Cloud-Datenbank: Erste stabile Version des MySQL-Forks Drizzle veröffentlicht

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Erste stabile Version des MySQL-Forks Drizzle veröffentlicht

Die Entwickler des MySQL-Forks Drizzle haben eine erste stabile Version - ein sogenanntes GA-Release - ihrer Datenbank veröffentlicht. Drizzle7 2011.03.13 ist eine moderne, modulare Datenbank, die auf einige Funktionen typischer Unternehmensdatenbanken verzichtet, dafür aber konsequent auf die Bedürfnisse von Cloud-Anbietern ausgelegt ist.

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Drizzle, der von einigen MySQL-Mitarbeitern gestartete Fork von MySQL 6.0, ist auf Webanwendungen mit vielen parallelen Anfragen optimiert und kommt deutlich modularer daher als MySQL. So setzt Drizzle auf eine Art Microkernel-Design: Viele Funktionen wurden in Module ausgelagert, so dass sie leicht ausgetauscht werden können. Andere Funktionen bleiben von vornherein außen vor, darunter Stored Procedures, Views, Triggers, Query Cache und Prepared Statements. Auch die verfügbaren Feldtypen wurden reduziert. Der Drizzle-Kern hat etwa ein Drittel der Größe des Kerns von MySQL 5.1.

Als Storage-Engine kommt bei Drizzle standardmäßig InnoDB zum Einsatz. Die Storage-Engines MERGE und FEDERATED wurden entfernt, die Engines CSV und MyISAM werden nur für temporäre Tabellen unterstützt. Dafür ist die Engine HailDB integriert.

Drizzle7 2011.03.13 GA

Die jetzt veröffentlichte Version Drizzle7 2011.03.13 ist das erste sogenannte GA-Release der Software. Wie bei MySQL steht das GA für General Availibilty und soll ausdrücken, dass die Entwickler dieser Version einen sehr hohen Reifegrad beimessen. Drizzle-Entwickler Stewart Smith spricht von dem am besten getesteten relationalen Datenbanksystem, das als Open Source beziehungsweise freie Software vorliegt.

Drizzle unterscheidet sich in einigen Punkten deutlich von MySQL. Das beginnt bei der Microkernel-Architektur und setzt sich beim Netzwerkprotokoll und den Plugins fort. Geschrieben ist Drizzle in C++ und nutzt die Standard Template Library (STL) und Boost, wo immer das möglich ist.

Drizzle kann mehrere Netzwerkprotokolle unterstützen, darunter das aktuelle MySQL-Protokoll, aber auch ein Drizzle-Protokoll, das sich noch in der Entwicklung befindet. Das verwendete Plugin-API basiert zwar auf dem von MySQL, wurde aber grundlegend verändert, so dass auch das Schreiben von Logfiles sowie Authentifizierung und Replikation über Plugins abgewickelt wird. Selbst der Scheduler ist als Plugin ausgeführt.

Drizzle lässt sich nicht als Embedded-Server verwenden und wurde für moderne POSIX-Systeme entwickelt. Windows, HP-UX oder IRIX werden nicht unterstützt. Zudem werden keine Zeitzonen unterstützt, sondern Zeitangaben immer als UTC abgelegt. Die Auslegung auf viele gleichzeitige Verbindungen heißt auch, dass im Zweifel eine Lösung gewählt wurde, die bei 1.024 gleichzeitigen Verbindungen mehr Leistung verspricht als bei nur 64 Verbindungen.

Eine detaillierte Aufstellung der Unterschiede zwischen Drizzle und MySQL gibt es unter docs.drizzle.org.

Drizzle7 2011.03.13 steht unter drizzle.org im Quelltext zum Download bereit. Mit dabei ist das Werkzeug Drizzledump zum einfachen Umstieg von MySQL, Drizzleadmin, um die maximale Zahl an erlaubten Verbindungen zur Datenbank zu umgehen, und die Bibliothek libdrizzle, die unter einer BSD-Lizenz steht.

Drizzle ist Open Source und steht unter einer BSD-Lizenz sowie der GPLv2.


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