Frankenkamera: Nokias N900 wird zur Open-Source-Kamera

Frankenkamera

Nokias N900 wird zur Open-Source-Kamera

Forscher der Universität Stanford arbeiten im Rahmen des Projekts Frankenkamera an einer Open-Source-Kamera, mit der Wissenschaftler neue Algorithmen zur digitale Fotografie testen können. Ab sofort steht eine Version der Software für Nokias N900 zur Verfügung, eine spezielle Spiegelreflexkamera soll in Kürze folgen.

Anzeige

Die Möglichkeiten einer digitalen Kamera sollten nicht durch die vom Hersteller vorinstallierte Software eingeschränkt werden, meinen die Wissenschaftler um Marc Levoy und arbeiten an einer Open-Source-Kamera. Die sogenannte Frankenkamera setzt nahezu alle Funktionen in Software um: Fokussystem, Blendenöffnung, Belichtungszeit und Blitzsteuerung können über ein API gesteuert werden.

Damit sie auch digitale Spiegelreflexkameras mit der Software bauen und an Wissenschaftler verschenken können, haben die Forscher vom National Science Foundation 1 Million US-Dollar bekommen, die sie sich allerdings mit einem Team des MIT teilen. Hinzu kommen Spenden von Adobe, Kodak, HP und Walt Disney. Darüber hinaus ist geplant, die Kamera auch zum Selbstkostenpreis an Nicht-Wissenschaftler zu verkaufen. Fertig sein soll die Spiegelreflexkamera in etwa einem Jahr.

Zudem unterstützt Nokia das Projekt, was dazu geführt hat, dass die Frankenkamera-Software FCam bereits in einer Version für Nokias Smartphone N900 zur Verfügung steht. Die auf Linux basierende Firmware bietet das gleiche API, das auch auf den geplanten Spiegelreflexkameras zum Einsatz kommen soll.

Details zur Frankenkamera wollen die Forscher auf der kommenden Konferenz Siggraph verkünden, die am 25. Juli 2010 beginnt. Ihr Ziel beschreiben die Forscher wie folgt: Neue Algorithmen sollen sich mit der Frankenkamera leicht ausprobieren und der Umgang mit bestimmten Lichtsituationen optimieren lassen. Nutzer sollen künftig neue Applikationen für ihre Kamera herunterladen können, ähnlich wie das heute mit Desktop- und Smartphone-Applikationen möglich ist.

Erste Applikationen existieren bereits. Dazu zählt die von Nokia Research entwickelte Software HDRCapture, die automatisch HDR-Aufnahmen anfertigt und bereits eine HDR-Vorschau in dem als Sucher dienenden Display zeigt. Die Software entscheidet, welche Belichtungszeiten sowie Blenden zu wählen sind und legt fest, wie viele Fotos benötigt werden.

Die ebenfalls von Nokia Research entwickelte Software Low Light Imaging nimmt zwei Fotos im kurzen Abstand auf: eines mit hoher Lichtempfindlichkeit und kurzer Belichtung, eines mit geringer Lichtempfindlichkeit und langer Belichtungszeit. Aus dem dabei entstehenden verrauschten und verwackelten Bild erstellt die Software dann ein Foto, das besser ist als jedes der beiden aufgenommenen.

Weiter Anwendungsmöglichkeiten ergeben sich bei der Kombination mehrerer Blitze, die unterschiedlich angesteuert werden sollen, um die Bewegung in dynamische Szenen einzufangen.

Die Applikation Lucky Imaging verwendet den Bewegungssensor des N900. Die Kamera nimmt dabei kontinuierlich Fotos auf, die Software registriert aber Verwackler während der Aufnahme und sortiert verwackelte Fotos direkt aus. Im Idealfall bleibt am Ende ein besonders scharfes Bild übrig.

Marc Levoy hofft, dass einige Hersteller die Vorzüge einer programmierbaren Kamera erkennen. Erste positive Gespräche mit einigen Smartphoneherstellern habe es bereits gegeben.


uffpassen 23. Jul 2010

CHDK ist wirklich sehr zu empfehlen. Da wird aus einer Kompaktkamera fast ne Bridge.

sf (Golem.de) 23. Jul 2010

Können Sie bitte ergänzen, welches Betriebssystem, Browser und Antiviren-Software Sie...

Venty 23. Jul 2010

In der Tat, die Limmat mit Blick zum Zuerichsee. Links das Grossmuenster, rechts der Turm...

Zapp 23. Jul 2010

Grossartig! Hab schon selbst überlegt wie ich es formulieren soll. :)

Kommentieren



Anzeige

  1. Software-Engineer (m/w)
    Etkon GmbH, Gräfelfing (bei München)
  2. Software Application Engineer E-Commerce (m/w)
    Home Shopping Europe GmbH, Ismaning (Raum München)
  3. IT-Spezialist/-in Datenbankadministration
    Dataport, Bremen
  4. ERP-Entwickler (m/w)
    Allgeier IT Solutions GmbH, Bremen

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Kaspersky Lab

    Cyberwaffe Regin griff Mobilfunk-Basisstationen an

  2. Halbleiterforschung

    Neuer Memristor kann zehn Zustände speichern

  3. Transpiler

    Googles Inbox zu zwei Dritteln plattformübergreifender Code

  4. Fujifilm

    Fotobuch mit integriertem Touchscreen

  5. Teardown

    Nexus 6 kommt mit wenig Kleber aus

  6. Pinc VR

    Virtuelle Realität mit Gestensteuerung für das iPhone 6

  7. Linux-Distribution

    Less ist ein mögliches Einfallstor

  8. Mobilfunktarif

    Spotify Family ist bei der Telekom nicht nutzbar

  9. Test Escape Dead Island

    Urlaub auf der Zombieinsel

  10. Compute Stick

    Intels HDMI-Stick kommt noch 2014



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Stuxnet lässt grüßen: Trojaner hat Unternehmen in großem Stil ausgespäht
Stuxnet lässt grüßen
Trojaner hat Unternehmen in großem Stil ausgespäht
  1. Sicherheitslücke BND will Zero Day Exploits einkaufen
  2. Malware Europol will Backdoors gegen Cyberkriminelle nutzen
  3. Kaspersky Lab Diebe spielen Malware über CD-Laufwerk auf Geldautomaten

Test Dragon Age Inquisition: Grand Theft Fantasy
Test Dragon Age Inquisition
Grand Theft Fantasy
  1. Technik-Test Dragon Age Inquisition Drachentöten flott gemacht
  2. Dragon Age Inquisition Zusatzabenteuer für den Weltengenerator
  3. Dragon Age Inquisition Rollenspiel mit 4K am PC und 900p auf der Xbox One

Zbox Pico im Test: Der Taschenrechner, der fast alles kann
Zbox Pico im Test
Der Taschenrechner, der fast alles kann

    •  / 
    Zum Artikel