Abo
  • Services:
Anzeige

JMStV

Katerstimmung in der Spielebranche

Die Novellierung des Jugendmedienschutzstaatsvertrags (JMStV) ist gestoppt, die Spielebranche sieht sich vor einem Scherbenhaufen - denn nun ist unklar, wie Jugendliche künftig vor gewalthaltigen Spielen im Internet geschützt werden sollen.

Während sich die meisten Netzaktivisten und Blogger über den Stopp der Neuauflage des JMStV freuen, herrscht in der deutschen Spielebranche Bedauern und Ratlosigkeit, wie es weitergehen soll mit dem Jugendschutz im Internet. "Die Neuregelungen sollten eine einheitliche Alterskennzeichnung von Computer- und Videospielen durch die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) möglich machen und damit zu einer Verbesserung des Jugendschutzes im Internet beitragen. Dies ist und bleibt eine Kernforderung der Unterhaltungssoftwareindustrie. Nach einem langwierigen Hindernislauf ist der JMStV nunmehr auf dem letzten Meter gescheitert", sagt Olaf Wolters, Geschäftsführer vom Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU).

Anzeige

Mit dem endgültigen Stopp durch den Landtag von Nordrhein-Westfalen am 16. Dezember 2010 bleibt der bestehende JMStV vorerst in Kraft. Der BIU bedauert, dass es nun keine Möglichkeit gebe, Onlineinhalte mit Alterskennzeichen zu versehen. Ein neuer Anlauf für den JMStV ist nach Sicht des Publisherverbandes erst in einigen Jahren möglich. Ein Verharren im Status Quo sei allerdings keine Option: "Es muss so schnell wie möglich eine neue Lösung auf den Weg gebracht werden", stellt Wolters fest.

Auch der Verband GAME, der vor allem die Entwicklerstudios repräsentiert, sieht die jüngsten Entwicklungen negativ: "Jetzt fallen wir wieder in Steinzeitmechanismen wie Sendezeitbeschränkungen oder umständliche technische Zugangsbarrieren zurück, die bei Onlineanbietern mit einem nahezu vollständigen Userverlust einhergehen - das Ränkespiel der politisch Verantwortlichen ist für uns wirtschaftlich ein herber Rückschlag", sagte Thomas Friedmann vom GAME. Er will, dass in einem neuen Anlauf "die technisch längst überholte Trennung von offline und online in der deutschen Gesetzgebung beseitigt" wird.

Sein Vize Heiko Hubertz, gleichzeitig Chef des besonders betroffenen Browserspielanbieters Bigpoint.de, fordert: "Wir erwarten auch weiterhin ein klares Bekenntnis zur regulierten Selbstregulierung oder zumindest für ein gestütztes Selbstklassifizierungsverfahren. Es kann nicht sein, dass die Industrie nun die Suppe der Politik auslöffeln muss."

"Die Weiterentwicklung des gesamten Jugendmedienschutzes kann und darf nur aufgeschoben sein. Wir brauchen endlich einheitliche und systemübergreifende Regelungen", fordert auch Felix Falk, Geschäftsführer der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK). Die USK-Kennzeichnung auf freiwilliger Basis solle endlich auch für Anbieter von Onlinespielen möglich sein, damit die bereits hohe Qualität des Jugendschutzschutzes bei Computerspielen weiter verbessert werden könne.

Die USK hatte sich mit großem Engagement auf den nun gestoppten Jugendmedienschutzstaatsvertrag eingestellt. Die neuen Angebote im Bereich der Onlinespiele sollen bestehenbleiben - immerhin würden sie die Spieleanbieter laut Falk auch nach dem bestehenden JMStV unterstützen, sich gesetzeskonform zu verhalten. Unternehmen, die unsicher sind, ob ihre Inhalte den aktull gültigen gesetzlichen Regelungen nach JMStV und Jugendschutzgesetz entsprechen, erhalten mit der Bestandsanalyse, der Übernahme des Jugendschutzbeauftragten sowie der Bewertung von Inhalten viel Unterstützung.


eye home zur Startseite
ein neuer leser 20. Dez 2010

aber echt, wie gekauft oder blauäugig sind denn die autoren dieses artikels?! wer würde...

PaladinFenris 19. Dez 2010

100% signed, dem ist so nichts hinzuzufügen. Speziell, wenn man sich mal in der pdf...

Hotohori 17. Dez 2010

Im Grunde hat er damit aber gar nicht mal so unrecht. Der Jugendschutz in seiner jetzigen...

Nanana 17. Dez 2010

Nein, das stimmt nicht. Oder brauchen wir auch hier Hinweise, dass man von Alkohol...

Mr. xxx 17. Dez 2010

Nicht nur das: In den AGBs, z. B. bei M-Net, steht auch klar drin, das der Anschlu...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. AreaDigital AG, Fürth
  2. agorum® Software GmbH, Stuttgart, Ostfildern
  3. Bilfinger GreyLogix GmbH, Augsburg
  4. T-Systems International GmbH, Leinfelden-Echterdingen, München


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (Core i5-6500 + Geforce GTX 1060)
  2. (u. a. Asus GTX 1070 Strix OC, MSI GTX 1070 Gaming X 8G und Aero 8G OC)

Folgen Sie uns
       


  1. Project Mortar

    Mozilla möchte Chrome-Plugins für Firefox unterstützen

  2. Remedy

    Steam-Version von Quantum Break läuft bei Nvidia flotter

  3. Videostreaming

    Twitch Premium wird Teil von Amazon Prime

  4. Dark Souls & Co.

    Tausende Tode vor Tausenden von Zuschauern

  5. Die Woche im Video

    Grüne Welle und grüne Männchen

  6. Systemd.conf 2016

    Pläne für portable Systemdienste und neue Kernel-IPC

  7. Smartphones und Tablets

    Bundestrojaner soll mehr können können

  8. Internetsicherheit

    Die CDU will Cybersouverän werden

  9. 3D-Flash-Speicher

    Micron stellt erweiterte Fab 10X fertig

  10. Occipital

    VR Dev Kit ermöglicht Roomscale-Tracking per iPhone



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Original und Fork im Vergleichstest: Nextcloud will das bessere Owncloud sein
Original und Fork im Vergleichstest
Nextcloud will das bessere Owncloud sein
  1. Koop mit Canonical und WDLabs Nextcloud Box soll eigenes Hosten ermöglichen
  2. Kollaborationsserver Nextcloud 10 verbessert Server-Administration
  3. Open Source Nextcloud setzt sich mit Enterprise-Support von Owncloud ab

Rocketlab: Neuseeland genehmigt Start für erste elektrische Rakete
Rocketlab
Neuseeland genehmigt Start für erste elektrische Rakete
  1. Osiris Rex Asteroid Bennu, wir kommen!
  2. Raumfahrt Erster Apollo-Bordcomputer aus dem Schrott gerettet
  3. Startups Wie Billig-Raketen die Raumfahrt revolutionieren

Interview mit Insider: Facebook hackt Staat und Gemeinschaft
Interview mit Insider
Facebook hackt Staat und Gemeinschaft
  1. Systemüberwachung Facebook veröffentlicht Osquery für Windows
  2. Facebook 100.000 Hassinhalte in einem Monat gelöscht
  3. Nach Whatsapp-Datentausch Facebook und Oculus werden enger zusammengeführt

  1. Re: Geldvorteil

    megaseppl | 15:30

  2. Re: Wenn das so weiter geht gibt es nur noch...

    bark | 15:26

  3. Re: VLC Alternative?

    bark | 15:24

  4. Re: "Games"

    kelzinc | 15:23

  5. Re: kann mich über lovoo nicht beschweren

    Unix_Linux | 15:12


  1. 13:15

  2. 12:30

  3. 11:45

  4. 11:04

  5. 09:02

  6. 08:01

  7. 19:24

  8. 19:05


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel