Paypal

Wikileaks-Konto nicht auf Druck der US-Regierung gesperrt

Der Zahlungsdienstleister Paypal hat eine Aussage eines Mitarbeiters korrigiert, wonach das Wikileaks-Konto auf Druck der US-Regierung gesperrt wurde. Das sei aufgrund der Nutzungsrichtlinien des Unternehmens geschehen. Unterdessen ist das Kreditkartenunternehmen Visa, das Wikileaks ebenfalls gesperrt hat, ebenso Ziel einer DDoS-Attacke geworden wie die US-Politikerin Sarah Palin.

Anzeige

Der Zahlungsdienstleister Paypal hat nach eigenen Angaben das Konto von Wikileaks gesperrt, weil die Organisation gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen hat. Es sei kein direkter Druck von der US-Regierung ausgeübt worden, schreibt Paypal-Chefjustiziar John Muller im Blog des Unternehmens.

Kein Kontakt mit US-Regierung

Es habe viel Wirbel um die Aussagen von Paypal-Bereichsleiter Osama Bedier bei der Pariser Konferenz Le Web gegeben, schreibt Muller. Bediers Darstellung nach hatte das US-Außenministerium Paypal kontaktiert und erklärt, dass die Wikileaks-Veröffentlichungen illegal seien. Nach Aussagen von Muller gab es jedoch keinen direkten Kontakt mit dem Ministerium. "Paypal wurde von keiner Regierungsstelle der USA oder eines anderen Landes kontaktiert", schreibt Muller.

Am 27. November habe das US-Außenministerium darauf hingewiesen, dass Wikileaks auf unrechtmäßige Weise in den Besitz von Dokumenten der US-Regierung gelangt sein könnte. Daraufhin habe Paypal das Konto von Wikileaks überprüft und es aufgrund der Nutzungsrichtlinien gesperrt.

Keine Verstöße gegen Gesetze

Danach dürfen Kunden ihr Paypal-Konto nicht für "Aktivitäten nutzen, die Gesetze, Verordnungen, gesetzliche Dokumente, Bestimmungen, Vorschriften, Regeln oder Bescheide verletzen". Das Unternehmen habe das Konto gesperrt wegen der "Annahme, dass Wikileaks Quellen dazu ermutigt, geheime Dokumente zu veröffentlichen, wodurch die Quellen wahrscheinlich gegen das Gesetz verstoßen."

Muller betonte abschließend, dass die Entscheidung des Unternehmens einzig und allein darauf beruhe und nichts mit der aktuellen Debatte um Wikileaks zu tun habe. Er versicherte zudem, dass das Unternehmen Spenden, die bereits auf dem Konto eingegangen sind, nicht zurückhalte, sondern "der Organisation, die die Spenden für Wikileaks entgegengenommen hat, zur Verfügung stellen."

Klage in Island

Neben Paypal wickeln auch Mastercard und Visa keine Zahlungen für Wikileaks mehr ab. Letzterem drohen deshalb jetzt rechtliche Schritte. Das schweizerisch-isländische Unternehmen Datacell, das Spenden für Wikileaks abwickelt, hat angekündigt, Visa zu verklagen. Damit will das Unternehmen erreichen, dass wieder für Wikileaks gespendet werden kann. Die Sperrung bedeute einen großen finanziellen Schaden für Datacell und Wikileaks.

"Wir können nicht glauben, dass Wikileaks den Markennamen von Visa ankratzt", kommentiert Datacell-Chef Andreas Fink. Seiner Ansicht nach ist die Sperrung politisch motiviert, aber ein Unternehmen wie Visa sollte sich aus der Politik heraushalten. Eine Sperrung von Spenden an Wikileaks schade der Marke deutlich mehr, als wenn das Unternehmen weiterhin Spenden für die Organisation abwickele.

Gegen Visa...

Mit der Sperrung hat sich Visa denn auch den Zorn von Wikileaks-Unterstützern zugezogen: Nach Paypal und Mastercard wurde inzwischen auch Visa zum Ziel der sogenannten Operation Payback, wie das ZDF berichtet. Die Seite wurde mit einer Distributed-Denial-of-Service-Attacke (DDoS) lahmgelegt und war zeitweise unerreichbar.

Angesichts der Tatsache, dass Konkurrent Mastercard aus dem gleichen Grund zuvor attackiert wurde, ist es verwunderlich, dass Visa keinerlei Schutzmaßnahmen ergriffen hatte. Am Donnerstagvormittag war die Website des Kreditkartenunternehmens wieder erreichbar.

...und Sarah Palin

Neben den Zahlungsdienstleistern, die Wikileaks ausgesperrt haben, wurde auch eine prominente Kritikerin aus den USA Opfer der Operation Payback: Am Mittwochnachmittag (Ortszeit USA) wurden die Website von Sarah Palin sowie ihr Kreditkartenkonto und das ihres Mannes durch DDoS-Attacken lahmgelegt, berichtet der US-Sender ABC. Die frühere Gouverneurin des US-Bundesstaates Alaska und ehemalige Kandidatin für das Amt der Vizepräsidentin hatte ABC selbst darüber informiert.

Die ultrakonservative Republikanerin Palin hatte kürzlich Wikileaks als terroristische Organisation und Julian Assange als antiamerikanischen Agenten bezeichnet. Außerdem hatte sie gefordert, die "technische Infrastruktur von Wikileaks" durch den Geheimdienst zerstören zu lassen. "Haben wir alle uns zur Verfügung stehenden Cybertools genutzt, um Wikileaks dauerhaft lahmzulegen?", fragte sie.

Palin ist in der Vergangenheit schon öfter durch kuriose Äußerungen aufgefallen. Kürzlich hat sie das kommunistische Nordkorea versehentlich als Verbündeten der USA bezeichnet.


Filzpold 15. Dez 2010

Hier eine seriöse ARD Information bzgl. PayPal... Paypal - ARD - Plusminus http://www...

Baron Münchhausen 11. Dez 2010

Zumindest nicht mit den aktuellen Dokumenten und auch so generell unwahrschienlich. Rate...

Baron Münchhausen 11. Dez 2010

Schon schön wenn man einen regulär stattfindenen Prozess sich als Sieg verbuchen kann....

FUCK_THE_NEW_FA... 10. Dez 2010

Zeit aufzuwachen ! Zeit zu handeln ! JETZT ! http://www.avaaz.org/de/wikileaks_petition...

asdadasd 10. Dez 2010

Wenn ich sage man müsste Obama den Friedensnobelpreis aberkennen, dann landet das auf der...

Kommentieren



Anzeige

  1. Data Integration Expert (m/w) / Data Modeler (m/w)
    Siemens AG, Munich
  2. Projektleiter/in für Luftfahrfahrzeug TORNADO (Bundeswehrhintergrund)
    ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH, Fürstenfeldbruck
  3. Project Management Coordinator (m/w)
    Teradata GmbH, München, Frankfurt oder Düsseldorf
  4. Teamleiter Softwareentwicklung (m/w)
    über HRM CONSULTING GmbH, Mainz/Wiesbaden

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. In eigener Sache

    Computec Media veröffentlicht Spielevideo-App Games TV 24

  2. Google-Suchergebnisse

    EU-Datenschützer verlangen weltweite Löschung

  3. Dating

    Parship darf Widerruf nicht mit hoher Rechnung verhindern

  4. O2

    Neue Prepaid-Tarife erlauben Datenmitnahme in den Folgemonat

  5. Freie .Net-Implementierung

    Mono soll schneller werden

  6. Oneplus One

    Eigenes ROM mit Stock Android 4.4.4 vorgestellt

  7. Eric Anholt

    Langsamer Fortschritt bei Raspberry-Pi-Grafiktreiber

  8. Teilchenbeschleuniger

    China will Higgs-Fabrik bauen

  9. Europäische Zentralbank

    20.000 Kontaktdaten von Internetserver geklaut

  10. Krise

    Ryse-Producer wendet sich von Crytek ab



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Smartphone-Hersteller Xiaomi: Wie Apple, nur anders
Smartphone-Hersteller Xiaomi
Wie Apple, nur anders
  1. Flir One Wärmebildkamera fürs iPhone lieferbar
  2. Per Smartphone Paypal ermöglicht Bezahlen in Restaurants landesweit
  3. Datenübertragung Smartphone-Kompass spielt Musik durch Magnetkraft

Nvidia Shield Tablet ausprobiert: Schnelles Spiele-Tablet für Android mit WLAN-Controller
Nvidia Shield Tablet ausprobiert
Schnelles Spiele-Tablet für Android mit WLAN-Controller
  1. Tegra K1 Start von Nvidias Shield Tablet zeichnet sich ab
  2. GM200 und GM204 Nvidias große Maxwell-GPUs zeigen sich beim Zoll
  3. Dual-GPU-Grafikkarte EVGA macht Titan-Z schmaler und leiser als Nvidia

PC-Spiele mit 4K, 6K, 8K, 15K: "Spielen mit Downsampling schlägt Full-HD immer"
PC-Spiele mit 4K, 6K, 8K, 15K
"Spielen mit Downsampling schlägt Full-HD immer"
  1. Transformers Ära des Untergangs - gefilmt mit Sensoren im Imax-Format
  2. Intel-Partnerschaft mit Samsung 4K-Monitore sollen unter 400 US-Dollar gedrückt werden
  3. Asus ROG Kleine Gaming-PCs im Konsolendesign mit Desktophardware

    •  / 
    Zum Artikel