Nach Kündigungsaufforderung: Suizidserie bei Foxconn geht weiter
Foxconn Arbeiterinnen in Shenzhen

Nach Kündigungsaufforderung

Suizidserie bei Foxconn geht weiter

Bei Foxconn in China hat es wieder eine Selbsttötung gegeben. Eine junge Frau war bei psychologischen Tests aufgefallen. Als die 25-Jährige deshalb von einem Aufseher rüde aufgefordert wurde zu kündigen, nahm sie sich das Leben.

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Die Serie der Selbsttötungen bei dem Auftragshersteller Foxconn geht auch im neuen Jahr weiter. Die 25-jährige Foxconn-Ingenieurin Wang Ling nahm sich in der Wohnung ihres Bruders in Shenzhen das Leben, nachdem sie eine Kündigungsaufforderung erhalten hatte, berichtete die South China Morning Post unter Berufung auf die Angehörigen. Wang, seit 2005 bei dem weltgrößten Auftragshersteller für Elektronik, sprang am 7. Januar 2011 aus dem zehnten Stock. In China arbeiten über eine Million Menschen für den taiwanischen Foxconn-Konzern. Der Konzern ist Auftragshersteller für Apple, Amazon, Cisco, Dell, Hewlett-Packard, Intel, Microsoft, Nintendo, Sony und andere.

Foxconn hatte nach 13 Suiziden und vier Selbsttötungsversuchen in der Belegschaft Psychologen engagiert, die die Arbeiter auf psychische Anomalien untersuchen. Als Wang Ling dabei auffällig wurde, sei sie von ihrem Arbeitgeber in eine Psychiatrie geschickt worden. Die Psychiater diagnostizierten bei ihr Schizophrenie. Ihre Schwägerin Yang Linying nannte Wang Ling dagegen "eine glückliche und gesunde junge Hochschulabsolventin".

Doch statt Wang Ling zu helfen, wollte der Konzern die junge Frau nun offenbar schnell loswerden. "Meine Schwester sagte, sie sei von ihrem taiwanischen Aufseher harsch zurechtgewiesen worden. Man kann auch sagen, sie wurde beleidigt. Als sie weitere Fragen stellte, ist sie aufgefordert worden, zu kündigen", sagte der Bruder der jungen Frau, Wang Chunfeng.

Im Juni 2010 hatte ein Foxconn-Arbeiter erklärt, dass sich trotz Versprechungen der Konzernleitung die inhumanen Arbeitsbedingungen mit vielen Überstunden, Sprechverbot und Siebentagewoche nicht verändert hätten. Er müsse weiterhin elf Stunden am Tag von 07:30 bis 19:30 Uhr arbeiten, an sieben Tagen in der Woche, mit nur 30 Minuten Pause für Mittag- und Abendessen.

Im Oktober 2010 kam es in Chennai, der Hauptstadt des indischen Bundesstaates Tamil Nadu, zu einem Arbeitskampf an einem Foxconn-Standort. Foxconn hat dort drei Fabriken im Sriperumbudur-Sunguvarchatram-Gürtel am Rande der Stadt, wo 5.000 Arbeiter Mobiltelefone montieren. Dabei ging es um die Anerkennung von Gewerkschaften und Lohnerhöhungen. Nach Angaben des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB) und der Times of India waren an dem Kampf 1.200 Arbeiter beteiligt. Firmenleitung und Regierung reagierten mit der Verhaftung von 319 Streikenden. Die Streikführer blieben längere Zeit in Haft. In der Wirtschaftssonderzone müssen Arbeitskämpfe Wochen zuvor angemeldet werden.


kerub 29. Apr 2012

Aber unsere, sowohl die Europäische/Amerikanische als auch die Asiatische, Elektronik...

Atalanttore 07. Mai 2011

War die Dame seit 2005 Ingenieurin, so mit 19-20 Jahren?

1oscar 21. Jan 2011

Was meinst Du wie viele Menschen sich in Deutschland in den letzten 2 Jahren bei ihrem...

1oscar 21. Jan 2011

Hier gibt es ja viele völlig uninformierte Beiträge. So sind z.B. Apple Produkte...

1oscar 21. Jan 2011

Mit 300 Tausend Beschäftigten allein in Shenzhen, 1 Million weltweit liegt die Suizidrate...

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