Aufgerieben von Profispielern

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Die ersten Gegner waren kein Problem. Anfängerporträts, wie bei den meisten von uns, deuteten auf leichte Opfer hin. Mit der alten Überrenntaktik gelang es, den ersten der vier Opponenten schön schnell auszuschalten. Es war den Gegnern anzumerken, dass sie nicht im selben Raum saßen, wie das bei uns der Fall war. Obwohl in unserem Team ein Starcraft-Client im Laufe des Spiels abgestürzt ist, war der Sieg gewiss. Zwei der drei verbliebenen Spieler waren zwar wirklich gut, aber sie sprachen sich nicht ab, was ihnen zusammengeschossene Basen bescherte.

Die Euphorie wurde allerdings schnell zunichtegemacht. Im nächsten Spiel, bei dem wir zehn Minuten auf passende Gegner warten mussten, hatten wir es mit besseren Kontrahenten zu tun. Es war schon beim Ladebildschirm und anhand der Porträts zu erahnen, dass die uns einen nach dem anderen auseinandernehmen würden.

Insgesamt gingen nur zwei der fünf Platzierungsmatches zu unseren Gunsten aus. Aber auch, wenn wir teils haushoch verloren: Es machte sehr viel mehr Spaß als der Kampf gegen die Computergegner, die zwar gut sind, aber nicht menschlich agieren.

Der Onlinespielfluss war meist problemlos. Gelegentlich war zu sehen, dass der ein oder andere Gegner Starcraft 2 auf zu langsamer Hardware oder mit falschen Einstellungen spielte. Meist waren es die Anfänger, die ein Spiel verlangsamten.

Nach der Platzierung landeten wir im unteren Bereich der Bronze-Liga, nahe dem Keller. Gleich in einem der ersten Ligaspiele hatten wir es plötzlich mit einem Profiteam zu tun. Das war so gut eingespielt, dass es durchaus ein Genuss war, auf diese Art und Weise auseinandergenommen zu werden. Wir sind in vorbereitete Fallen gerannt, unsere Arbeiter wurden uns vorzeitig genommen. Uns blieb am Ende - nachdem alle Basen dem Erdboden gleichgemacht waren - nur noch übrig, in einem letzten Schlag zumindest eine Gegnerbasis zu zerstören, was unter Verlust aller Einheiten auch gelang. Dank des Replays schauten wir uns - ziemlich beeindruckt - an, wie wir nach allen Regeln der Kunst vernichtet wurden.

Mit so einem Gegner rechneten wir in unserer Kellerliga nicht. Das hatte Auswirkungen auf die Motivation in den nächsten Onlinekämpfen, bei denen uns selbst mittelprächtige Gegner noch besiegten. Müdigkeit machte sich am zweiten Tag breit - der Kampfeswille war gebrochen. Nach nur zwei Tagen war es also Zeit, wieder abzubauen. Früher spielten wir noch fünf Tage am Stück und Schlaf war zweitrangig.

Starcraft 2 hat sehr viel Spaß gemacht und die kleinen Probleme waren letztendlich unerheblich. Es kam wieder das alte Zockergefühl auf: Schlafmangel, ungesundes Essen und eine eigenartige, kurze Schlafenszeit dazwischen, in der unzählige Zerglinge nichts Besseres zu tun hatten, als meine schöne Protoss-Basis im Traum gleich zweimal zu überrennen. Manche Dinge ändern sich einfach nicht.

 Lokales Netzwerkspiel über Internetserver

Grakon 25. Aug 2010

Ich muss gestehen - ich konnte mir beim Lesen des ganzen Textes ein Lachen nicht...

wintermut3 12. Aug 2010

dann spiel es halt nicht...

magic23 12. Aug 2010

Ey, zerstör hier keine Träume! ;) Aber Recht hast du trotzdem, sehe das auch so. Die...

magic23 12. Aug 2010

"Ey, Alter, vergiss mal nicht den Coolness-Faktor von englisch, ey, u know?" ;) Fand ich...

MZ 12. Aug 2010

Nein, ursprünglich hießen die mal Tyraniden *scnr*

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