Aqua im Hands on

    Sonys preisgünstiger Einstieg in die Unterwasserwelt

  8. Referenzprogramm

    Cyanogen und Qualcomm beschließen Partnerschaft

  9. ARM-Chiphersteller

    NXP kauft Freescale für 12 Milliarden US-Dollar

  10. Lumia 640 und 640 XL

    Microsofts neue Lumias gibt es ab 140 Euro



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Galaxy S6 und Edge-Variante: Samsungs neue Top-Smartphones im Glaskleid
Galaxy S6 und Edge-Variante
Samsungs neue Top-Smartphones im Glaskleid
  1. Exynos 7 Octa Schneller Prozessor des Galaxy S6 wird in 14 nm gefertigt
  2. Qualcomm-Prozessor LG widerspricht Hitzeproblemen beim Snapdragon 810
  3. Hitzeprobleme Galaxy S6 erscheint ohne Qualcomms Snapdragon 810

Spieldesign: Spiele sollen sich nicht wie Filme anfühlen
Spieldesign
Spiele sollen sich nicht wie Filme anfühlen
  1. Steam Valve kündigt neues VR-Headset an
  2. Microsoft Xbox One wird wohl ab Sommer zum Dev Kit
  3. Games PS4 und Xbox One bei Spielentwicklern beliebter

Nachruf: Dif-tor heh smusma, Mr. Spock!
Nachruf
Dif-tor heh smusma, Mr. Spock!
  1. Virtuelle Realität Oculus VR kauft Ingenieure fürs Holodeck

  1. Re: Designer werden anders aussehen?

    Gontah | 12:15

  2. Re: Welche Router alternative ?

    Melibokus | 12:15

  3. Erfahrungen?

    Jack Hate | 12:15

  4. Sehr interessant...

    sp1derclaw | 12:14

  5. Ich denke, das wird es nicht geben...

    Captain | 12:13


  1. 12:02

  2. 11:57

  3. 11:42

  4. 11:39

  5. 11:30

  6. 11:22

  7. 10:57

  8. 10:48


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel