Aquatablet

Wie Menschen und Roboter unter Wasser kommunizieren

2D-Codes werden oft eingesetzt, um Kunden Informationen über Produkte nahezubringen. Zwei kanadische Forscher kommunizieren über diese Codes mit einem Roboter unter Wasser: Sie generieren die Codes auf einem Tablet und halten es einem Tauchroboter vor die Kamera.

Anzeige

Kanadische Wissenschaftler haben eine Methode entwickelt, wie Taucher unter Wasser einem Tauchroboter Anweisungen geben können: Die Taucher bekommen einen wasserdichten Tablet-Computer, mit dem sie mit dem Roboter kommunizieren können.

Tablet mit 1,2 GHz-Prozessor

Aquatablet heißt das Gerät, das Bart Verzijlenberg und Michael Jenkin von der York Universität in Toronto konstruiert haben. Das Aquatablet ist ein handelsüblicher Tablet-Computer vom Typ Duros des US-Hersteller Roper Mobile. Der Rechner verfügt über einen 1,2 GHz-Atom-Prozessor, 1 GByte Arbeitsspeicher und eine Festplatte mit einer Speicherkapazität von 60 GByte. Auf dem Tablet läuft als Betriebssystem eine gängige Linux-Distribution.

Für das Gerät haben Verzijlenberg und Jenkin ein Metallgehäuse entwickelt, das bis gut 20 m wasserdicht ist. An der Seite befinden sich zwei Griffe, an denen der Taucher das Gerät hält. Da er unter Wasser den Tablet nicht über den Touchscreen bedienen kann, mussten sich die beiden Forscher etwas anderes einfallen lassen: Links und rechts am Gehäuse sind je vier Zweiwegeumschalter angebracht. Die Schalter sind an ein Arduino-Board gekoppelt, das die Schaltvorgänge in Steuerbefehle umsetzt.

Kabel oder visuell

Die Kommunikation mit dem Roboter erfolgt auf zwei Weisen: Zum einen kann der Roboter per Kabel mit dem Tablet verbunden werden. Dann werden die Befehle über diese Verbindung übertragen. Die zweite Möglichkeit ist die visuelle Kommunikation: Das Tablet setzt den Befehl für den Roboter in einen 2D-Code um, der auf dem Bildschirm angezeigt wird. Der besteht aus einem Gitter mit 6 mal 6 Feldern, das 36 Bit speichern kann. Derzeit nutzen die Forscher jedoch nur 10 Bit. Der Taucher hält das Aquatablet vor die Kamera des Roboters, und der liest, was er tun soll.

Allerdings kann der Taucher dem Roboter keinen beliebigen Befehl geben. Der 2D-Code, auch Tag genannt, entspricht einem Befehl, der in einer Datenbank des Roboters gespeichert ist. Die Codes werden aber nach Eingabe generiert, so dass der Taucher auch mehrere Befehle in einem Tag unterbringen kann. Wenn der Schwimmroboter per Kabel mit dem Aquatablet verbunden ist, überträgt er die Bilder seiner Kameras direkt auf das Gerät. So sieht der Taucher, ob der Roboter den Befehl richtig verstanden hat und das tut, was er soll.

Roboter im Flossen

Verzijlenberg und Jenkin haben das System, das sie demnächst auf einer Konferenz vorstellen wollen, bereits im Schwimmbecken und im Meer getestet. Als Roboter haben sie dazu den Aquarobot eingesetzt, an dessen Entwicklung Jenkin beteiligt war. Das ist ein Roboter mit einem kastenförmigen Körper. Links und rechts am Körper befinden sich je drei Flossen, mit denen er schwimmt und navigiert.


Hinweisgeber_ 26. Jul 2010

Welchen Buchstaben von "Forscher" hast DU jetzt nicht ganz gerafft? Unser heutiger...

Kommentieren




Anzeige
  1. Teamleiter Mainframe (m/w)
    ADAC e.V., München
  2. Softwareentwickler / Softwareentwicklerin
    BBF GmbH, München und Dresden
  3. Softwareentwickler/in Java / JEE
    BBF GmbH, München
  4. EWM Junior Consultant (m/w)
    Fresenius Netcare GmbH, Bad Homburg (Reisebereitschaft)

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Electronic Arts

    Leitender EA-Entwickler bezeichnet Wii U als "Mist"

  2. Apple-Zulieferer

    Wieder drei Suizide bei Foxconn

  3. Cast AR

    Gefeuerte Valve-Entwickler zeigen Räumliche-Objekte-Brille

  4. Ventus

    Mit der Netzgemeinde gegen den Klimawandel

  5. Offline-Karten-App für Android

    Maps With Me Pro gratis in Amazons App-Shop

  6. Linux-Kernel

    P-States verringern Leistungsaufnahme auf Intel-CPUs

  7. Adobe

    Photoshop Express jetzt auch für Windows 8

  8. Browser

    Firefox blinkt nicht mehr

  9. Tallinn-Manual

    Regierung äußert sich zu Nato-Regeln zum Töten von Hackern

  10. Clark Asay

    Defensive Patente mit freier Software nicht vereinbar?



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Bundestags-LAN: Rösler will Spiele-Champions
Bundestags-LAN
Rösler will Spiele-Champions

Wirtschaftsminister Rösler bekennt sich bei einer Gaming-Veranstaltung im Bundestag ausdrücklich zu Großproduktionen aus Deutschland - und erzählt, welchen Heimcomputer-Klassiker er als Jugendlicher hatte.

  1. Apple-Patent Mac und iPad hören es kratzen und klopfen
  2. Verfassungsgericht Anti-Terror-Datei ist in Teilen verfassungswidrig
  3. 2. Politiker-LAN Der Bundestag spielt wieder

Larry Page: "Microsoft will uns ausnutzen"
Larry Page
"Microsoft will uns ausnutzen"

Larry Page hat sich darüber beschwert, dass Microsoft bei Chatprogrammen kleingeistig sei, und sich für Interoperabilität eingesetzt. "Das ist wirklich traurig, so ist kein Fortschritt möglich", sagte er auf der Entwicklerkonferenz Google I/O.

  1. Google-Chef Larry Page leidet an einer Stimmbandlähmung
  2. Eric Schmidt Google Glass kommt später
  3. Multiscreen-Welt Google macht 3,35 Milliarden US-Dollar Gewinn

Homosexualität in Spielen: Bug oder Feature?
Homosexualität in Spielen
Bug oder Feature?

Im Spiel Tomodachi Collection: New Life für den Nintendo 3DS ist es möglich, dass Männer einander heiraten. Nintendo bezeichnet das als Bug - und erntet dafür Empörung.

  1. Strategiespiel HTML5-Version von Freeciv veröffentlicht
  2. Shadow of the Eternals 1,5 Millionen US-Dollar für vier Stunden langen Auftakt
  3. Dokumentarfilm Frauenfeindlichkeit in der Spieleszene

Zum Artikel