Blind Driver Challenge: Blinder Fahrer steuert Auto auf einer Rennstrecke

Blind Driver Challenge

Blinder Fahrer steuert Auto auf einer Rennstrecke

Im Rahmenprogramm eines Autorennens in Florida hat ein blinder Fahrer einen umgebauten Ford Escape ohne fremde Hilfe gesteuert. Das Auto wurde von US-Wissenschaftlern mit speziellen Assistenzsystemen ausgestattet. Sie signalisierten dem Mann, wohin er lenken und ob er beschleunigen oder bremsen sollte.

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In den USA ist am Wochenende erstmals ein Blinder ohne Hilfe eines Sehenden Auto gefahren. Der Fahrer steuerte das mit speziellen Assistenzsystemen ausgestattete Auto über die Rennstrecke von Daytona Beach im US-Bundesstaat Florida.

Hindernissen ausweichen

Das Auto ist ein Ford Escape, ein sogenanntes Sport Utility Vehicle (SUV). Es wurde von Wissenschaftlern des Virginia Polytechnic Institute and State University (Virginia Tech) in Blacksburg mit Systemen ausgestattet, die es Mark Anthony Riccobono, einem Mitglied des US-Blindenverbandes National Federation of the Blind (NFB), ermöglichten, das SUV zu fahren. Dabei wich Riccobono auch Hindernissen auf der Strecke aus. Diese waren zum Teil fest installiert, andere wurden vor das Auto geworfen.

  • Vor dem Start: Mark Riccobono (Mitte) bekommt den Autoschlüssel. (Foto: NFB)
  • Riccobono auf dem Daytona International Speedway (Foto: NFB)
Vor dem Start: Mark Riccobono (Mitte) bekommt den Autoschlüssel. (Foto: NFB)

Zu den Systemen in dem Fahrzeug gehören Lasersensoren zur Hinderniserkennung. Aus deren Daten errechnet ein Computer eine dreidimensionale Karte von der Umgebung des Fahrzeugs. Der Computer zeigt dem Fahrer schließlich, wie er das Auto steuern muss. Dazu trägt der Fahrer spezielle Handschuhe, in die Vibratoren eingelassen sind. Je nachdem, welcher Handschuh aktiviert wird, weiß der Fahrer, in welche Richtung er lenken muss. Ein weiteres Vibrationselement befindet sich auf dem Fahrersitz. Es signalisiert dem Fahrer, wann er beschleunigen kann und wann er abbremsen oder anhalten muss.

Nur ein Teilnehmer

Die Testfahrt, die zum Rahmenprogramm des 24-Stunden-Rennens auf dem Daytona International Speedway veranstaltet wurde, ist der vorläufige Abschluss der Blind Driver Challenge. Für diesen Wettbewerb sollten US-Universitäten Konzepte entwickeln, um Blinden das Autofahren zu ermöglichen. Virginia Tech war nach eigenen Angaben die einzige Universität, die diese Herausforderung angenommen hat.

2009 präsentierte das Team um Dennis Hong erstmals ein Konzeptfahrzeug, das von Blinden gesteuert werden konnte. Mitte 2010 gab es bekannt, dass es einen Ford Escape mit seinen Systemen ausrüsten wolle.

Von der Darpa Urban Challenge zur Blind Driver Challenge

Bei der Entwicklung der Systeme konnten Hong und seine Kollegen auf Erfahrungen zurückgreifen, die sie 2007 bei der Darpa Urban Challenge gesammelt hatten. Daran hatten sie mit einem autonom fahrenden Ford Escape teilgenommen. Teile der Ausrüstung, darunter die laserbasierten Entfernungsmesser, wurden auch bei dem neuen Projekt eingesetzt.


Anonymer Nutzer 02. Feb 2011

Jup, erst gestern ist jemand vor mir auf ner Strecke von 200m 3x durch massive eigene...

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