EU-Kommission

Wie sich Europa gegen Cyberangriffe wappnen will

Die EU-Kommission will effektiver gegen Cyberkriminalität vorgehen. Dazu will sie eine Richtlinie vorschlagen, wie bei Angriffen gegen Informationssysteme vorgegangen werden soll. Und sie will den Auftrag der Europäischen Agentur für Netz- und Informationssicherheit erweitern.

Anzeige

Europa muss sich besser vor "Cyber-Großangriffen" schützen, meint die EU-Kommission. Es müssten Maßnahmen ergriffen werden, um Angriffe auf wichtige Informationssysteme abzuwehren. Zu diesem Zweck plant die EU-Kommission eine Richtlinie, mit der die Verursacher von Cyberangriffen und die Hersteller "damit in Verbindung stehender Software und Schadsoftware" strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden können.

Verpflichtung zur Hilfe

Diese Richtlinie soll die Mitgliedsstaaten dazu verpflichten, bei Angriffen auf kritische IT-Systeme schnell auf Hilfsanfragen aus anderen Mitgliedsländern zu reagieren. Im Fokus der EU-Kommission stehen Botnetze, mit denen sich konzertierte Angriffe auf die Informationsinfrastruktur eines Landes durchführen lassen.

Dazu sagte EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström: "Das Verbrechen geht neue Wege. Mit Hilfe von Schadsoftware ist es möglich, die Kontrolle über eine große Zahl von Computern zu gewinnen und Kreditkartennummern zu stehlen, sensible Informationen ausfindig zu machen und Großangriffe zu starten. Es ist an der Zeit, unsere Bemühungen gegen die häufig auch vom organisierten Verbrechen genutzte Cyberkriminalität zu verstärken. Die Vorschläge, die wir heute vorlegen, sind ein wichtiger Schritt, weil wir damit die Erstellung und den Verkauf von Schadsoftware unter Strafe stellen und die europäische polizeiliche Zusammenarbeit verbessern."

Sicherheitsagentur stärken

Als zweite Maßnahme zur Bekämpfung der Cyberkriminalität legte die EU-Kommission einen Vorschlag für eine Verordnung vor, mit der die Rolle der Europäischen Agentur für Netz- und Informationssicherheit (ENISA) gestärkt werden soll. Mit der Verordnung soll zum einen der bisherige Auftrag der ENISA vorläufig um 18 Monate verlängert werden. Das aktuelle Mandat der ENISA würde ohne Verlängerung im März des kommenden Jahres auslaufen. Die EU-Kommission strebt allerdings eine Verlängerung des Mandats bis 2017 an. Mit der vorgesehenen 18-Monate-Übergangsfrist will die Kommission dem EU-Parlament die Zustimmung zu ihrem Vorschlag erleichtern.

Zum anderen soll der Auftrag der ENISA breiter definiert werden als bisher. Damit will die EU-Kommission auf die Ergebnisse einer Evaluation der Agentur im Jahr 2007 sowie einen Beschluss des Rates vom Dezember 2009 über die Notwendigkeit eines kooperativen Ansatzes zur Verbesserung der Netzwerk- und Informationssicherheit reagieren. Um den neuen Aufgaben gerecht werden zu können, soll die ENISA finanziell und personell besser ausgestattet werden.

Online wohlfühlen

Die Kommissarin für die digitale Agenda, Neelie Kroes, erklärte dazu: "Nur wenn die Bürger sich online wohl und sicher fühlen, werden sich auch alle Europäer im digitalen Raum bewegen. Onlinebedrohungen kennen keine Grenzen. Durch die Modernisierung der Europäischen Agentur für Netz- und Informationssicherheit wird neuer Sachverstand entstehen und der Austausch bewährter Praktiken innerhalb Europas gefördert. Unsere EU-Organe und Regierungen müssen sehr eng zusammenarbeiten, damit wir die Art und das Ausmaß der neuen Onlinebedrohungen verstehen lernen. Die ENISA muss uns mit Rat und Unterstützung dabei zur Seite stehen, effiziente Abwehrmechanismen zu entwerfen, um unsere Bürger und Unternehmen online zu schützen." [von Robert A. Gehring]


ucigx zocphcphcphv 01. Okt 2010

. Up . Schon traurig, das es keine phishing-blacklister incl. Statistik ( hoster...

sskora 30. Sep 2010

... Ich finds immer wieder interessant: Eine kleine Randgruppe der Bevölkerung, welche...

void 30. Sep 2010

... in einem Cyberkrieg stecken sollte wäre es gut Sie würde sich gleich ergeben. Nachdem...

dupdup 30. Sep 2010

Einfach mal von Edd Gould "Spares" die Massakerszene mit den Klonen in der Wohnung sehen...

LockerBleiben 30. Sep 2010

Sorry, aber Frau Malmström war bislang weder seriös, noch ehrlich in der Vertretung ihrer...

Kommentieren




Anzeige
  1. Software-Entwickler/in (Java oder PHP)
    iVentureCapital.com GmbH, Hamburg
  2. Administrator Datenbanksysteme (m/w)
    DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg - Hessen gemeinnützige GmbH, Baden-Baden
  3. Java Developer (m/w)
    RWE Supply & Trading GmbH, Essen
  4. IT Ingenieur/-in Fachgebiet Desktop Basic
    ZF Friedrichshafen AG, Friedrichshafen

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Meistgelesen
  1. Samsung Galaxy S3

    Siri braucht sich nicht zu fürchten

  2. Schmerzlos

    MIT-Forscher entwickeln Injektor mit Lorentzkraft-Antrieb

  3. CSU-Vizechefin

    Aussagen zur Internetsucht sind absurd

  4. iOS

    Untethered Jailbreak für iOS 5.1.1 erschienen

  5. USB-Sticks und Speicherkarten

    Hersteller wehren sich gegen neue "Mondtarife"


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 385 | letzter Beitrag 10:32 Uhr

  2. Kommentare: 221 | letzter Beitrag 09:51 Uhr

  3. Kommentare: 215 | letzter Beitrag 25.05. 11:40

  4. Kommentare: 130 | letzter Beitrag 10:53 Uhr

  5. Kommentare: 94 | letzter Beitrag 25.05. 12:13

Mehr


  1. iOS

    Untethered Jailbreak für iOS 5.1.1 erschienen

  2. CSU-Vizechefin

    Aussagen zur Internetsucht sind absurd

  3. Schmerzlos

    MIT-Forscher entwickeln Injektor mit Lorentzkraft-Antrieb

  4. Sony

    Music Unlimited nun auch fürs iPhone

  5. Samsung Galaxy S3

    Siri braucht sich nicht zu fürchten

  6. Gewerkschaft

    Entlassungen werden bei HP-Deutschland voll durchschlagen

  7. Tex Murphy

    Privatermittler sucht Privatinvestoren

  8. Studie

    Fast jeder zweite Nutzer hört legal Musik im Netz

  9. Funcom

    The Secret World mit neuen Plänen bis zum Start

  10. Play Store

    Google startet Bezahlabos in Android-Anwendungen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Samsung XE300: Google Chromebox versehentlich ausgeliefert
Samsung XE300
Google Chromebox versehentlich ausgeliefert

Weitgehend unbemerkt hat der US-Händler Tigerdirect die ersten Chromebox-Systeme von Google ausgeliefert. Für 330 US-Dollar bekommt der Nutzer recht gute Hardware in Nettop-Form, die sehr viel leistungsfähiger ist als die des Chromebook mit ChromeOS.

  1. Googles Aura Chromium OS mit klassischem Desktop

Lollipop Chainsaw angespielt: Blond und brutal
Lollipop Chainsaw angespielt
Blond und brutal

Der japanische Spieldesigner Goichi Suda - Fans sagen schlicht "Suda 51" - ist für schräge Actionspiele bekannt. Sein nächstes Werk schickt ein scheinbar braves Schulmädchen in den Kampf gegen Zombies.

  1. Spielepublisher in Not dtp Entertainment meldet Insolvenz an
  2. US-Umsätze im März 2012 Spielemarkt schrumpft weiter
  3. Starlight Inception Lucas-Arts-Veteran kämpft für das Weltraum-Action-Genre

Owncloud Inc.: "Wir sind kein Serviceprovider"
Owncloud Inc.
"Wir sind kein Serviceprovider"

Das Unternehmen Owncloud entwickele nur Software und biete Support für Kunden, sagte Technikchef Frank Karlitschek auf dem Linuxtag 2012. Darüber hinaus verriet er einige technische Details zu Owncloud 4 und kommenden Entwicklungen.

  1. Persönlicher Onlinespeicher Owncloud 4.0 verschlüsselt Daten auf dem Server
  2. Persönlicher Onlinespeicher Owncloud erhält Android-Applikation
  3. Persönlicher Onlinespeicher Owncloud 2012 auch mit kostenpflichtigem Support

Zum Artikel