Überwachungsprogramm

Piratenpartei veröffentlicht Indect-Dokumente

Die Piratenpartei hat auf ihrem Server zwei Dokumente aus dem von der EU geförderten Indect-Forschungsprogramm veröffentlicht. Daraus geht im Detail hervor, welche Überwachungstechnologien im Rahmen von Indect entwickelt werden sollen.

Anzeige

Die europäischen Polizeibehörden würden gerne beobachten können, was genau die EU-Bürger so treiben - online und offline. Mit Hilfe einer kontinuierlichen Überwachung sollte es möglich werden, kriminelles Verhalten automatisch zu erkennen. Um die dafür benötigten Technologien zu entwickeln und zu testen, wurde Anfang des vergangenen Jahres auf Initiative der polnischen Plattform für Heimatschutz das Programm Indect ins Leben gerufen. Das Programm wird aus dem siebten Rahmenprogramm der EU finanziert.

Sicherheit durch Überwachung

Indect steht für Intelligent Information System Supporting Observation, Searching and Detection for Security of Citizens in Urban Environment, übersetzt: Intelligentes Informationssystem zur Unterstützung der Beobachtung, Suche und Erkennung für die Sicherheit von Bürgern in der urbanen Umgebung. Auf der Website des Projekts wird betont: "Indect ist ein Forschungsprogramm. Die Liste der Ziele umfasst keinerlei globale Überwachung irgendeiner Gesellschaft."

Was tatsächlich im Rahmen von Indect entwickelt wird, geht aus Dokumenten hervor, die jetzt von der Piratenpartei veröffentlicht worden sind. Die beiden Dokumente mit den Titeln "D1.1 Report on the collection and analysis of user requirements" und "Evaluation of Components, D9.4 WP9" enthalten detaillierte Beschreibungen der vorgesehenen Funktionen eines universellen Überwachungssystems. Darunter finden sich beispielsweise die Verarbeitung von Ton- und Bildaufnahmen aus Videoüberwachungskameras und die Überwachung von Websites mit Hilfe von "Sprachverarbeitung und Text-Mining".

Agenten im Netz

Dabei wird ein glober Überwachungsansatz verfolgt. Im Evaluationsdokument wird ausdrücklich betont, dass eine Überwachung ausschließlich "verdächtiger" Websites nicht ausreichend sei, da "Websites ihre Identität ändern und neue Websites ins Bild kommen." Folglich müsse ein System entwickelt werden, das das "Netz durchforstet", um "automatisch Websites zu finden, die möglicherweise kriminelle Verwendung finden".

Softwareagenten sollen die Aufgabe übernehmen, "automatisch und kontinuierlich öffentliche Ressourcen wie Websites, Diskussionsforen, Usenet-Gruppen, Fileserver, P2P-Netzwerke und individuelle Computersysteme zu überwachen". Dabei sollen "Inhalt und Verkehrsdaten" erfasst werden. Aus den gesammelten Daten sollen dann durch "Beziehungsmining" die Verhältnisse von Personen untereinander ermittelt und grafisch dargestellt werden.

Überwachungsdrohnen in der Luft

"Mobile Objekte" wie "Individuen, Fahrzeuge und Objekte" sollen unter anderem durch den Einsatz von unbemannten Fluggeräten (Unmanned Aerial Vehicles, kurz UAVs) praktisch in Echtzeit überwacht werden. Die erfassten Bewegungsdaten sollen dann für Offiziere im Außendienst auf "digitalen Vektorkarten" dargestellt werden, um "den Aufenthaltsort von bewegten Nutzern vorherzusagen und die Kontrolle von Überwachungsmaßnahmen zu unterstützen."

Der Polizei zur Hand

Alle gesammelten Erkenntnisse sollen den Polizeibehörden über ein zentrales Portal zur Verfügung gestellt werden. Die im System über Kriminelle gespeicherten Informationen könnten in Strafverfahren als "Beweismaterial [...] vor Gericht nützlich sein", heißt es in der Beschreibung von "Zielsetzung 4.2: Erfassung von Verhaltensprofilen bekannter Krimineller".

Am Indect-Programm arbeiten Hochschulen und Unternehmen aus verschiedenen EU-Staaten sowie die nordirische Polizeibehörde mit. Aus Deutschland sind beteiligt: die Innotec Data GmbH & Co. KG, die Firma PSI und die Universität Wuppertal. [von Robert A. Gehring]


Trollexorzist 14. Sep 2010

Erzähl mal.

mattes X 14. Sep 2010

Nun, es braucht keine schwarz bekleideten und behelmten Schieß- und Prügelwütigen, um...

mattes X 14. Sep 2010

Vielleicht bin ich auch Deiner Argumentationslinie nicht vollkommen korrekt gefolgt...

Leviathan 13. Sep 2010

Bei diesen fliegenden Drohnen muss ich irgendwie an Matrix denken... die "Wächter" die da...

iiiiiiiiii 13. Sep 2010

Ordne mal deine Gedanken und schreibs dann nochmal auf. Das kann ja so keiner...

Kommentieren


Me, My Brain & My Reality / 11. Sep 2010

Indect - harter Tobak



Anzeige
  1. Teamleiter Entwicklung / Applikation (m/w)
    über Steinbach & Partner Executive Consultants, Süddeutschland
  2. Mitarbeiter (m/w) Technischer Support
    über BüchnerPolzin Management- und Personalberatung, Großraum Stuttgart
  3. Technical Consultant Mobile Anwendungen (m/w)
    BayWa AG, München
  4. Wissenschaftliche/r Mitarbeiterin / Mitarbeiter
    Universität Passau, Passau

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Meistgelesen
  1. Gema-Vermerk

    Youtube sperrt irrtümlich Acta-Video von Bruno Kramm

  2. Tablet-Nachfolger

    iPad-3-Teile aufgetaucht

  3. IBM-Mainframe

    Nasa schaltet letzten Großrechner ab

  4. Linux-Handbuch

    Umfassendes Nachschlagewerk als Openbook erhältlich

  5. Spielebranche

    Diskussion über "stinkende Gamer"


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 270 | letzter Beitrag 13.02. 23:28

  2. Kommentare: 191 | letzter Beitrag 10:27 Uhr

  3. Kommentare: 179 | letzter Beitrag 10:56 Uhr

  4. Kommentare: 116 | letzter Beitrag 13.02. 18:47

  5. Kommentare: 96 | letzter Beitrag 13.02. 16:40

Mehr


  1. Apple

    Apple-Aktie erreicht neuen Höchststand

  2. SSL

    Twitter macht HTTPS zum Standard

  3. Tim Schafer

    40.000 US-Dollar für einen Konsolenpatch

  4. ProLiant Gen8

    HP macht Server unabhängig

  5. Eye-Tracking

    Bewegungsabhängige Bildschirmoberfläche von Apple

  6. Linux-Handbuch

    Umfassendes Nachschlagewerk als Openbook erhältlich

  7. Samsung

    Fernseher mit Gesichtserkennung für Zuschauer

  8. Tablet-Nachfolger

    iPad-3-Teile aufgetaucht

  9. Jugendschutz

    Filtersoftware von Jusprog und Telekom staatlich anerkannt

  10. Gema-Vermerk

    Youtube sperrt irrtümlich Acta-Video von Bruno Kramm



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Gerüchte: Apple will alle Notebooks dünner machen
Gerüchte
Apple will alle Notebooks dünner machen

Apple soll einem Bericht zufolge seine gesamte Notebookpalette dem Macbook Air anpassen. Dazu müssten die relativ dicken Modelle der Macbook-Pro-Serie vollständig überarbeitet werden und Anwender auch von liebgewonnenen Eigenschaften Abschied nehmen.

  1. Apple-Patentantrag Macbooks mit Brennstoffzellen
  2. Landingzone Dockingstation für das Macbook Air

Test X-Plane 10: Flugsimulator mit Openstreetmap und vielen Rechnern
Test X-Plane 10
Flugsimulator mit Openstreetmap und vielen Rechnern

Ernsthafte Flugsimulationen gibt es kaum noch. Eine der letzten verbliebenen ist X-Plane 10 für Windows, Mac OS X und Linux. Golem.de hat sich ins virtuelle Cockpit gesetzt und den Flugsimulator mit mehreren Rechnern und iPads als Instrumente gespielt.


Fair Labor Association: Apple lässt Foxconn überprüfen
Fair Labor Association
Apple lässt Foxconn überprüfen

Apple reagiert auf einen Enthüllungsbericht der New York Times und ordnet eine Überprüfung von Foxconn an. Tausende Arbeiter sollen über die Arbeits- und Wohnbedingungen befragt werden.

  1. Apple und Microsoft Foxconn gehackt und Kundenaccounts veröffentlicht
  2. China Menschenmassen vor Foxconns Einstellungsbüros
  3. Apple-Chef Tim Cook verteidigt Apple gegen Foxconn-Vorwürfe

Zum Artikel