Biomimetik

Flugroboter beißt sich fest

Schweizer Wissenschaftler haben einen Mechanismus für Flugroboter entwickelt, mit dem diese an Bäumen oder Wänden parken können. Er soll das Innehalten von Vögeln oder Fluginsekten imitieren und ist dafür gedacht, dass Schwarmroboter auf ihren Einsätzen pausieren und ihre Akkus schonen können.

Anzeige

Mirko Kovac, Wissenschaftler an der École Polytechnique Fédérale (EPFL) im schweizerischen Lausanne, hat einen Mechanismus entwickelt, mit dem sich Flugroboter an beliebigen Oberflächen, etwa Wänden oder Bäumen, festkrallen können. Kovac will damit Schwarmroboter ausstatten, die damit irgendwo parken können, um ihren Akku zu schonen.

Nadeln im Baumstamm

Der 4,6 Gramm schwere Mechanismus besteht aus zwei kleinen Armen, an denen Nadeln sitzen. Der Flugroboter fliegt mit der Schnauze voran beispielsweise gegen einen Baum. In dem Moment, wo er auftrifft, schnellen die mit Sprungfedern bewehrten Arme nach vorn und rammen die Nadeln in den Stamm. Praktischer Nebeneffekt: Die Bewegung der Arme absorbiert einen Teil der Bewegungsenergie des Roboters und verhindert so, dass dieser beim Aufprall beschädigt wird.

So kann sich der Roboter an einer beliebigen Oberfläche, sei sie aus Holz, Stein oder Beton, festhalten und dort parken. Soll er wieder eingesetzt werden, befreit ein kleiner Motor den Roboter, indem er die Nadeln aus der Oberfläche herauszieht. Gleichzeitig spannt er die Federn wieder, so dass der Mechanismus wieder ausgelöst werden kann.

Die Idee ist, fliegende Schwarmroboter mit diesem Haltemechanismus auszustatten. Sie sollen dann, mit verschiedenen Sensoren und kleinen Kameras versehen, in Katastrophengebieten patrouillieren und dort Daten sammeln. Dabei sei es sehr praktisch, wenn der Roboter die Möglichkeit habe, eine Pause einzulegen, da er dadurch Energie sparen und mit kleineren Akkus ausgerüstet werden könne. Durch den Haltemechanismus spart der Roboter außerdem aufwendige Lande- und Startmanöver.

Inspiriert durch die Natur

Vorbild für den Mechanismus war die Natur: Wie Vögel oder Insekten könnten die Roboter fliegen und sich zum Ausruhen niederlassen. Die Wissenschaftler imitierten aber nicht blind die Natur, erklärt Kovac, sondern sie nutzten einige Prinzipien und verbesserten sie nach Möglichkeit. "Einfache Bewegungsmuster wie Springen, Fliegen und Hinhocken führen zur komplexen Steuerung von Bewegung, ohne dass dafür viel Rechenleistung nötig wäre."

Getestet haben die Wissenschaftler um Kovac das System an einem Ultraleichtflugroboter. Allerdings sei der Mechanismus skalierbar, so dass er für Flugmaschinen unterschiedlicher Größe angepasst werden könne, sagt der Entwickler. Es sei aber auch möglich, ihn an anderen Robotern anzubringen, etwa an dem von Kovac mitentwickelten Hüpfroboter, der einer Heuschrecke nachempfunden ist.


palmface 28. Jun 2010

Es gibt schon Materialien welche auch auf Dauer kleben. Oder auch welche die auf...

palmface 28. Jun 2010

Siehst du echt in solch simplen Dingen eine so derartige Bedrohung? Das kann doch nicht...

Fli Flac 28. Jun 2010

Und irgendwann hat das Teil einen RFID-Scanner, der unsere Persos ausliest... Was mich...

flugly 27. Jun 2010

nein nein, der löst sich mit einem noch zu erfindenden Mechanismus, das Nadelding wird...

klebarocka 27. Jun 2010

durch chemische/elektronische reaktionen ist eine plötzliche klebewirkung ebenso machbar...

Kommentieren




Anzeige
  1. Truck Architekt (m/w)
    Continental AG, Villingen-Schwenningen
  2. (Junior) IT-Consultant (m/w)
    Tangram TeleOffice GmbH, Herrenberg
  3. Informatiker / Fachinformatiker IT Support (m/w)
    CROWN Gabelstapler GmbH & Co. KG, München
  4. IT-Specialist Finanzen (Nationale IT) (m/w)
    ALDI SÜD, Mülheim an der Ruhr

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Meistgelesen
  1. Samsung Galaxy S3

    Siri braucht sich nicht zu fürchten

  2. Schmerzlos

    MIT-Forscher entwickeln Injektor mit Lorentzkraft-Antrieb

  3. CSU-Vizechefin

    Aussagen zur Internetsucht sind absurd

  4. iOS

    Untethered Jailbreak für iOS 5.1.1 erschienen

  5. USB-Sticks und Speicherkarten

    Hersteller wehren sich gegen neue "Mondtarife"


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 384 | letzter Beitrag 25.05. 15:32

  2. Kommentare: 220 | letzter Beitrag 25.05. 19:00

  3. Kommentare: 215 | letzter Beitrag 25.05. 11:40

  4. Kommentare: 183 | letzter Beitrag 25.05. 20:19

  5. Kommentare: 128 | letzter Beitrag 04:57 Uhr

Mehr


  1. iOS

    Untethered Jailbreak für iOS 5.1.1 erschienen

  2. CSU-Vizechefin

    Aussagen zur Internetsucht sind absurd

  3. Schmerzlos

    MIT-Forscher entwickeln Injektor mit Lorentzkraft-Antrieb

  4. Sony

    Music Unlimited nun auch fürs iPhone

  5. Samsung Galaxy S3

    Siri braucht sich nicht zu fürchten

  6. Gewerkschaft

    Entlassungen werden bei HP-Deutschland voll durchschlagen

  7. Tex Murphy

    Privatermittler sucht Privatinvestoren

  8. Studie

    Fast jeder zweite Nutzer hört legal Musik im Netz

  9. Funcom

    The Secret World mit neuen Plänen bis zum Start

  10. Play Store

    Google startet Bezahlabos in Android-Anwendungen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Urheberrechtsverletzungen: Google löscht monatlich über 1 Million URLs aus dem Index
Urheberrechtsverletzungen
Google löscht monatlich über 1 Million URLs aus dem Index

Google erweitert seinen Transparenzbericht und zeigt ab sofort auch, wer wie viele Löschanträge wegen Urheberrechtsverletzungen bei Google stellt. Ganz oben auf der Liste steht Microsoft.

  1. Suchmaschine Google Search 2.0 für das iPhone mit neuer Oberfläche
  2. Einlenken oder zahlen EU-Kommission gibt Google letzte Chance
  3. China sagt Ja Google darf Motorola kaufen

Energy Harvesting: Strom aus dem Teelicht
Energy Harvesting
Strom aus dem Teelicht

T-Pod ist ein kleines Kraftwerk für unterwegs. Betrieben mit einer kleinen Kerze, erzeugt das Gerät Strom für eine Leselampe oder das Laden des Smartphone-Akkus.

  1. Energy Harvesting Viren in der Schuhsohle liefern Strom fürs Smartphone
  2. Saubere Energie In New York kommt Strom bald aus der Wasserleitung

IMHO: Warum ich nicht Diablo 3 spiele
IMHO
Warum ich nicht Diablo 3 spiele

Diablo 3 ist toll, sagen viele Spieler - Diablo 3 ist eine Stimulus-Response-Maschine, sagt Rainer Sigl. Der Blogger und leidenschaftliche Gamer erklärt, warum er sich Blizzards jüngstem Werk verweigert.

  1. IMHO Bitte aufwachen, Hollywood!
  2. IMHO Die Cebit verpufft in der Wolke

Zum Artikel