Phantom Eye

Boeing stellt wasserstoffbetriebene Drohne vor

Boeing hat eine Drohne für Langzeitmissionen vorgestellt: Phantom Eye soll vier Tage lang in der Luft bleiben können. Angetrieben wird das unbemannte Flugzeug von zwei Wasserstoffverbrennungsmotoren.

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Das US-Luftfahrtunternehmen Boeing hat ein neues unbemanntes Fluggerät (Unmanned Aerial Vehicle, UAV) vorgestellt. Phantom Eye wird mit Wasserstoff betrieben und soll mehrere Tage in der Luft bleiben.

Vier Tage in der Luft

Gedacht ist das Flugzeug für lange Missionen in größer Höhe. Dazu gehören etwa Aufklärung und Überwachung oder der Einsatz als fliegende Kommunikationsstation, erklärte Darryl Davis, Chef von Boeing Phantom Works, bei der Vorstellung. Der Unternehmenszweig Phantom Works hat die Drohne entwickelt und ist unter anderem für die Entwicklung von militärischen Luft- und Raumfahrtsystemen zuständig. Bis zu vier Tage lang soll der Prototyp in der Luft bleiben können und in einer Höhe von 20 km mit einer Reisegeschwindigkeit von 150 Knoten (knapp 278 km/h) seine Bahn ziehen. Als Nutzlast wird er gut 200 kg transportieren können.

Angetrieben wird das UAV von zwei großen Propellern, deren Motoren mit Wasserstoff betrieben werden. Anders als bei der vom Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt entwickelten Antares DLR-H2 handelt es sich nicht um Elektromotoren, die von einer Brennstoffzelle mit Energie versorgt werden. Es sind Verbrennungsmotoren, deren Treibstoff das Gas ist. Jeder der Motoren, die vom US-Automobilhersteller Ford stammen, hat vier Zylinder, einen Hubraum von 2,3 Liter und leistet 150 PS.

Tanks im Rumpf

Der Wasserstoff wird in flüssiger Form gespeichert. Ungewöhnlich ist, dass die Tanks nicht wie bei praktisch allen Flugzeugen in den 45 m langen Tragflächen sitzen. Der Wasserstoff befindet sich in zwei Tanks, die im bauchigen Rumpf des Flugzeugs untergebracht sind. Um den Wasserstoff verbrennen zu können, muss er zuerst in den gasförmigen Aggregatzustand überführt werden. Über mehrere Wärmetauscher wird er etwa auf Zimmertemperatur erwärmt und dann in den Motor geleitet.

Bei der Entwicklung und Bau des UAV setzte Boeing auf Rapid-Prototyping- und Rapid Manufacturing-Techniken, weshalb die Entwicklung nur etwas mehr als zwei Jahre gedauert hat. Im Laufe des Sommer soll es zur Edwards Air Force Base im US-Bundesstaat Kalifornien gebracht werden. Dort sollen zunächst einige Tests am Boden durchgeführt werden, bevor Phantom Eye Anfang 2011 seinen Erstflug absolvieren wird.

Zehn Tage im Einsatz

Die Pläne gehen jedoch weiter: Boeing entwickelt bereits an einer größeren Version der Drohne. Die soll zehntägige Einsätze fliegen können und dabei eine Nutzlast von einer knappen Tonne transportieren. Mit drei oder vier solcher UAVs soll es laut Boeing möglich sein, den ganzen Erdball ständig zu beobachten.

Neben dem Phantom Eye hat Phantom Works noch eine weitere Drohne entwickelt: Phantom Ray ist ein Nurflügler von der Größe eines Kampfflugzeugs. Gedacht ist Phantom Ray als fliegender Prüfstand für neue Technologien, wie sie etwa in Überwachungs- und Aufklärungsgeräte zum Einsatz kommen. Das im Mai 2010 vorgestellte UAV soll im Dezember 2010 erstmals fliegen. Von Boeing stammt zudem der Robocopter A160T Hummingbird, der als unbemannter Transporter für das Militär eingesetzt werden soll.


Himmbeere 14. Jul 2010

@iweiss Die Steigung des Propellers hat nichts mit der Höhe des Fliegers zu tun. Diese...

iWeiss 14. Jul 2010

Wozu verwendet man momentan Drohnen? Richtig - um Pakistanis, Paschtunen und co direkt in...

Bullet No. 1 13. Jul 2010

Oha, die Lügen der Atomlobby --> heute (13.7.) um 21 Uhr in "Frontal 21" im ZDF

ctek 13. Jul 2010

ja. das ganze nennt sich dan Wahlweise Rakte oder Flak :P

derFen 13. Jul 2010

Das ist 'by design'. Sieht ja nicht umsonst so aus wie 'Little Boy'. Deswegen reichen...

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