Zensurvorwurf

Rundfunkreferenten prüfen Apples App Store

Einem Bericht des Spiegel zufolge wird Apples rigide Politik, im App Store nur nach US-Maßstäben familienfreundliche Inhalte zuzulassen, nun ein Thema für die deutschen Rundfunkreferenten. Geprüft werden soll, ob man Apple mit deutschem Recht zwingen kann, sonst frei zugängliche Inhalte auch für iPod, iPhone und iPad anzubieten.

Anzeige

Apples Geschäftsmodell für seine mobilen Geräte besteht nicht nur aus dem Verkauf der Hardware: Ohne Hacks landen nur die Anwendungen auf den Gadgets, die Apple selbst abgesegnet hat und als exklusiver Vertrieb auch anbietet - wobei das Unternehmen mitverdient.

Mit der starken Ausrichtung des App Store auf den US-amerikanischen Markt gehen dabei auch Maßstäbe einher, die man in Westeuropa als Zensur empfindet: Nackte Brüste beispielsweise, die in Deutschland an jedem Kiosk zu sehen sind, gelten für Apple als Tabu. In der letzten Zeit war auch politische Satire betroffen, ebenso inhaltlich völlig harmlose Anwendungen, die Apple als Bedrohung für seine Plattform sieht.

Schon seit Anfang des Jahres 2010 räumt der Konzern den App Store auf, in der ersten Welle waren über 5.000 Programme betroffen, die aus dem Angebot genommen wurden. Dagegen regt sich nicht nur Unmut bei Programmierern, die sich teils um ihre Existenz gebracht sehen, sondern auch von Verlagen. Die Frage, ob man Apple vorschreiben kann, auf anderen Wegen frei zugängliche Inhalte auch auf iPhone und Co. anzubieten, soll jetzt geklärt werden.

In Deutschland sind die Anbieter von Zugängen zu Rundfunk- und Fernsehangeboten durch den Rundfunkstaatsvertrag verpflichtet, ohne Ansehen der Inhalte Zugänge herzustellen. Laut einem Bericht des Spiegel prüfen die Rundfunkreferenten der Länder auf Initiative Hamburgs nun, ob auch der App Store als exklusiver Inhaltsvermittler zu einer Gerätekategorie unter diese Regelung fällt. Dazu soll es bereits eine Arbeitsgruppe geben.

Hamburgs Staatsrat für Medien, Nikolas Hill, sagte dem Spiegel: "Die inhaltliche Einflussnahme von Apple ist ein Verstoß gegen die Presse- und Meinungsfreiheit, den wir so nicht hinnehmen können."

Zumindest für einige deutsche Medien scheint Apple seine bisher strikten Regeln aber schon etwas aufgeweicht zu haben. Die barbusigen Damen der Seite 1 der "Bild"-Zeitung müssen seit kurzem nicht mehr retuschiert werden. Die deutsche Ausgabe des Playboy verfügt jedoch noch nicht über eine zugelassene App, wie der Spiegel weiter berichtet. Playboy-Verlagschef Vernon von Klitzing dazu: "Das ist Zensur. Was am Kiosk verkäuflich ist, muss auch im App Store angeboten werden können."


Netspy 17. Jun 2010

Verboten wird dir ja auch nichts, es wird nur technisch verhindert. Ein (nicht ganz...

W48 07. Jun 2010

Warum nimmt man überhaupt so'n Zeugs? Findet ihr euch ohne GPS App nicht mehr in den 3km...

Zitatkorregierer 07. Jun 2010

Man sollte schon zumindest den ganzen Satz zitieren und nicht nur den Teil der einem...

freeskydiver 07. Jun 2010

quatsch ...niemand wird gezwungen ein iPhone zu nutzen. Nimm doch irgend ein anderen...

no epub no future 06. Jun 2010

Ist ja egal. Ende des Jahres sieht in USA der Pressemarkt deutlich "anders" aus...

Kommentieren


Oberlehrer / 08. Jun 2010

Apple unter Rundfunkaufsicht?



Anzeige
  1. Testspezialist (m/w)
    PENTASYS AG, München und Frankfurt
  2. Java Web Developer Backend (SQLServer) im M-Commerce (m/w)
    über HRM CONSULTING GmbH, Berlin
  3. Oracle Datenbankentwickler (m/w)
    ckc ag, Region Braunschweig
  4. IT-System-Administrator (m/w)
    Endress+Hauser Conducta Gesellschaft für Mess- und Regeltechnik mbH & Co. KG, Gerlingen, Waldheim bei Dresden, Groß-Umstadt bei Darmstadt

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Meistgelesen
  1. Tablet-Nachfolger

    iPad-3-Teile aufgetaucht

  2. Tim Schafer

    40.000 US-Dollar für einen Konsolenpatch

  3. Gema-Vermerk

    Youtube sperrt irrtümlich Acta-Video von Bruno Kramm

  4. ProLiant Gen8

    HP macht Server unabhängig

  5. Abmahnabzocke

    Maximal 100 Euro Abmahngebühr für Urheberrechtsverstöße


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 270 | letzter Beitrag 13.02. 23:28

  2. Kommentare: 200 | letzter Beitrag 22:07 Uhr

  3. Kommentare: 194 | letzter Beitrag 13:50 Uhr

  4. Kommentare: 117 | letzter Beitrag 12:39 Uhr

  5. Kommentare: 100 | letzter Beitrag 18:09 Uhr

Mehr


  1. Youporn-Betreiber

    Hacker will 350.000 Datensätze bei Pornoseite erbeutet haben

  2. TZ77XE4

    Biostar zeigt Mainboard für Ivy Bridge und Sandy Bridge

  3. Unity Technologies

    Bessere Grafik und KI mit Unity 3.5 verfügbar

  4. Fifa Street

    Last Man Standing auf dem Bolzplatz

  5. Isis Web Browser

    Neuer Browser für HPs WebOS

  6. Nortel Networks

    Nortel war fast zehn Jahre lang gehackt

  7. Thermosensor

    Schmetterlingsflügel macht Wärme sichtbar

  8. Deutsche Gamestage

    Call for Papers der Quo Vadis verlängert

  9. Vodafone

    LTE auf dem Smartphone kostet monatlich 10 Euro mehr

  10. Abmahnabzocke

    Maximal 100 Euro Abmahngebühr für Urheberrechtsverstöße



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Eye-Tracking: Bewegungsabhängige Bildschirmoberfläche von Apple
Eye-Tracking
Bewegungsabhängige Bildschirmoberfläche von Apple

Apple hat in den USA einen Patentantrag eingereicht, der eine Benutzeroberfläche beschreibt, die sich der Position des Nutzers vor dem Bildschirm anpassen kann. Die Frontkamera erfasst den Blick des Anwenders und ändert zum Beispiel den Schattenwurf der Icons.

  1. Nicht-Abwerbe-Pakt Google hat mit Apple und Intel gemauschelt
  2. John Browett Apple will mit neuem Chef seine Ladenkette ausweiten
  3. Airport Utility 6 Apple reduziert Funktionsumfang seiner Routersoftware

Test PS Vita: Ausstattungswunder mit Speicherproblem
Test PS Vita
Ausstattungswunder mit Speicherproblem

Zwei Analogsticks und starke Grafik, Berührungs- und Bewegungssteuerung, UMTS und Bluetooth: Sony Computer Entertainment packt in den Nachfolger der Playstation Portable so gut wie alles, was irgendwie Sinn ergibt - nur Speicher etwa für Savegames fehlt der PS Vita von Haus aus.

  1. Playstation Network Umbenennung der Konten und neue Firmware

Bing, Blekko, Duck Duck Go: Googeln ohne Google?
Bing, Blekko, Duck Duck Go
Googeln ohne Google?

Die überarbeitete Version der Google-Suche "Search, plus Your World" hat heftige Debatten ausgelöst. Vor allem der Datenschutz steht mal wieder im Vordergrund der Kritik. "Geht es eigentlich auch ohne Google?", fragen sich daher viele Nutzer. Der Blogger Marcel Weiß hat es 18 Monate lang getestet.

  1. "Focus on the User" Facebook und Twitter zeigen Google, wie soziale Suche geht
  2. Neuer Algorithmus Google straft Seiten mit zu viel Werbung ab
  3. Theseus-Projekt Quote soll die erste Zitate-Suchmaschine Deutschlands werden

Zum Artikel