Farmville & Co

"Deutsche Spieler sind sehr aktiv und zahlen eine Menge"

Erstaunlich viele Designerveteranen zieht es zu Socialgames. So auch Mark Skaggs, bei Westwood früher unter anderem für Command & Conquer zuständig. Auf der GDC erzählte er eindrucksvoll, warum er nicht an das Wort "unmöglich" glaubt - und was deutsche Spieler von Farmville auszeichnet.

Anzeige

Man sollte meinen, dass der Wechsel von großen Triple-A-Spielen zu flink geschriebenen Socialgames nicht ganz einfach ist - zu sehr unterscheiden sich die Herangehensweisen an die Titel. Oder? Mark Skaggs, ehemaliger Westwood-Designer (Command & Conquer, Alarmstufe Rot 2, Lord of the Rings: Battle for Middle-Earth), ist heute bei Zynga tätig und dort unter anderem für die Entwicklung der Bauernhofsimulation Farmville und des Städteplanspiels Cityville zuständig. Auf der GDC 2011 in San Francisco plauderte er manch überraschendes Detail aus.

Die erste Enthüllung: Erfahrung ist keine Voraussetzung für Erfolg. Am Echtzeit-Strategieerfolg Alarmstufe Rot 2 arbeitete ein Team, das in diesem Genre noch keinerlei Erfahrung gesammelt hatte, gerade einmal neun Monate lang. Dennoch verkaufte sich der Titel in den ersten 45 Tagen eine Million Mal, bis heute haben rund 3,5 Millionen Stück den Besitzer gewechselt. "Im Team von Command & Conquer Generals steckten noch mehr Frischlinge", erinnert sich Mark Skaggs. Trotzdem griffen über sieben Millionen Strategiespieler zu.

Als Skaggs und sein Team mit der Arbeit an Farmville begannen, war Mafia Wars der große Renner. "Wir wollten ursprünglich ein Echtzeit-Strategiespiel im Mittelalter machen", erzählte Skaggs, "kamen damit jedoch nicht richtig voran." Bis eines Tages das ehemalige EA-Urgestein Bing Gordon in einem Meeting saß und meinte: "Warum macht ihr nicht einfach ein Bauernhofspiel?"

Gesagt, getan: Unter der Prämisse "Fast, light and right" ("Schnell, einfach und richtig") gingen Skaggs und sein Teams ans Werk. "Wir bringen nur ins Spiel, was der Spieler sehen und machen kann - was nutzen tolle Grafikeffekte nach einer Stunde Spieldauer, wenn er schon nach fünf Minuten keine Lust mehr hat?" Die Entwickler bedienten sich heftig bei bereits existierenden Assets: Avatare und Kleidung entnahmen sie dem Zynga-Spiel Yoville, schnappten sich Mitarbeiter aus anderen Abteilungen und lagerten die Server in die Amazon-Cloud aus. Die Grafik wurde so minimalistisch wie noch vertretbar gemacht, das kontextsensitive Bedieninterface bekam dank Skaggs' Strategiespielerfahrung Elemente wie das Anordnen von Befehlen in einer Warteschlange verpasst. "Zu Beginn des Spiels konnte man Geld weder verdienen noch ausgeben - das hob uns von unseren Konkurrenten ab", sagt Mark Skaggs.

Mitte 2009 verzeichnete das bislang größte andere Facebook-Spiel rund drei Millionen DAUs (Daily Active Users, aktive Spieler pro Tag). "Unser Ziel waren 400.000 aktive Spieler bis zum 30. Juni - aber wir gingen gerade mal elf Tage vorher live", berichtete Skaggs. Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, trotzdem schloss Skaggs eine Wette mit einem Kollegen aus der Abteilung für Business Development ab: "Sollten wir eine Million DAUs in 30 Tagen erreichen, wollte der uns ins Nobelrestaurant French Laundry einladen." Der Chief Financial Officer legte nach: "Wenn ihr in elf Tagen eine Million Spieler habt, spendiere ich euch eine Reise nach Paris."

Neuer Rekord nach fünf Tagen 

el pollo diablo 08. Mär 2011

der einzige grund, warum der typ für zinga arbeitet, ist eine bessere bezahlung für...

Trollversteher 05. Mär 2011

Köstlich. Das Golem-Forum. Wo sonst bekommt man solch eine geballte Auswahl an...

Trollversteher 05. Mär 2011

Hey, mit solch brillianten "Theorien" könntest du dich gleich bei Prof. Pfeiffer und Uwe...

Trollversteher 05. Mär 2011

fehlposting, sorry...

Kommentieren




Anzeige
  1. Leiter Bereich IT (m/w)
    Barmherzige Brüder Trier e.V., Koblenz
  2. Informationstechnischer Assistent (m/w) Technische Programmierung
    BEUMER Maschinenfabrik GmbH & Co. KG, Beckum (Münsterland/NRW)
  3. SAP Modulbetreuer mit dem Schwerpunkt Logistik (m/w) Betriebswirtschaftliche Systeme
    CQLT SaarGummi Deutschland GmbH, Wadern-Büschfeld
  4. IT-Projektmitarbeiter (m/w) DB / Logistiksoftware
    transmed Transport GmbH, Regensburg

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Yahoo

    Flickr mit kostenlosem 1 TByte für Fotos

  2. Sailfish-Smartphone

    Jolla stellt "The Other Half" vor

  3. Internet und Krieg

    Wenn Social Networks zum Schützengraben werden

  4. Instant Messenger

    Whatsapp in Deutschland immer beliebter

  5. Milliarden-Deal

    Yahoo kauft Blogging-Plattform Tumblr

  6. Electronic Arts

    Leitender EA-Entwickler bezeichnet Wii U als "Mist"

  7. Apple-Zulieferer

    Wieder drei Suizide bei Foxconn

  8. Cast AR

    Gefeuerte Valve-Entwickler zeigen Räumliche-Objekte-Brille

  9. Ventus

    Mit der Netzgemeinde gegen den Klimawandel

  10. Offline-Karten-App für Android

    Maps With Me Pro gratis in Amazons App-Shop



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Clark Asay: Defensive Patente mit freier Software nicht vereinbar?
Clark Asay
Defensive Patente mit freier Software nicht vereinbar?

Der Juraprofessor Clark Asay glaubt, dass das Entwicklungsmodell freier Software nur schwer mit dem Patentrecht vereinbar sei. Der Aufbau defensiver Patente werde dadurch sehr erschwert.

  1. Adobes CFF Engine Bessere Schriftdarstellung für Android, iOS und Linux
  2. Entwicklerplatinen Spark Core mit WLAN und Cortex-M3-Prozessor
  3. Matthew Garrett "Secure Boot ist nicht gleich Restricted Boot"

In eigener Sache: Bitte schalte deinen Adblocker aus!
In eigener Sache
Bitte schalte deinen Adblocker aus!

Viele Nutzer betrachten Adblocker als legitime Notwehr gegen die aggressive Werbung im Netz. Für Websites wie Golem.de ist das ein großes Problem. Am Ende verlieren alle. Suche nach Auswegen aus dem Dilemma.

  1. In eigener Sache Golem.de und das Leistungsschutzrecht

Quantum Artificial Intelligence Lab: Google quantencomputert mit der Nasa
Quantum Artificial Intelligence Lab
Google quantencomputert mit der Nasa

Google und die Nasa haben gemeinsam eine Forschungseinrichtung für künstliche Intelligenz gegründet. Mit Hilfe eines Quantencomputers wollen sie unter anderem bessere Vorhersagemodelle entwickeln.

  1. DNNresearch Google-Suche engagiert Wissenschaftler für neuronale Netze

Zum Artikel