Videokommunikation

HD-Videoübertragung fast in Echtzeit

Im Rahmen des EU-Projekts Together Anywhere, Together Anytime ist ein Videocodec entwickelt worden, der die Übertragung von HD-Videobildern praktisch in Echtzeit ermöglicht. Im Gespräch mit Golem.de erklärt Fraunhofer-Mitarbeiter Matthias Rose die Vorzüge des Systems.

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Das Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) in Erlangen präsentiert auf der Internationalen Funkausstellung (Ifa) 2010 in Berlin einen HD-Videocodec, der es ermöglicht, in Echtzeit miteinander zu kommunizieren. Dieser Codec komplettiere die technische Ausrüstung für das EU-Projekt Together Anywhere, Together Anytime (TA2), erklärt Matthias Rose vom Fraunhofer IIS im Gespräch mit Golem.de.

Codec-Optimierung

Der neue Codec basiert auf dem Videostandard H.264. Den haben die Fraunhofer-Forscher in Bezug auf die Verzögerung optimiert. Das Videosignal, das die Kamera liefert, wird in Echtzeit codiert. Eine von den Fraunhofer-Forschern entwickelte Steckkarte beschleunigt die Videoverarbeitung zusätzlich. "In Kombination erreichen wir Verzögerungszeiten von unter 100 Millisekunden", erklärt Rose.

Kommunikationssysteme mit einer so geringen Verzögerungszeit brauchten bisher teure Spezialhardware und hohe Bandbreiten. Als Kamera könne jede HD-fähige Kamera eingesetzt werden, also auch eine entsprechende Webcam. Die Videocodierung erfolgt mit einem handelsüblichen Computer mit einem 3-GHz-Core2Duo-Prozessor mit 6 GByte Arbeitsspeicher. Für die Datenübertragung reicht eine 2 MBit-DSL-Leitung.

Sprechen wie im gleichen Raum

Bei dieser geringen Verzögerung sei es möglich, dass sich zwei Menschen so miteinander unterhalten, als befänden sie sich im gleichen Raum und nicht hunderte oder tausende Kilometer entfernt, erklärt Rose. Genau das ist das Ziel von TA2: Im Rahmen des Projekts wird ein Telekonferenzsystem für das Wohnzimmer entwickelt, mit dem Gesprächspartner kommunizieren können, als seien sie im gleichen Raum. Dafür hat das Fraunhofer IIS bereits einen Audiocodec entwickelt, der hohe Sprachqualität bei niedrigen Datenraten und geringer Verzögerungszeit ermöglicht.

Ziel sei, so Rose, dass die Geräte künftig nicht mehr erst mit einem Computer vernetzt werden, sondern dass die Kamera sowie die Audio- und Videoverarbeitungstechnik direkt in den Fernseher oder die Stereoanlage integriert werden. Dann müssten sich die Nutzer nur noch vor den Fernseher setzen und könnten mit Familie oder Freunden kommunizieren.

Theoretisch lasse sich der Videocodec auch für andere Kommunikationssysteme einsetzen. So sei es beispielsweise möglich, einen Videotelefoniedienst nach dem Vorbild von Skype auf der Basis dieses Codecs einzurichten.

Kommunikation und Interaktion

Die Zielsetzung von TA2 indes geht über die reine Kommunikation hinaus, erzählt Rose. Im Rahmen des Projekts, das noch bis 2012 läuft, soll untersucht werden, wie Menschen über große Entfernung miteinander interagieren können, etwa indem sie miteinander spielen. Dazu wird ein Spiel mit dem Titel Space Alert entwickelt. Das können die Spieler nur gewinnen, wenn sie zusammenarbeiten.


timmes 10. Sep 2010

Die Latenzen von Videoübertragungen zwischen zwei Netpeerings, z.b. Deutschland und USA...

yo 09. Sep 2010

das wird vermutlich so laufen wie damals mit der mp3 konvertiereung.. obwohl, da haben...

Wiggy 08. Sep 2010

Mal ein paar weitere Infos: Der Witz an der ganzen Geschichte ist das Delay: In der...

love to hate 08. Sep 2010

Du lebst in der Vergangenheit. Abgesehen davon, finde ich den Spruch - Achtung: Jetzt...

ccd 08. Sep 2010

Welchen Codec benutzt wird und wie weit diser optimiert wurde, ist Sache von Skype. Es...

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