Anzeige
11861: Betreiber der Bahn-Auskunftsnummer klagt gegen Abschaltung

11861

Betreiber der Bahn-Auskunftsnummer klagt gegen Abschaltung

Die 01018-GmbH wehrt sich gegen die Abschaltung der ehemaligen Bahn-Auskunftsnummer 11861 durch die Bundesnetzagentur. Das Unternehmen hatte Anrufern für die Weitervermittlung zu einem Reiseauskunftsdienst 1,99 Euro pro Minute berechnet. Rückforderungen würden in den meisten Fällen nicht erfolgreich sein.

Anzeige

Der Betreiber der ehemaligen Bahn-Auskunftsnummer 11861 wehrt sich juristisch gegen die Abschaltung durch die Bundesnetzagentur. Jens Müller-Bennerscheidt, der Anwalt des Unternehmens 01018-GmbH, sagte Golem.de: "Meine Mandantin hat vor dem Verwaltungsgericht Köln heute einen Antrag auf Eilrechtsschutz gegen die Abschaltung eingereicht." Die Bundesnetzagentur habe sich zunächst verpflichten müssen, die Abschaltung nicht zum 3. Januar 2011 zu vollziehen, sondern bis zur Entscheidung des Verwaltungsgerichts im Eilverfahren abzuwarten, erklärte er.

Die Bundesnetzagentur hatte am 23. Dezember 2010 die Abschaltung der 11861 angeordnet. Begründung: Lange Zeit seien dort ohne Preisansagen Gebühren für die bloße Weitervermittlung an die Bahnauskunft 01805 996 633 oder andere Dienstleister berechnet worden. Ende 2008 hatte die Bahn ihren Auskunftsdienst unter der Rufnummer eingestellt und die 11861 zurückgegeben. Seit dem 15. Dezember 2009 sei die Rufnummer nach einem Losverfahren unter über 20 Bewerbern einem neuen Inhaber, der Bonner 01018-GmbH, zugeteilt worden. In vielen alten Telefonbüchern wurde die Rufnummer aber weiter als Bahn-Auskunft beworben und die 11861 ist in vielen älteren Mobiltelefonen als Bahn-Auskunft voreingestellt.

Statt direkt den Auskunftsdienst der Bahn zu erreichen, um Fahrplan- und Fahrkarteninformationen zu erfragen, wurde der Anrufer an einen Auskunftsdienst weiterverbunden, was 1,99 Euro je angefangene Minute kostete. Auch für weitervermittelte Gespräche wurde vom Betreiber 1,99 Euro pro Minute abgerechnet. So zahlte eine Frau aus Wardenburg in Niedersachsen für das telefonische Buchen zweier Bahnfahrten im Gesamtwert von 122 Euro zusätzlich 83,62 Euro an die 01018 GmbH. In Internetforen ist von Abzocke die Rede, der Betreiber bekundet, den Auskunftsdienst nach den rechtlichen Vorgaben und zu denselben Preisen wie die Mitbewerber erbracht zu haben.

Seit November 2010 gab es dann eine weitere Preisansage, diese bestand aber aus "langatmigen, überflüssigen und irreführenden Ausführungen" über 1 Minute und 47 Sekunden, so die Bundesnetzagentur in der Begründung zur Abschaltung. Die Preisansage koste die Verbraucher bereits 3,98 Euro. Die Behörde wertete dies "als bewussten Verstoß gegen den gesetzlich intendierten Verbraucherschutz" und ordnete die Abschaltung an. Die Bundesnetzagentur verpflichtete den Betreiber, den Verbrauchern auf Anforderung die gezahlten Entgelte unverzüglich zurückzuzahlen und Entgelte nicht mehr einzuziehen.

Laut Müller-Bennerscheidt, der sich auf ebenfalls eingeschaltete Fachanwälte beruft, ist die Abschaltungsentscheidung rechtswidrig. Vor allem habe es stets, auch schon vor Oktober, eine Preisansage gegeben, sagte er. Die bemängelte "lange Informationsansage" sei sogar erst auf Drängen der Behörde eingerichtet worden. In dem Text sollte klargestellt werden, wer der Betreiber der 11861 sei und dass man nicht bei der Deutsche Bahn AG anrufe. Zudem erfolgte die lange Ansage nur in den Fällen, in denen die Callcenter-Agenten den Eindruck hatten, dass der Anrufer meinte, bei der Deutschen Bahn gelandet zu sein. Für alle anderen habe es eine kurze Ansage gegeben. "Daher werden auch nur wenige Anrufer mit der Rückforderung ihrer Gesprächsgebühren erfolgreich sein", sagte Müller-Bennerscheidt.

Die Behörde agiere auf Druck der Deutschen Bahn. Der Betreiber der 11861 sei kein bloßer Vermittlungsdienst. "Hier steht nicht nur ein Vermittlungscomputer, meine Mandantin beschäftigt 35 Mitarbeiter", sagte Müller-Bennerscheidt. "Die Abschaltungsanordnung ist völlig überzogen, weil meine Mandantin immer Kooperationsbereitschaft signalisiert hat und Anordnungen umgesetzt hat." Man sei nach wie vor zum Dialog bereit.


eye home zur Startseite
Juristen-Kritiker 30. Dez 2010

Und bezahlen am Ende mehr als beim Abzocker. Unsere Juristen im Bundestag sorgen schon...

Telefon-Mann 29. Dez 2010

http://forum.computerbetrug.de/allgemeines/63201-11861.html Hier gibts mehrere Fälle...

MenschStefan 29. Dez 2010

Ja, Neuvergabe war ein Fehler. Nein, eine soziale Marktwirtschaft ist im Grundgesetzt...

Lächerlich 29. Dez 2010

Die eigentliche Frechheit ist, dass solche Nummern überhaupt weiter gegeben /verkazft...

kudu 29. Dez 2010

Normalerweise liest man den Artikel bevor man ihn kommentiert! Die Nummer ist nicht...

Kommentieren



Anzeige

  1. Mitarbeiter Zentrale-IT Service Desk (m/w)
    Raben Trans European Germany GmbH, Mannheim
  2. Controller International SAP Solutions (m/w)
    Alfred Kärcher GmbH & Co. KG, Winnenden
  3. SAP-Betreuer FI/CO (m/w)
    Endress+Hauser Conducta GmbH+Co.KG, Gerlingen bei Stuttgart
  4. SAP Consultant (m/w) Schwerpunkt Support
    Fresenius Netcare GmbH, St. Wendel

Detailsuche



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. Sandisk Ultra II SSD 2,5" 480-GB-SSD
    nur 127,90€
  2. Asus-Cashback-Aktion
    bis zu 50€ zurück oder Need for Speed gratis beim Kauf von Mainboards, Monitoren, Multimedia...
  3. NEU: Optische Maus mit 1.600 dpi
    1,99€ inkl. Versand

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Hitman

    Patch behindert Spielstart im Direct3D-12-Modus

  2. Peter Molyneux

    Lionhead-Studio ist Geschichte

  3. Deskmini

    Asrock zeigt Rechner mit Intels Mini-STX-Formfaktor

  4. Die Woche im Video

    Schneller, höher, weiter

  5. Ransomware

    Verfassungsschutz von Sachsen-Anhalt wurde verschlüsselt

  6. Kabelnetzbetreiber

    Angeblicher 300-Millionen-Deal zwischen Telekom und Kabel BW

  7. Fathom Neural Compute Stick

    Movidius packt Deep Learning in einen USB-Stick

  8. Das Flüstern der Alten Götter im Test

    Düstere Evolution

  9. Urheberrecht

    Ein Anwalt, der klingonisch spricht

  10. id Software

    Dauertod in Doom



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
PGP im Parlament: Warum mein Abgeordneter keine PGP-Mail öffnen kann
PGP im Parlament
Warum mein Abgeordneter keine PGP-Mail öffnen kann

Nordrhein-Westfalen: Deutsche Telekom beginnt mit Micro-Trenching für Glasfaser
Nordrhein-Westfalen
Deutsche Telekom beginnt mit Micro-Trenching für Glasfaser
  1. FTTH Deutsche Glasfaser will schnell eine Million anschließen
  2. M-net Glasfaser für 70 Prozent der Münchner Haushalte
  3. FTTH Telekom wird 1 GBit/s für Selbstbauer überall anbieten

Mirror's Edge Catalyst angespielt: Flow mit Faith und fallen
Mirror's Edge Catalyst angespielt
Flow mit Faith und fallen

  1. 2006 gegründet, 2001 Spiel released :>

    Compufreak345 | 12:58

  2. Re: also ist Industrie 4.0 für niedere...

    matok | 12:56

  3. Edge / Bing

    User_x | 12:51

  4. Re: Masche von MS

    Cyber | 12:49

  5. Re: Was mache ich nur falsch?!?

    User_x | 12:47


  1. 13:13

  2. 12:26

  3. 11:03

  4. 09:01

  5. 00:05

  6. 19:51

  7. 18:59

  8. 17:43


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel