Mcor Technologies Matrix 300 (Foto: mw)
Mcor Technologies Matrix 300 (Foto: mw)

3D-Drucker Matrix 300

Rapid Prototyping mit Papier

Das irische Unternehmen Mcor Technologies stellt auf der Cebit 2011 einen 3D-Drucker vor. Das Gerät erstellt dreidimensionale Objekte aus Papier. Es klebt A4-Blätter zusammen und schneidet das Objekt Schicht für Schicht aus.

Anzeige

Vom verarbeiteten Material her unterscheidet sich der Matrix 300 von Mcor Technologies nicht vom beliebigen Drucker daheim oder im Büro. Vom Ergebnis hingegen schon: Das Gerät bedruckt das A4-Papier nicht, sondern baut daraus dreidimensionale Gegenstände. Der Stromverbrauch beträgt dabei 900 Watt und die Steuerung erfolgt mit einem PC über Ethernet. Bisher gibt es nur eine 32-Bit-Windows-Software, eine für MacOS X ist in Vorbereitung.

Kleben und Schneiden

Ausgangspunkt ist ein digitales 3D-Modell. Das wird von der mitgelieferten Software in viele einzelne Lagen aufgeteilt. Die Form einer Lage wird an das Gerät übertragen. Der Drucker zieht zuerst ein Blatt ein und klebt es auf das darunterliegende. Ist ein Blatt aufgeklebt, wird die Form ausgeschnitten. Das haarfeine Messer ritzt dabei nur das eine Blatt.

Schon das Kleben ist ein komplizierter Vorgang: Dort, wo das Werkstück ausgeschnitten wird, trägt die Maschine mehr Klebstoff auf, damit die Lagen möglichst fest zusammenhalten. Die Ränder werden ebenfalls geklebt, allerdings wird dort weniger Klebstoff benutzt. Dadurch werde sichergestellt, dass später das Werkstück von dem überschüssigen Papier abgetrennt werden könne, erklärt Unternehmensgründer und -chef Conor MacCormack. Die Ränder werden einfach abgebrochen. Das überschüssige Material dient als Unterstützung für Auskragungen. 3D-Drucker, die Kunststoff verarbeiten, brauchen dafür einen zweiten Werkstoff, der nach dem Druck ausgewaschen oder weggeätzt wird.

Keine Hohlkugel

Auf diese Weise kann der Drucker beliebige Formen aufbauen. Einzige Einschränkung: Es muss noch Platz sein, um das überschüssige Material zu entfernen. Eine Hohlform kann der Drucker nicht aufbauen. Dafür gebe es aber einen Trick, sagt MacCormack: Es werden einfach zwei Halbkugeln gefertigt, die anschließend zusammengeklebt werden.

  • Blick in den 3D-Drucker Matrix 300 von Mcor Technologies (Foto: wp)
  • Das Gerät verarbeitet A4-Papier. (Foto: wp)
  • Das haarfeine Messer schneidet einzelne Blätter. (Foto: wp)
  • Der aufgebaute Gegenstand besteht aus vielen Lagen aus zusammengeklebtem Papier. (Foto: wp)
  • Er wird aus dem Papierstapel herausgebrochen. (Foto: wp)
  • Mehrere Gegenstände aus dem 3D-Drucker (Foto: wp)
  • Auch für medizinische Anwendungen lässt sich der 3D-Drucker nutzen. (Foto: wp)
  • Der Master Chief aus dem Computerspiel Halo (Foto: wp)
  • Wird der Drucker mit farbigem Papier gefüttert, sind auch die 3D-Objekte bunt. (Foto: wp)
Blick in den 3D-Drucker Matrix 300 von Mcor Technologies (Foto: wp)

Der 3D-Drucker habe einige Vorteile, sagte MacCormack: Da Papier als Werkstoff und wasserlöslicher Klebstoff eingesetzt würden, sei das Gerät sehr umweltfreundlich. Außerdem sei Papier ein günstiger Werkstoff, weshalb das Gerät auch günstig im Betrieb sei. Material sparen lässt sich auch dadurch, dass aus einem Stapel Papier mehrere Objekte erstellt werden können, so dass der Materialausschuss möglichst gering ist.

Designer, Architekten, Ingenieure

Das Gerät ist in erster Linie für das Rapid Prototyping gedacht: Designer, Architekten und Ingenieure können damit schnell und günstig das Modell eines Hauses oder eines Produktes aufbauen. Weitere Anwendungsmöglichkeiten sieht McCormack in der Medizin: Ein Chirurg kann beispielsweise das Modell eines Kopfes erstellen, um eine Operation zu planen. Ein Zahnmediziner kann ein 3D-Modell eines Gebisses erstellen.

Der 3D-Drucker Matrix 300 von Mcor Technologies ist ab sofort erhältlich. Das Gerät kostet rund 25.000 Euro.


JarJarThomas 04. Mär 2011

Der Preis ist noch zu hoch denn sonst wäre das Modell sogar für Privatanwender...

Sermon 03. Mär 2011

Du meinst die Laser-Stereolithografie ? Ich weiss nicht, ob dieses Verfahren im 3D...

Jochen_0x90h 03. Mär 2011

Denn dazu brauchte man bisher 2 Leute: einer faltet, einer klebt ;-)

starkiller 03. Mär 2011

Immer wieder interessant wie alter Kaffee aufgewärmt wird. Die LOM-Technik ist ein alter...

Sermon 03. Mär 2011

http://www.encee.de/cgi-bin/view/Main/SD300Pro http://www.youtube.com/watch?v=nik6bxZcm9Y...

Kommentieren



Anzeige

  1. Projektverantwortlicher (m/w) Diagnose / Service-Funktionen von Lokomotiven
    Siemens AG, Erlangen
  2. Systemspezialist Funksysteme (m/w)
    IABG Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft mbH, Ottobrunn bei München
  3. Berater IT-Architektur (m/w)
    Cassini AG, verschiedene Standorte
  4. Systemanalytikerin / Systemanalytiker 3rd-Level-Support
    Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V., München

 

Detailsuche


Blu-ray-Angebote
  1. Fast & Furious 7 [Blu-ray]
    21,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie
  2. Jurassic Park - Steelbook [Blu-ray] [Limited Edition]
    14,99€
  3. Musik-Filme u. Konzerte auf Blu-ray/DVD bis zu 40% reduziert

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Online-Bezahlverfahren

    Deutsche Banken wollen Paypal-Konkurrenten entwickeln

  2. Schwachstellen

    Über Rsync in das Hotelnetzwerk einbrechen

  3. Kickstarter

    VR-Brille Impression Pi soll Gesten erkennen

  4. Operation Eikonal

    G10-Kommission fühlt sich von BND düpiert

  5. HyperX-Serie

    Kingstons Predator ist die vorerst schnellste Consumer-SSD

  6. Forschung

    Virtuelle Nase soll gegen Simulatorkrankheit helfen

  7. 3D-NAND

    Intels Flash-Chips verdreifachen den SSD-Speicherplatz

  8. NSA-Ausschuss

    DE-CIX erhebt schwere Vorwürfe wegen BND-Abhörung

  9. Mars

    Curiosity findet biologisch verwertbaren Stickstoff

  10. Benchmark

    Neue 3DMark-Szene testet API-Overhead



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Jugendliche und soziale Netzwerke: Geh sterben, Facebook!
Jugendliche und soziale Netzwerke
Geh sterben, Facebook!
  1. 360-Grad-Videos und neuer Messenger Facebook zeigt seinen Nutzern Rundumvideos
  2. Urheberrecht Bild-Fotograf zieht Abmahnung zum Facebook-Button zurück
  3. Urheberrecht Abmahnung wegen Nutzung des Facebook-Buttons bei Bild.de

KNX-Schwachstellen: Spielen mit den Lichtern der anderen
KNX-Schwachstellen
Spielen mit den Lichtern der anderen
  1. Danalock Wenn das Smartphone die Tür öffnet
  2. Apple Homekit will nicht in jedes Smart Home einziehen
  3. Elgato Eve Heimautomation mit Apple Homekit

HTC One (M9) im Test: Endlich eine gute Kamera
HTC One (M9) im Test
Endlich eine gute Kamera
  1. Lollipop Erstes HTC-One-Smartphone erhält kein Android 5.1

  1. Re: Die "Haben ja nichts zu verbergen" Fraktion...

    ThaKilla | 09:15

  2. Re: Applaus

    ChMu | 09:15

  3. Re: Wird aber auch Zeit

    BiGfReAk | 09:14

  4. Re: Nett gemeint...

    Himmerlarschund... | 09:14

  5. Re: Leider had AMD die Performance per Core...

    angrydanielnerd | 09:12


  1. 08:12

  2. 07:57

  3. 07:43

  4. 07:31

  5. 03:08

  6. 20:06

  7. 18:58

  8. 18:54


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel