Bildungscomputer

Negroponte fordert Inder zur Zusammenarbeit auf

In einem offenen Brief hat OLPC-Gründer Nicholas Negroponte das günstige Bildungstablet begrüßt, das der indische Bildungsminister Kapil Sibal kürzlich vorgestellt hat. Gleichzeitig hat er Indien eine Zusammenarbeit mit OLPC angeboten. Er lobte die Entscheidung zur Entwicklung eines Tablet-Rechners, warnte jedoch davor, daraus ein reines Konsummedium wie das iPad zu machen.

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Nicholas Negroponte hat Indien die Unterstützung der von ihm gegründeten Stiftung One Laptop Per Child (OLPC) angeboten. OLPC wolle "Indien freien Zugang zu unserer Technologie und unserer Erfahrung mit 2 Millionen Laptops in über 40 Ländern und über 25 Sprachen" anbieten, schreibt er in einem offenen Brief, der in der Tageszeitung Times of India erschienen ist.

Tablet für 25 Euro

Der indische Bildungsminister Kapil Sibal hatte kürzlich einen in Indien entwickelten Tablet-Rechner vorgestellt, der umgerechnet 25 Euro kosten soll. Negroponte begrüßte die Entwicklung des Gerätes. Der Zugang zu einem vernetzten Computer sei "der schnellste Weg, das Lernen überall zu ermöglichen." Er forderte Sibal auf, das Gerät nicht nur in Indien zu verkaufen. "Die Welt braucht Ihr Gerät und Ihre Führung".

OLPC lässt selbst seit einigen Jahren einen Bildungsrechner produzieren, der hauptsächlich Schülern in Ländern der Dritten Welt zur Verfügung gestellt wird. Der XO genannte Laptop sollte laut Plan 100 US-Dollar kosten. Tatsächlich konnte OLPC diesen Preis nie erreichen, die Geräte blieben teurer. Das deutlich günstigere Gerät aus Indien sei dennoch keine Konkurrenz für den XO, so Negroponte. Es sei vielmehr "ein Mitglied einer Familie, die sich der Schaffung von Frieden und Wohlstand durch die Umgestaltung der Bildung verschrieben hat."

Vorsicht vor reinem Konsumgerät

Es sei gut gewesen, sich für ein Tablet zu entscheiden, da dieser Geräteklasse die Zukunft gehöre, lobte Negroponte. OLPCs Bildungsrechner, der XO-3, soll ein Tablet sein. Negroponte appellierte jedoch, das Gerät so zu gestalten, dass die Schüler es zum Arbeiten nutzen können. Lernen bedeute, aktiv und kreativ zu sein, und nicht, Medien zu konsumieren. "Das iPad ist durch sein Design ein reines Konsummedium", kritisierte Negroponte und rief die Inder auf, "diesen Fehler nicht zu begehen."

Sibal plant, die Tablets zuerst an Studenten und erst im zweiten Schritt an Schüler auszugeben. Das hält Negroponte für den falschen Ansatz. Er fordert vielmehr, die Computer in erster Linie Grundschülern zur Verfügung zu stellen. Für diese sei das Tablet nicht einfach nur ein Computer. "Es ist ein Stück Hoffnung. Mit ihm wird Leidenschaft das wichtigste Werkzeug des Lernens."

Fall aus 3 m Höhe

Dafür müssten die Computer mehrere wichtige Eigenschaften haben: So müssten sie robust genug sein, um einen Fall aus 3 m Höhe zu verkraften, dürften nur wenig Energie verbrauchen, und der Bildschirm müsse auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut lesbar sein. Auf dem Gerät solle alle nur denkbare Software laufen, damit es "kein Spezialgerät mit einer Handvoll Funktionen" werde. Am besten sei Linux als Betriebssystem geeignet, damit "die ganze Welt Software entwickeln, Applikationen erfinden und programmieren kann".

Sein wichtigster Ratschlag sei jedoch "gutes Industriedesign. Bauen Sie ein günstiges Tablet, kein billiges. Lassen Sie es begehrenswert und liebenswert sein. Es zu besitzen, muss Spaß machen." Negroponte lud eine Delegation aus Indien ans Massachusetts Institute of Technology ein, um Erfahrungen auszutauschen und zusammenzuarbeiten.


william 02. Aug 2010

Vielleicht sind auch 3 Fuß gemeint ;)

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