Foxconn: Dritte Lohnerhöhung binnen 10 Tagen nach weiterem Todesfall

Foxconn

Dritte Lohnerhöhung binnen 10 Tagen nach weiterem Todesfall

Nach einem weiteren Todesfall wird Foxconn die Löhne nun erneut erhöhen. Der Auftragshersteller erwartet, dass sich die westlichen IT-Konzerne daran beteiligen.

Anzeige

Der Auftragshersteller Foxconn muss unter öffentlichem Druck ein drittes Mal innerhalb von zehn Tagen die Löhne für seine Arbeiter in der chinesischen Stadt Shenzhen erhöhen. Nach einer Erhöhung um 20 und einer weiteren um 10 Prozent sollen die Beschäftigten nun bei Erreichung bestimmter Ziele zusätzlich 66 Prozent mehr Lohn erhalten. Die Zulage macht 800 Yuan (98 Euro) aus.

"Der Monatslohn für alle länger in Shenzhen tätigen Arbeiter und Aufseher wird ab dem 1. Oktober 2010 auf 2.000 Yuan (245,50 Euro) heraufgesetzt", gab das Unternehmen in der vergangenen Nacht bekannt. Für Vorarbeiter und Aufseher sei eine weitere Lohnerhöhung geplant. Vincent Chen, Analyst bei den Investmentbankern Yuanta Securities in Taipeh, hatte errechnet, dass die Löhne vor der Erhöhung circa 2 Prozent der operativen Kosten von Foxconn ausmachten.

Neue Mitarbeiter bekommen während der dreimonatigen Probezeit 1.200 Yuan (147 Euro). Danach sollen sie 2.000 Yuan (245,50 Euro) erhalten. Foxconn-Fabrikarbeiter in anderen Städten in China bekämen eine Lohnerhöhung entsprechend den lokalen Lebenshaltungskosten, hieß es bei Foxconn.

Foxconn ist ein taiwanischer Konzern, der in seinen circa 20 Fabriken in China rund 800.000 Menschen beschäftigt. Der Konzern ist Auftragshersteller für Apple, Amazon, Cisco, Dell, Hewlett-Packard, Intel, Microsoft, Nintendo, Sony und andere.

In chinesischen Honda-Fabriken hatten die Arbeiter in einem zweiwöchigen Streik eine Lohnerhöhung um 24 Prozent durchgesetzt. Die Arbeiter klagen darüber, dass die Löhne nur mit vielen Überstunden, die oft von der Werksleitung angeordnet werden, zum Leben reichen. Seit Jahresbeginn gab es zehn Selbsttötungen bei Foxconn-Arbeitern. Drei weitere Menschen wurden nach Suizidversuchen gerettet. Am 3. Juni 2010 berichtete die South China Morning Post über einen weiteren Todesfall. Der 28-jährige Techniker Yan Li aus Shenzhen sei nach Angaben seiner Angehörigen nach einer 34-Stunden-Schicht zu Hause an Erschöpfung gestorben. Foxconn wies diese Darstellung als falsch zurück.

"Diese Lohnerhöhung wird die Überstunden auf ein persönlich notwendiges Maß reduzieren, das die Arbeiter selbst bestimmen können", gab Foxconn an. Edmund Ding, Vice President und Sprecher von Hon Hai Precision Industry, des Mutterkonzerns von Foxconn, sagte der britischen Financial Times, er erwarte, dass sich die Foxconn-Auftraggeber an den erhöhten Kosten beteiligten. "Wir folgen nun internationalen Standards. Es ist an der Zeit, dass die globale Nahrungskette sich mit dieser Situation beschäftigt", sagte Ding. Von Apple soll es nach Medienberichten Zusagen geben, die Zahlungen zu erhöhen.


Kommisar Zufall 09. Jun 2010

Einen Mord als einen Selbstmord zu verschleiern, dürfte nicht sehr schwer sein.

gastleser 08. Jun 2010

wow ein dreifacher troll...einfach toll :) auch wenn er, trotz aller mühe, es erst ab...

Jeem 08. Jun 2010

Nach offizieller Lesart gibt es eigentlich gar keine psychischen Krankheiten in China...

Jeem 08. Jun 2010

Ja. Aber nicht nach europäischen Standards der heutigen Zeit. In Europa war das mal...

Jeem 08. Jun 2010

Da schließt Du wohl von Dir auf andere. Oder willst Du gerade sagen, das außer Dir alle...

Kommentieren



Anzeige

  1. IT-Prozess- und Anwendungsberater (m/w) Produktinformationsmanagement
    TRUMPF GmbH + Co. KG, Ditzingen (bei Stuttgart)
  2. Manager (m/w) of End User Support Services
    CSM Deutschland GmbH, Bremen
  3. Produktmanager für digitales Entertainment / Product Owner (m/w)
    Media-Saturn Deutschland GmbH, Ingolstadt
  4. Mitarbeiter/-in im Storage-Systemengineering
    Deutsche Bundesbank, Düsseldorf

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Galaxy Note 4

    4,5 Millionen verkaufte Geräte in einem Monat

  2. Archos 50 Diamond

    LTE-Smartphone mit Full-HD-Display für 200 Euro

  3. Test Dreamfall Chapters Book One

    Neue Episode von The Longest Journey

  4. iPad Air 2 im Test

    Toll, aber kein Muss

  5. Nocomentator

    Filterkiste blendet Sportkommentare aus

  6. Gameworks

    Nvidia rollt den Rasen aus

  7. Rolling-Release

    Opensuse Factory und Tumbleweed werden zusammengeführt

  8. Project Ara

    Google will nicht nur das Smartphone neu erfinden

  9. Wildstar

    NC Soft entlässt Mitarbeiter

  10. Mozilla

    Einfache Web-Apps auf dem Smartphone erstellen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Aquabook 3: Das wassergekühlte Gaming-Notebook
Aquabook 3
Das wassergekühlte Gaming-Notebook
  1. Nepton 120XL und 240M Cooler Master macht Wasserkühlungen leiser
  2. DCMM 2014 Wenn PC-Gehäuse zu Kunstwerken werden

Merkel auf IT-Gipfel: Netzneutralität wird erst im Glasfasernetz wichtig
Merkel auf IT-Gipfel
Netzneutralität wird erst im Glasfasernetz wichtig
  1. Digitale Verwaltung 2020 E-Mail soll Briefe und Amtsbesuche ersetzen
  2. Digitale Agenda Ein Papier, das alle enttäuscht
  3. Webmail Web.de kritisiert langsame De-Mail-Einführung der Regierung

Hoverboard: Schweben wie Marty McFly
Hoverboard
Schweben wie Marty McFly
  1. Design-Fahrzeuge U-Bahnen in London sollen autonom fahren
  2. Fahrassistenzsystem Volvos virtueller Lkw-Beifahrer soll Unfälle verhindern
  3. Computergrafik US-Forscher modellieren Gesichter in Videos dreidimensional

    •  / 
    Zum Artikel