Java: Oracle setzt sich gegen Apache durch

Java

Oracle setzt sich gegen Apache durch

Im Streit um die Lizenzbedingungen für Java hat sich Oracle in einer Abstimmung des Java Community Process gegen die Forderung der Apache Software Foundation durchgesetzt.

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Mit zwölf gegen drei Stimmen ist Oracles Spezifikation für Java SE 7 (JSR #336) vom Exekutivkomitee des Java Community Process (JCP) beschlossen worden. Dabei ging es im Kern zwar um technische Fragen, doch die Apache Software Foundation (ASF) hatte im Vorfeld die Mitglieder des Exekutivkomitees aufgefordert, gegen Oracles Pläne zu stimmen, und andernfalls mit dem Ausstieg aus dem Java Community Process gedroht.

Nach Ansicht der ASF hält sich Oracle nicht an geltende Vereinbarungen. Gemeint ist das Java Specification Participation Agreement (JSPA), das alle Mitglieder des Java Community Process unterzeichnet haben, auch die ASF und Oracle. Demnach hat die ASF ihrer Ansicht nach Anrecht auf eine Lizenz für das Testkit für Java SE (TCK), mit dem die ASF ihre Java-Implementierung testen und das Projekt Apache Harmony unter der Apache License verteilen kann.

Oracle aber hält eine solche Lizenz zurück und gewährt der ASF lediglich eine TCK-Lizenz, die einschränkt, in welcher Art und Weise mit dem TCK geprüfte Java-Implementierungen eingesetzt werden dürfen. Dies aber sei mit Lizenzen für Open Source und freie Software nicht vereinbar, erklärt die ASF.

Um den Druck auf Oracle zu erhöhen, kündigte die ASF an, gegen den Java Specification Request (JSR) für Java SE 7 zu stimmen und forderte zugleich die anderen Mitglieder des JCP-Exekutivkomitees auf, dies ebenfalls zu tun.

Nur ASF, Google und Tim Peierls stimmen mit Nein

Letztendlich konnte sich aber Oracle bei der Abstimmung durchsetzen: Neben der ASF stimmten lediglich der unabhängige Java-Experte Tim Peierls und Google gegen Oracles Entwurf für Java SE 7. Google begründete seine Neinstimme mit Oracles Verweigerung einer TCK-Lizenz für Apache. Das ist kaum verwunderlich, streitet Google doch mit Oracle vor Gericht um mögliche Rechteverletzungen durch Android. Dabei geht es auch um Oracles Weigerung, der ASF die geforderte Lizenz zur Verfügung zu stellen. Zwar habe man zunächst nicht mit Nein stimmen wollen, um die Weiterentwicklung von Java nicht zu verlangsamen. Oracles Ankündigung, seine Java-Pläne auch ohne Zustimmung des JCP weiterzuverfolgen, habe aber letztendlich den Ausschlag für die Abstimmung gegeben, so Google.

SAP, IBM, Red Hat, Eclipse und Credit Suisse üben nur Kritik an Oracle

Peierls gab ebenfalls an, mit seiner Neinstimme gegen Oracles Verhalten zu protestieren.

Alle anderen stimmten zwar mit Ja, einige aber versahen ihre Stimmen mit kritischen Kommentaren in Richtung Oracle. So auch SAP, das gerade einen Prozess um Schadensersatzforderungen in Milliardenhöhe gegen Oracle verloren hat: So führt das Unternehmen an, aus rein technischen Gründen mit Ja gestimmt zu haben, obwohl ihm Oracles Verweigerung einer TCK-Lizenz für Apache missfalle. Ähnlich äußert sich IBM und betont, das Unternehmen favorisiere Lizenzmodelle, die es Dritten erlauben, unabhängige Implementierungen der Java-Spezifikationen zu erstellen. IBM hatte sich nach Oracles Lizenzverweigerung für das Apache-Projekt Harmony aus diesem zurückgezogen und angekündigt, sich künftig an Oracles Projekt OpenJDK zu beteiligen.

Die Eclipse Foundation hält die ungelöste Frage um eine TCK-Lizenz für die ASF für einen Ausdruck der fundamentalen Probleme, die die Restriktionen der Java-Lizenzierung verursachen. Dennoch stimmte auch die Eclipse Foundation mit Ja, kündigte aber an, künftig eventuell anders abzustimmen, um den eigenen Bedenken Ausdruck zu verleihen.

Auch Red Hat stimmte mit Ja und verweist auf rein technische Entscheidungsgründe. Die Spezifikation für Java 7 SE sei wichtig für die Industrie im Ganzen. Weitere Verzögerungen würden Java insgesamt gefährden. Dennoch sei man sehr enttäuscht über die Lizenzbedingungen. Auch die Credit Suisse betont, sie habe aus rein technischen Gründen mit Ja gestimmt. Der aktuelle Lizenzstreit mache deutlich, dass Java kein offener Standard sei und es nie gewesen sei. Die Lizenzbedingungen würden Open-Source-Implementierungen klar diskriminieren.

Der unabhängige Java-Experte Werner Keil kritisierte in erster Linie die spärlichen Neuerungen, die keinen großen Versionssprung rechtfertigten.

HP, Ericsson, Fujitsu, VMWare und Intel stimmten mit Ja, ohne weitere Kommentare abzugeben.

Eine offizielle Reaktion der Apache Software Foundation auf das Abstimmungsergebnis gibt es bislang nicht.


lcg 07. Dez 2010

Hat aber Recht. Letzten Endes haben seit Jahrzehnten Sprachen die gleichen Konzepte, sei...

Hilfesuchender 07. Dez 2010

Danke, für die Hilfe. Ich glaube so langsam versteh ich das Problem der ASF.

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