Paul Otellini mit Wafer
Paul Otellini mit Wafer

Monopolvorwürfe

Intel will sich mit US-Kartellbehörde ohne Prozess einigen

Die Federal Trade Commission (FTC) und Intel versuchen, das Monopolverfahren gegen den Chiphersteller bis zum 22. Juli 2010 ohne einen öffentlichen Prozess zu Ende zu bringen. US-Medien zufolge soll Intel dafür Zugeständnisse machen müssen. Sollten sich die Parteien einigen, dürften die Hintergründe der umstrittenen Geschäftspraktiken von Intel nie geklärt werden.

Anzeige

In einer äußerst knappen Mitteilung hat Intel bestätigt, dass das Unternehmen derzeit zusammen mit der FTC versucht, das Kartellverfahren außergerichtlich zu beenden. Vier Wochen haben die beiden Seiten dafür Zeit, kommt es nicht zu einer Einigung, beginnt im September 2010 der Prozess. Die US-Handelsaufsicht hatte im Dezember ein offizielles Verfahren gegen Intel eingeleitet. Der Vorwurf: Intel habe seine dominante Marktposition für eine Dekade ausgenutzt, um den Wettbewerb zu ersticken und sein Monopol zu stärken. Dazu soll es unter anderem - teils zeitlich befristete - Exklusivverträge mit PC-Herstellern wie Acer, Dell, HP und IBM gegeben haben.

Ähnliche Vorwürfe gibt es auch aus einem anderen Verfahren gegen Intel, das der New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo anstrengt. Aufsehen erregte Cuomo dabei immer wieder, weil er aus angeblichen E-Mails zwischen Intel und PC-Herstellern zitierte. Erst jüngst tauchte wieder ein Zitat von Intels CEO Paul Otellini auf, der gegenüber einem anderen Intel-Mitarbeiter in einer E-Mail Dell als "den besten Freund, den man für Geld kaufen kann", bezeichnet haben soll.

Intels aktuelle Mitteilung zu den Einigungsplänen mit der FTC geben auch an, dass die Details der Verhandlungen bis zum Verstreichen der Frist am 22. Juli 2010 geheim bleiben sollen. Einem Bericht des Wall Street Journals zufolge soll die FTC von Intel aber unter anderem verlangen, großzügiger bei der Lizenzierung seiner Technologien zu sein. Bisher hat hier nur AMD ein Abkommen über den vollständigen Austausch von Patenten. In einem zivilrechtlichen Verfahren hatten sich AMD und Intel im November 2009 geeinigt und dieses Abkommen erneuert. Intel zahlte zusätzlich 1,25 Milliarden US-Dollar an AMD, ohne aber irgendeine Schuld anzuerkennen. Auch an die EU musste Intel die Rekordstrafe von 1,06 Milliarden Euro zahlen, was das Unternehmen aber vor Gericht anficht.

Sollte Intel nun durch die FTC gezwungen werden, auch anderen Herstellern Zugang zu seinen Technologien zu ermöglichen, könnte dies Umwälzungen im PC-Markt nach sich ziehen. Unter anderem kann Nvidia derzeit für Prozessoren der Serien Core i3/5/7 und neue Atom-CPUs keine Chipsätze anbieten, weil nach Intels Meinung die Lizenzen fehlen. Auch darüber streiten die beiden Unternehmen vor Gericht. Andere Chipsatzhersteller wie VIA haben sich schon lange aus diesem Geschäft zurückgezogen.

Unklar ist weiterhin, ob die umstrittenen Geschäftspraktiken von Intel und auch die Beteiligung von PC-Herstellern und Händlern jemals öffentlich geklärt werden. Siehe dazu auch den Kommentar: "Intel hat AMD wieder lieb - und die Regulierer?"


AMD user 14. Jul 2010

Oder die sollen erst mal diese Performanceausbremsungen von Anwendungen zum Beispiel...

Tantalus 22. Jun 2010

Nö, ich weiss es tatsächlich nicht. Aber die Logik sagt mir, dass es recht...

GUEST 22. Jun 2010

Soll heißen die Prozesseiniger erhalten erhöte "Bonuszahlungen"

Kommentieren



Anzeige

  1. System Engineers (m/w) im Bereich IT-Operations
    SVA System Vertrieb Alexander GmbH, verschiedene Standorte
  2. Consultant (m/w)
    GS1 Germany GmbH, Köln
  3. System Engineers (m/w)
    SVA System Vertrieb Alexander GmbH, Karlsruhe und Berlin
  4. Projektingenieur (m/w) Automatisierungstechnik für Forschung & Entwicklung
    BEUMER Maschinenfabrik GmbH & Co. KG, Beckum (Raum Münster, Dortmund, Bielefeld)

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Osquery

    Systemüberwachung per SQL von Facebook

  2. Sicherheitslücke

    Drupal-Team warnt erneut vor Folgen

  3. Spieldesign

    Kampf statt Chaos

  4. Techland

    Last-Gen-Konsolen zu schwach für Dying Light

  5. Passport im Test

    Blackberry beweist Format

  6. Streaming

    Sky als Online-Abo mit Live-TV und Einzelabruf

  7. Band

    Microsofts Wearable hört und fühlt

  8. Quartalszahlen

    Samsungs Gewinn bricht wegen Preiskampf bei Smartphones ein

  9. Greg Kroah-Hartman

    Kdbus wird zur Aufnahme in Linux vorgeschlagen

  10. Grafikkarte

    AMD kontert Nvidias Maxwell mit 8-GByte-Radeons



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Test Civilization Beyond Earth: Die Zukunftsrunde mit der Schuldenfalle
Test Civilization Beyond Earth
Die Zukunftsrunde mit der Schuldenfalle
  1. Civ Beyond Earth Benchmark Schneller, ohne Mikroruckler und geringere Latenz mit Mantle
  2. Take 2 34 Millionen GTA 5 ausgeliefert

Aquabook 3: Das wassergekühlte Gaming-Notebook
Aquabook 3
Das wassergekühlte Gaming-Notebook
  1. Nepton 120XL und 240M Cooler Master macht Wasserkühlungen leiser
  2. DCMM 2014 Wenn PC-Gehäuse zu Kunstwerken werden

Test Sunset Overdrive: System-Seller am Rande der Apokalypse
Test Sunset Overdrive
System-Seller am Rande der Apokalypse
  1. Test Dreamfall Chapters Book One Neue Episode von The Longest Journey
  2. Test Transocean Ports of Call für Nachwuchs-Reeder
  3. Test Rules Gehirntraining für Fortgeschrittene

    •  / 
    Zum Artikel