Anzeige

Open Data

Daten allein sind nichts wert

Wenn Regierungen bereit sind, Informationen mit Bürgern zu teilen, kann es das Leben aller verbessern. Beim Personal Democracy Forum in Barcelona ist zu sehen, was mit offenen Daten alles möglich ist.

Anzeige

"Technologien haben die Geschichte verändert, aber noch mehr als diese taten es Informationen." Diesen Satz sagte Alec Ross am Montag auf dem Personal Democracy Forum (PDF) in Barcelona. Ross ist Berater im US-amerikanischen Außenministerium. Sein Vortrag leitete die Konferenz ein, deren Kern die Frage ist, wie Technik die Gesellschaft beeinflusst und wie man sich die Zukunft der Demokratie vorstellen kann.

Ross' Satz über Informationen passte deswegen so gut, weil er die Meinung der meisten Teilnehmer wiedergab. Denn praktisch alle Vorträge und Gesprächsrunden der PDF Europe beschäftigten sich in diesem Jahr mit der Macht von Informationen, genauer dem Phänomen Open Data. Das meint nicht nur offene, daher jedermann zugängliche Daten. Sondern es meint in der Konsequenz transparente Regierungen, an Entscheidungen beteiligte Bürger und eine bislang unübliche Form direkter Demokratie.

Seit einigen Jahren sickern diese offenen Daten in unseren Alltag ein, von der breiten Öffentlichkeit zum großen Teil unbemerkt. Portale wie das gerade in Deutschland gestartete Offener Haushalt sorgen nicht unbedingt für Schlagzeilen und selbst so riesige Projekte wie Open Street Map vermögen kaum Begeisterung zu entfachen. Trotzdem verändern sie unsere Gesellschaft, denn mit ihnen ändert sich schrittweise unsere Erwartung, was Regierungen zu leisten haben.

Gesetze abschreiben

Ein Beispiel. In einem Vortrag erzählte der Norweger Hakon Wium Lie, der so etwas wie der Erfinder der sogenannten Cascading Style Sheets (CSS) und damit einer der Begründer moderner Websites ist, eine Anekdote aus der Frühzeit des Internets. Heute ist Lie Technikchef des Browsers Opera, damals, 1994, war er Wissenschaftler am Teilchenforschungszentrum Cern. Dort verbrachte er nach eigener Aussage viel Zeit damit, die norwegischen Gesetze ins Internet zu tippen, da er nicht einsehen wollte, dass die norwegische Regierung diese zwar online stellte, fürs Abrufen jedoch eine Gebühr erhob.

Lie also schrieb die norwegischen Gesetze ab, als sein damaliger Chef, der Erfinder des World Wide Web, Tim Berners-Lee, ihm über die Schulter sah. Lie fürchtete, er werde ihn für seine Nebentätigkeit zum Teufel jagen, doch Berners-Lee soll nur gesagt haben, "du wirst mehr Speicherplatz brauchen".

Heute betrachten wir es als selbstverständlich, dass Gesetze und andere Informationen im Internet zu finden sind und der Staat dafür keine Gebühren nimmt. Doch ganz so weit ist die Entwicklung nicht gediehen. Innenminister Thomas de Maizière beispielsweise sagte vor kurzem erst, er finde es durchaus gerechtfertigt, wenn der Staat Geodaten verkaufe, die er mit seinen eigenen Mitteln erzeugt habe. Der Meinung, diese Daten gehörten der Öffentlichkeit, die mit ihren Steuergeldern dafür bezahlt habe, könne er nicht folgen.

Was gehört der Öffentlichkeit? 

eye home zur Startseite
Azz 08. Okt 2010

Ganz meine Meinung! Liegt aber imho zum Großteil daran, dass viele Menschen garnicht...

ripple 06. Okt 2010

Es fängt ja schon damit an, dass die Regierung nicht in der Lage ist eine Onlineplattform...

ripple 06. Okt 2010

AnotherGuy hat recht. Außerdem ist Golem (meiner Meinung nach) so etwas wie die Bild für...

Dany In Vitro 05. Okt 2010

Sie sind erstmal nur Träger dieser und IMHO muss das auch betont und verstanden werden...

Kommentieren



Anzeige

  1. IT Application Specialist Microsoft SharePoint (m/w)
    SCHOTT AG, Mainz
  2. Flash-Ingenieur / ICT-Ingenieur (m/w)
    Preh GmbH, Bad Neustadt (Saale)
  3. Solution Architect (m/w) Business Solutions Group Functions
    IKEA IT Germany GmbH, Wiesbaden (Wallau)
  4. Anwendungsentwickler (m/w) i.s.h.med / COPRA6
    Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz

Detailsuche



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. Steelbooks zum Aktionspreis
    (u. a. Game of Thrones Staffeln 1 u. 2 mit Magnetsiegeln für je 21,97€)
  2. VORBESTELLBAR: X-Men Apocalypse [Blu-ray]
    19,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  3. TIPP: Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere [3D Blu-ray]
    9,99€

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Internetwirtschaft

    Das ist so was von 2006

  2. NVM Express und U.2

    Supermicro gibt SATA- und SAS-SSDs bald auf

  3. 100 MBit/s

    Telekom bringt 10.000 Haushalten in Großstadt Vectoring

  4. Zum Weltnichtrauchertag

    BSI warnt vor Malware in E-Zigaretten

  5. Analoges Radio

    UKW-Sendeanlage bei laufendem Betrieb umgezogen

  6. Kernel

    Linux 4.7-rc1 unterstützt AMDs Polaris

  7. Fehler in Blogsystem

    200.000 Zugangsdaten von SZ-Magazin kopiert

  8. Aufräumen von Prozessen beim Logout

    Systemd-Neuerung sorgt für Nutzerkontroversen

  9. Overwatch im Test

    Superhelden ohne Sammelsucht

  10. Mobilfunk

    Wirtschaftssenatorin will 5G-Testbed in Berlin durchsetzen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
GPD XD im Test: Zwischen Nintendo 3DS und PS Vita ist noch Platz
GPD XD im Test
Zwischen Nintendo 3DS und PS Vita ist noch Platz
  1. Gran Turismo Sport Ein Bündnis mit der Realität
  2. Xbox Scorpio Schneller als Playstation Neo und mit Rift-Unterstützung
  3. AMD Drei Konsolen-Chips für 2017 angekündigt

Xperia X im Hands on: Sonys vorgetäuschte Oberklasse
Xperia X im Hands on
Sonys vorgetäuschte Oberklasse
  1. Die Woche im Video Die Schoko-Burger-Woche bei Golem.de - mmhhhh!
  2. Android 6.0 Ein großer Haufen Marshmallow für Samsung und Co.
  3. Google Android N erscheint auch für Nicht-Nexus-Smartphones

Oracle vs. Google: Wie man Geschworene am besten verwirrt
Oracle vs. Google
Wie man Geschworene am besten verwirrt
  1. Oracle-Anwältin nach Niederlage "Google hat die GPL getötet"
  2. Java-Rechtsstreit Oracle verliert gegen Google
  3. Oracle vs. Google Wie viel Fair Use steckt in 11.000 Codezeilen?

  1. Re: screen

    brainslayer | 21:55

  2. großer scheißhaufen

    brainslayer | 21:52

  3. Re: 130km/h auf allen Autobahnen würde viele...

    Gerhardt_Kxx82 | 21:52

  4. Re: Also sind alle in Gebieten die nicht ausbauen...

    Ovaron | 21:52

  5. Re: Hoffentlich schadet es dieser Hetzzeitung

    Muhaha | 21:48


  1. 18:53

  2. 18:47

  3. 18:38

  4. 17:41

  5. 16:36

  6. 16:29

  7. 15:57

  8. 15:15


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel