Kryptographie

Obama startet einen neuen Kryptokrieg

Verschlüsselung macht Staaten Angst. Die US-Regierung will ein Gesetz, um jeden Code aushebeln und jeden Chat lesen zu können. Und riskiert so die Sicherheit des Netzes.

Anzeige

Die amerikanische Regierung will sich per Gesetz die Möglichkeit sichern lassen, auch verschlüsselte Kommunikation mitlesen zu können. Das berichtete die New York Times (NYT) am Montag. Die Regierung von Präsident Barack Obama bricht damit eine Art Stillhalteabkommen und lässt den seit Jahren ruhenden Cryptowar wieder heiß werden.

Kryptographie beschäftigt sich mit der Verschlüsselung von Informationen. Seit den siebziger Jahren versucht unter anderem die amerikanische Regierung, hier auf Forschung und Entwicklung Einfluss zu nehmen. Sie will verhindern, dass Schlüssel entwickelt werden, die ihre Sicherheitsdienste aussperren.

In den USA und in Großbritannien gab es bereits mehrere Versuche, Hersteller von Verschlüsselungsprogrammen per Gesetz zu zwingen, Hintertüren einzubauen oder die Schlüssel beim Staat zu hinterlegen. So lief gegen den Erfinder der Mailverschlüsselungssoftware Pretty Good Privacy (PGP), Phil Zimmermann, ein jahrelanges Ermittlungsverfahren. Ihm wurde vorgeworfen, gegen Exportbestimmungen zu verstoßen. Denn die Regierung betrachtet sichere Codes als Waffen.

Industrie und Bürgerrechtsgruppen wehrten sich dagegen. Sie berufen sich auf ihr Recht auf Sicherheit, auch auf Sicherheit vor dem Staat. Sie argumentierten dabei erfolgreich mit dem Grundrecht auf freie Rede. Im Jahr 2005 lief in Großbritannien ein entsprechendes Gesetz aus, ohne dass die Pflicht zur Hinterlegung von Sicherheitsschlüsseln erneut festgeschrieben wurde. Damals feierten sich die Gegner mit dem Satz: "The 'crypto wars' are finally over - and we've won!" Von "endgültig" kann offensichtlich keine Rede sein.

Wer wie Skype oder der Blackberryhersteller RIM verschlüsselte Kommunikation anbietet, soll künftig gezwungen werden können, den amerikanischen Geheimdiensten eine Möglichkeit zum Abhören offenzuhalten. Wie das FBI der NYT bestätigte, arbeiten Weißes Haus, Justizministerium und Geheimdienste zumindest an einem entsprechenden Gesetz. Es soll im kommenden Jahr in den Kongress eingebracht werden.

Explizit gewünscht sind drei Funktionen: Anbieter, die verschlüsselte Kommunikation möglich machen, müssen einen Weg installieren, diese auch zu entschlüsseln; Firmen aus anderen Ländern müssen ein Büro in den USA unterhalten, um Abhöranfragen zu bearbeiten; Entwickler von Peer-to-Peer-Programmen müssen Überwachungsmöglichkeiten einbauen. Wie das technisch umgesetzt wird, bleibt den Anbietern überlassen. So will man verhindern, dass die gesetzlichen Standards in kurzer Zeit technisch überholt sind.

"Wir sprechen hier von gesetzlich erlaubten Abhöraktionen", zitierte die Zeitung Valerie Caproni, die Leiterin der FBI-Rechtsabteilung. "Wir reden nicht darüber, Befugnisse auszudehnen. Wir reden lediglich davon, uns die Fähigkeit zu erhalten, unsere bestehenden Zugriffsrechte durchzusetzen, um die öffentliche und die nationale Sicherheit zu schützen."

Zentrale Schnittstellen sind zentrale Einfallstore 

Terrorist 30. Sep 2010

Wieso sollte ein Terrornetzwerk nicht über die Mittel verfügen einen Mathematiker...

AC 30. Sep 2010

Eine Verschlüsselung welche durch einen Backdoor behafteten Algorithmus erstellt wurde...

robinx 30. Sep 2010

/dev/mapper hat man wenn man lvm oder dm-crypt benutzt ;) damit hat man ja ne verschlü...

Der Kaiser! 30. Sep 2010

Mag sein das da ein Argument war, aber würdest du darauf eingehen, wenn man dir vorher...

Kommentieren




Anzeige
  1. Senior Java Entwickler für Wartung und Support (m/w)
    NEO Business Partners GmbH, Hannover
  2. Multimedia Designer (m/w)
    MED-EL Medical Electronics, Innsbruck (Austria)
  3. Digital-Entwickler (m/w) für schnelle Digitalschaltungen für Mobilfunkmeßplätze
    ROHDE & SCHWARZ GmbH & Co. KG, München
  4. Softwareentwickler (m/w) Service VB, VB.NET, ASP.NET
    Klinkhammer Förderanlagen GmbH, Nürnberg

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Intel MIC

    Xeon Phi in neuen und kompakten Formen

  2. Ex-US-Vizepräsident

    Cheney verdächtigt Edward Snowden der Spionage für China

  3. Systemtool

    CPU-Z für Android zeigt Takt und Systemdaten

  4. Opt-out-Zwang

    Großbritannien führt ab 2014 Pornofilter für alle ein

  5. Gearbox vs 3D Realms

    Millionenstreit um Duke Nukem Forever

  6. ISC 2013

    Telekom und Alcatel-Lucent zeigen 400 GBit/s

  7. Eco

    EU streicht Gelder für Bekämpfung von Kinderpornografie

  8. Watch Dogs

    Der Sysadmin-Alptraum

  9. Formfaktor M.2

    PCIe-SSD von Samsung für Ultrabooks mit 1,4 GByte/s

  10. Xbox One

    340.000 Asteroiden aus der Cloud



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
The Witcher 3: Riesen-Rollenspiel für Profis
The Witcher 3
Riesen-Rollenspiel für Profis

E3 2013 Eine Handlung mit Tiefgang, taktische Kämpfe, eine offene Fantasywelt, imposante Grafik mit spektakulären Wettereffekten: Mit The Witcher 3 will CD Projekt Red die Messlatte für Rollenspiele deutlich höher legen. Golem.de hat sich eine aktuelle Version angesehen.

  1. Firmendokument CD Projekt plant langfristig mit Witcher & Co

Teardown: Google Glass, zerlegt
Teardown
Google Glass, zerlegt

Scott Torborg und Star Simpson haben die Datenbrille von Google gekauft und dann zerlegt. Ihr Fazit: Google Glass ist überraschend einfach aufgebaut.

  1. Softwareupdate Kamera in Google Glass deutlich verbessert
  2. Datenschutz Gesichtserkennung mit Google Glass verboten
  3. Datenbrillen Jeder Fünfte in Deutschland würde Google Glass nutzen

Elektromobilität: Bosch bietet drahtloses Ladesystem für Elektroautos
Elektromobilität
Bosch bietet drahtloses Ladesystem für Elektroautos

Ein drahtloses System soll das Laden von Elektroautos bequemer machen: Der Fahrer stellt das Auto einfach über einer Station auf dem Boden ab und der Strom wird per Induktion in den Akku übertragen.

  1. Elektroauto Aus Twizy wird ein Rennbolide
  2. Colibri Elektroeinsitzer mit ungewöhnlicher Sitztechnik
  3. Elektromobilität Fisker entlässt Großteil der Belegschaft

Zum Artikel