Urheberrecht

Französischer ISP trickst Hadopi-Behörde aus

Vergangene Woche hat die französische Urheberrechtsbehörde Hadopi mit der Versendung von Warnbriefen an mutmaßliche Online-Urheberrechtsverletzer begonnen. Die Kunden des Internetproviders Free bleiben davon vorerst verschont, denn der ISP verschickt keine Warnbriefe.

Anzeige

"Achtung, Ihre Internetverbindung wurde dazu benutzt, Handlungen zu begehen, die gegen das Gesetz verstoßen könnten." So beginnen die Briefe, die in Frankreich seit einigen Tagen von der Hadopi (Haute Autorité pour la diffusion des oeuvres et la protection des droits sur l'Internet) an notorische Dateitauscher verschickt werden. Die Adressen der Empfänger wurden der Urheberrechtsbehörde auf Anfrage Mitte September von den jeweiligen Internetprovidern übermittelt.

Seit Inkrafttreten des so genannten Hadopi-Gesetzes sind die ISPs dazu verpflichtet, das Onlineverhalten ihrer Kunden zu überwachen. Mutmaßliche Urheberrechtsverletzer müssen die ISPs an die Hadopi-Behörde melden, die dann - so ist es zumindest im Gesetz vorgesehen - amtliche Warnbriefe "auf elektronischem Wege" über die ISPs an deren verdächtige Kunden verschickt.

Normalerweise erfolgt der Versand der Warnbriefe in Form von E-Mails. Der Internetprovider Free weigert sich allerdings, die Hadopi-E-Mails an seine Kunden weiterzuleiten, berichtet Torrentfreak. Free verweist zur Begründung auf den Gesetzestext. Dort stehe nicht ausdrücklich, dass es sich bei dem Warnbriefe in der Form nach um "E-Mails" handeln müsse. Da die Hadopi-Behörde nicht bereit war, mit Free eine schriftliche Vereinbarung über den Versand von E-Mails zu unterzeichnen, leitet der ISP die Warnschreiben nicht weiter.

Für den Fall, dass ISPs den Versand verweigern, hat die Hadopi-Behörde keine Zwangsmittel in der Hand. Bußgelder kann sie lediglich dann verhängen, wenn ein ISP sich weigert, ihr die geforderten E-Mail-Adressen zu übergeben. Diese Gesetzeslücke macht sich Free nun zu Nutze, um seine Kunden zumindest vorerst vor Hadopi abzuschirmen. Und solange die Behörde den mutmaßlichen Urheberrechtsverletzern nicht, wie im Gesetz gefordert, die richtige Anzahl an Warnbriefen zusenden konnte, kann sie auch keine weitergehenden Maßnahmen ergreifen. Die Dateitauscher unter den Free-Kunden bleiben also fürs erste von Internetsperren verschont.

Konkurrierenden Internetprovidern gefällt das Verhalten von Free nicht. In ihren Augen verschafft sich der ISP auf unzulässige Weise einen Wettbewerbsvorteil. Der französische Kulturminister Frédéric Mitterrand hat bereits angekündigt, mit einer Verordnung gegen unkooperative ISPs vorgehen zu wollen. [von Robert A. Gehring]


Edgar_Wibeau 10. Okt 2010

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Rechtssichere-Buerger-E-Post-De-Mail...

Youssarian 10. Okt 2010

Die analogen Aufnahmen waren schlechter als das Original und die Kopie von der Kopie war...

Poppe Golle 10. Okt 2010

Du fällst auf seine Selbstdarstellung in den Medien rein. Machst Du ja doch nicht. ;)

morecomp 10. Okt 2010

Demolition Man - Er weiß nicht wofür die drei Muscheln sind...

Kommentieren




Anzeige

  1. IT Support Specialist (m/w) - Applikationsbetreuung
    Real Garant über Baden Executive Search Personalberatung GmbH, Neuhausen auf den Fildern
  2. Softwareentwickler (m/w) Java EE
    D.O.M. Datenverarbeitung GmbH, Nürnberg, Ingolstadt
  3. Quality Assurance Engineer / Rollout and System Integration (m/w)
    PAYBACK GmbH, München
  4. Business Analyst / Projekt Manager (m/w)
    Parts Europe GmbH, Wasserliesch bei Trier

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Vic Gundotra

    Chef von Google Plus verlässt das Unternehmen

  2. Quartalsbericht

    Amazon weiter mit hohem Umsatz und etwas Gewinn

  3. Quartalsbericht

    Microsofts Gewinn und Umsatz fallen

  4. Element

    Schenkers Windows-Tablet ab 350 Euro - aber ohne Tastatur

  5. Epic Games

    Unreal Engine 4.1 mit Zugriff auf Konsolen-Quellcode

  6. Heartbleed-Bug

    Techfirmen zahlen Millionen für Open-Source-Sicherheit

  7. Sofortlieferung

    Base liefert Smartphone noch am gleichen Tag

  8. Leica T

    Teure Systemkamera mit Touchscreen

  9. The Elder Scrolls Online

    Inhaltserweiterung und Goldfarmer

  10. Sensabubble

    Display aus duftenden Seifenblasen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Energieversorgung: Forscher übertragen Strom drahtlos über 5 Meter
Energieversorgung
Forscher übertragen Strom drahtlos über 5 Meter

Südkoreanische Wissenschaftler haben einen Fernseher aus 5 Metern Entfernung ohne Kabel mit Strom versorgt. Sie träumen von öffentlichen Bereichen, in denen Nutzer ihre Geräte drahtlos laden können - vergleichbar mit heutigen öffentlichen WLANs.

  1. Genetik Forscher wollen Gesicht aus Genen rekonstruieren
  2. Leslie Lamport Turing-Award für LaTeX-Erfinder
  3. Bionik Pimp my Plant

LG LED Bulb ausprobiert: LED-Leuchtmittel als Ersatz für 100- und 150-Watt-Glühlampen
LG LED Bulb ausprobiert
LED-Leuchtmittel als Ersatz für 100- und 150-Watt-Glühlampen

Light + Building Zur vergangenen Lichtmesse in Frankfurt hat LG zwei LED-Lampen angekündigt, die vor allem Philips Konkurrenz machen werden. Mit 20 und 33 Watt zieht LG mit Philips gleich beziehungsweise überholt die Niederländer sogar. Wir konnten uns das 20-Watt-Exemplar bereits anschauen.

  1. Rückruf durch ESTI Schweizer Starkstrominspektorat warnt vor Billig-LED-Lampen
  2. Power over Ethernet Philips will Lichtsysteme mit Netzwerkkabeln versorgen
  3. Intelligentes Licht von Osram Lightify als Hue-Konkurrent

Test The Elder Scrolls Online: Skyrim meets Standard-MMORPG
Test The Elder Scrolls Online
Skyrim meets Standard-MMORPG

Es ist so groß wie mehrere Rollenspiele zusammen und bietet auch Soloabenteurern Unterhaltung für Wochen und Monate. Vieles in The Elder Scrolls Online erinnert an Skyrim - und leider noch mehr an das altbekannte Strickmuster gängiger MMORPGs.

  1. The Elder Scrolls Online Zenimax deaktiviert umstrittene Bezahlmethoden
  2. Abopflicht Verbraucherschützer mahnen The Elder Scrolls Online ab
  3. Zenimax Online The Elder Scrolls Online ohne Server-Schlangen gestartet

    •  / 
    Zum Artikel