Unverstanden: Telekom und Web.de verteidigen De-Mail gegen Kritik

Unverstanden

Telekom und Web.de verteidigen De-Mail gegen Kritik

United Internet und die Telekom haben ihre De-Mail gegen Kritiken der Opposition verteidigt. Der Grünen-Internetexperte Konstantin von Notz habe sich nicht richtig mit der gesicherten Behördenmail auseinandergesetzt und deshalb einiges nicht verstanden.

Anzeige

United Internet und die Deutsche Telekom wollen die Kritiken der Grünen an der De-Mail nicht so stehen lassen. Diese seien nicht fundiert und kaum haltbar. Der netzpolitische Sprecher der Grünen, Konstantin von Notz, hatte beklagt, dass die De-Mail nach drei Tagen als rechtskräftig zugestellt gilt, nachdem sie den Server der Behörden verlassen habe. Der Empfänger müsse nun nachweisen, dass ein Schreiben nicht angekommen sei. Die Portierbarkeit von Mailadressen zwischen den verschiedenen privatwirtschaftlichen Anbietern sei ungeklärt und es fehle an einer zeitgemäßen, durchgehend starken Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Sein Fazit: Die De-Mail sei ein weiteres, halbgares Bruchstück einer konfusen Netzpolitik der Regierung, weder sicher noch bürgerorientiert oder zeitgemäß, ein lahmender digitaler Amtsschimmel. Stattdessen müsse ein staatliches E-Mail-Kommunikationsangebot auf freiwilliger Basis her.

1&1-Internet-Sprecher Michael d'Aguiar entgegnete Golem.de, er habe den Verdacht, dass von Notz sich wenig mit der De-Mail auseinandergesetzt habe und "einfach aus Oppositionssicht eine Pauschalablehnung definieren" wolle. Die genannten Argumente für die Ablehnung seien sonst "kaum haltbar".

Die De-Mail sei ein freiwilliges Angebot. "Selbst Inhaber einer De-Mail-Adresse müssen den Behörden erst eine sogenannte Zugangseröffnung erteilen, bevor diese über den De-Mail-Standard den jeweiligen Bürger anschreiben können", argumentierte d'Aguiar.

Schlicht nicht richtig verstanden habe von Notz die Zustellregeln, so der 1&1-Sprecher. Hier seien die gleichen Festlegungen wie für das papierene Einschreiben gültig. "Wer beispielsweise nachweislich krank oder im Urlaub war, kann die Zustellfrist entsprechend erweitern." Die technischen Richtlinien seien klar und transparent definiert. "Außerdem ist innerhalb des De-Mail-Standards jederzeit auch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung möglich", sagte d'Aguiar.

Auch Telekom-Sprecher Ralf Sauerzapf erklärte Golem.de, dass bei dem rechtsverbindlichen E-Mail-Dienst zwischen Komfort und Sicherheit abgewogen worden sei. "Die logische Sekunde, in der eine E-Mail auf einem Server in einem Hochsicherheitsrechenzentrum umgepackt wird, um sie dann weiter zu versenden, wurde deshalb in Kauf genommen." Dafür sei die De-Mail einfach zu nutzen. Das Öffnen und Neukuvertieren finde in einem vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifizierten hochsicheren Rechenzentrum statt. Wem das nicht reiche, der könne Ende-zu-Ende verschlüsseln. Damit meint Sauerzapf, auf Fileebene etwa mit Truecrypt verschlüsselte Daten an eine De-Mail als Attachment anzuhängen.

Das Sicherheitsunternehmen Secunet, das zusammen mit dem BSI die De-Mail konzeptioniert hatte, sieht die Bereitstellung einer webbasierten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung dagegen als Verpflichtung für die E-Mail-Provider Telekom und United Internet. Das ließe sich mit beim Nutzer installierten Clients oder mit einer HTTPS-Verbindung zum Provider realisieren.


gb 18. Nov 2010

oder wie? | "Wer beispielsweise nachweislich krank | oder im Urlaub war, kann die...

Alien42 12. Nov 2010

Wie wäre es mit Screenshot direkt speichern und verschicken?

hb 11. Nov 2010

Zum Glück funktioniert unser Rechtssystem anders, als du es gerne hättest. Aber das wird...

SirDodger 11. Nov 2010

[ ] du hast eine Ahnung, wie SMTP funktioniert? Sowas lässt sich wunderbar Scripten...

radlos 11. Nov 2010

In der Tat, und zwar weil immer von Verschlüsselung die Rede war. Naiv wie ich war, bin...

Kommentieren



Anzeige

  1. App-Entwickler für Sport- und Fitness-Geräte (m/w)
    Garmin Würzburg GmbH, Würzburg
  2. Inhouse Consultant SAP (m/w) Basis & Security
    Unitymedia GmbH, Köln
  3. Marketing Analytics Manager (m/w)
    Vogel Business Media GmbH & Co.KG, Würzburg
  4. Business Intelligence Consultant (m/w)
    BIVAL GmbH, Ingolstadt

 

Detailsuche


Top-Angebote
  1. TIPP: PS4-Spiele reduziert
    (u. a. GTA V 42,33€, Project CARS 43,79€, Tamriel Unlimited 43,79€, Alien: Isolation Ripley...
  2. TIPP: 4 Blu-rays für 30 EUR
    (u. a. Die Unfassbaren, Escape Plan, RED 2, Braveheart, Fast & Furious 6, Titanic)
  3. TIPP: Games-Downloads Angebote
    (u. a. Bioshock Infinite 7,49€, Xcom Enemy Unknown 4,99€, Boderlands 2 7,49€)

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Hello, Marit Hansen

    Bye-bye, Thilo Weichert

  2. Mojang

    Minecraft für Lehrer und Aus für Scrolls

  3. Internet

    Cisco kauft OpenDNS

  4. EU erlaubt Spezialdienste

    Wie tot ist die Netzneutralität wirklich?

  5. MX5

    Meizu stellt neues Smartphone mit Fingerabdruck-Scanner vor

  6. Finanzierungsrunde

    Uber macht mehr Verlust als Umsatz

  7. Batman Arkham Knight im Test

    Es ist kompliziert ...

  8. Wikileaks

    NSA spionierte offenbar Frankreichs Wirtschaft aus

  9. Spiele-Linux

    Valve zeigt Vorschau auf neue SteamOS-Version

  10. Microsoft

    Neue Preview von Windows 10 ändert einiges



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



E-Sport im Fußballstadion: Größer, professioneller - und weiter weg
E-Sport im Fußballstadion
Größer, professioneller - und weiter weg
  1. E-Sport Nächste ESL One Counter-Strike in Köln
  2. Dreamhack Leipzig E-Sport auf den Spuren der Games Convention
  3. E-Sport The International legt los

Adblocker Humancredit: Faire Werbung für gute Menschen
Adblocker Humancredit
Faire Werbung für gute Menschen
  1. Sourcepoint Ex-Google-Manager bietet Blocker gegen Adblocker
  2. Adblocker EU-Mobilfunkbetreiber wollen Google-Werbung blockieren
  3. In eigener Sache Golem.de erweitert sein Abo um eine Schnupper-Version

Linux Mint 17.2 im Test: Desktops ohne Schnickschack, aber mit Langzeitunterstützung
Linux Mint 17.2 im Test
Desktops ohne Schnickschack, aber mit Langzeitunterstützung
  1. Fedora 22 im Test Das Ende der Experimentierphase
  2. Linux Mint Cinnamon 2.6 verringert CPU-Last deutlich
  3. Linux-Distributionen im Test Rosa Desktop Fresh kooperiert mit aktueller Hardware

  1. Re: alter verbietet doch endlich die kommentare...

    jo-1 | 21:42

  2. Re: Was ein Scheiß!!! Funktioniert nicht mal...

    Vollpfosten | 21:39

  3. Re: Alternativen?

    Grizu | 21:35

  4. Re: Hey voll super und so

    elf | 21:33

  5. Re: Schade um Scrolls

    GreenD | 21:32


  1. 17:58

  2. 17:18

  3. 17:11

  4. 16:55

  5. 15:44

  6. 15:38

  7. 14:08

  8. 12:40


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel