The Battle for Wesnoth

Entwickler streiten über iPhone-App

Das Entwicklerteam des freien Strategiespiels The Battle for Wesnoth diskutiert, ob das Spiel als kostenpflichtige iPhone-App angeboten werden darf. Einige sind der Meinung, Apples Lizenzbedingungen seien nicht mit der GPL kompatibel, unter der das Spiel veröffentlicht wird.

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Unter den Entwicklern des freien Strategiespiels The Battle for Wesnoth ist ein Streit entbrannt, ob die Version für Apples mobile Geräte nicht gegen die Bestimmungen der GPL verstößt. Dabei geht es den Entwicklern um die Lizenzbestimmungen, unter denen Apps für mobile Geräte entwickelt werden. Zwar ist die App für iPhones Auslöser des Streits, die Diskussion betreffe aber auch andere mobile Plattformen, etwa PalmOS.

Entwickler Rusty Russell argumentierte, dass Apps wie beispielsweise für das iPhone für den Anwender nicht mehr veränderbar seien und somit gegen Abschnitt 6 der GPL verstoßen. Zudem verhindert Apples EULA die freie Verbreitung der Software. Keine andere Plattform, für die er jemals programmiert hat, sei darin so restriktiv, so Russel. Außerdem sei es nicht sinnvoll, geschlossene Systeme zu fördern, indem man dafür freie Software entwickle.

Zwar erlaubt Apple die Verbreitung einer eigenen EULA mit eingereichten Apps. Diese müssen jedoch den minimalen Anforderungen der Apple-Lizenz entsprechen. Damit können Apps über den Apple Store nicht mit der GPL vertrieben werden.

Hardware sperrt die Software ein

Der Programmierer der Wesnoth-App, Kyle Poole, hält dagegen, dass man den Bekanntheitsgrad des Spiels und freier Software fördere. Zudem liege der Quellcode für jeden zum Download bereit. Die Einnahmen durch das Spiel - die App kostet 5 US-Dollar - kommen dem Projekt und seinen Entwicklern zugute. Außerdem profitiere nicht nur der Haupt-Entwicklungszweigs des Spiels von seiner Arbeit, sie erleichtere auch die Portierung auf andere Plattformen, etwa Android. Auch weitere Projekte nutzen bereits Teile seiner Arbeit, so Poole. Letztendlich würden nicht Apples Lizenzbestimmungen gegen die GPL verstoßen, sondern nur die geschlossene Architektur der Geräte selbst, die die freie Verbreitung der Software verhindern.

Schärfer formulierte Richard Kettering Pooles Einwand: "Wir sehen keine Konflikte zwischen iOS und der GPL und wären erbost, wenn ihr uns unser Spiel wegnehmt, nur um eine fundamentalistischere Auslegung der GPL durchzusetzen."

Pooles Argument, die Hardware verhindere die freie Verbreitung der Software, entfachte zusätzlich eine Diskussion darüber, ob es nicht zwei Versionen der App geben sollte: die gegenwärtige und eine Version für Geräte, die per Jailbreak freigeschaltet sind. Einige Entwickler befürworteten lediglich eine Version für Geräte mit Jailbreak.

Copyright sollte beim Projekt liegen

Der leitende Wesnoth-Entwickler David White sieht sich zwischen den Fronten: Er hatte Poole ursprünglich die Erlaubnis erteilt, das freie Spiel auf Apples Plattform zu portieren. Da aber sämtliche an dem Projekt beteiligte Entwickler das Copyright an dem Spiel halten, hätte er ohne deren Zustimmung die Erlaubnis niemals erteilen dürfen. Nun wird eine Liste aller Entwickler erstellt, deren Arbeit auch in die iPhone-Version gewandert ist, um dann weitere Diskussionen und eine Abstimmung zu ermöglichen.

Wenn er jemals wieder ein Open-Source-Projekt gründen sollte, sagte White, dann werde er eine Lizenzvereinbarung für Beitragende (Contributor License Agreement, CLA) von den Entwicklern einfordern. Damit würden sie dem Projekt das Recht übertragen, den Code nach eigenem Ermessen zu nutzen. Noch besser sei aber die komplette Abtretung des Copyrights an das gemeinnützige Projekt, so White. Dann könne der Quellcode auch unter weitere Lizenzen gestellt werden.


renegade334 06. Aug 2010

Ich finde, dass es ein Widerspruch ist, wenn Software die nur auf kostenpflichtige...

renegade334 06. Aug 2010

Oh, schon wieder Freitag ^^

schily 05. Aug 2010

Nun, die GPLv3 ist zu restriktiv for solche Geräte, folglich kann sich niemand für die...

Daruul 05. Aug 2010

Wirklich toller Beitrag, kann ich eigentlich alles so unterschreiben. Habe mir kürzlich...

ratti 05. Aug 2010

So ist es richtig. Apple kann Regeln aufstellen, wie sie wollen. Die gelten dann halt...

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