Bundeskartellamt gegen HD+

Hausdurchsuchungen bei RTL und ProSiebenSat.1

Wegen des Verdachts auf Absprachen bei der Verbreitung von Digitalfernsehen hat das Bundeskartellamt am 19. Mai 2010 Büros der Sender ProSiebenSat.1 und RTL durchsuchen lassen. Die Gründe sind noch nicht im Detail bestätigt, Medienberichten zufolge geht es aber auch um die Plattform HD+.

Anzeige

Wie zunächst die dpa via Focus meldete, untersucht die Kartellbehörde derzeit den Verdacht, die Privatsendergruppen RTL und ProSiebenSat.1 wollten ihre Angebote in Zukunft nur noch verschlüsselt anbieten. Zudem gehe es um "technische Maßnahmen wie Kopierschutzfunktionen und Werbeblocker". Dies ist ein Hinweis auf die umstrittenen Funktionen von HD+, die unter anderem ein Überspringen von Werbeblöcken und die dauerhafte Aufzeichnung verhindern sollen. Einen "Werbeblocker" würden sich viele Nutzer der Plattform wünschen, aber genau der soll durch die Sperren verhindert werden.

Dass es bei der Aktion des Bundeskartellamtes um die Verbreitung von Digitalfernsehen ging, hat gegenüber dem Branchendienst Kress ein Sprecher von ProSiebenSat.1 bestätigt. Unklar sind dagegen noch die konkreten Vorwürfe der Behörde, auch eine Mitteilung des Amtes liegt noch nicht vor. Dass die beiden größten Sendergruppen bei der Einführung von HDTV gegen Entgelt eng zusammenarbeiten, ist unbestreitbar: Die Plattform HD+ ist im ersten Jahr kostenlos, danach werden 50 Euro pro Jahr für den Empfang der beteiligten Sender in HD fällig.

Branchenbeobachter fürchten seit langem, die beiden Senderketten planten damit langfristig ein Ende des privaten und kostenlosen Fernsehens, das auch als "Free-TV" bezeichnet wird. Bereits 2006 unternahm RTL für diese "Grundverschlüsselung" einen Vorstoß, der auf die später abgekündigte Plattform 'Dolphin' von SES Astra setzen sollte. Auch HD+ ist vor allem ein Dienst des Satellitenbetreibers.

Um diese Grundverschlüsselung entwickelte sich anschließend ein heftiger politischer Streit, so dass sich die Sender Ende 2006 gegen das Projekt entschieden. ProSiebenSat.1 hielt sich die Option auf eine Grundverschlüsselung aber prinzipiell offen, wie das Unternehmen damals gegenüber Golem.de erklärte. Mit dem Start von HD+ kommen diese Pläne offenbar wieder auf den Tisch - die Sender sehen die neue Plattform wohl als Erfolg. Zahlen zu den verkauften HD+-Geräten gibt es jedoch auch ein halbes Jahr nach dem Marktstart noch nicht.

Dass die Grundverschlüsselung nach wie vor ein Wunsch der Privatsender ist, befürchtet auch ein Bündnis aus Deutschem Mieterbund, dem Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen und dem Bundesverband der Verbraucherzentralen. Die drei Verbände hatten erst kürzlich eine Abkehr von der Grundverschlüsselung gefordert, die notfalls auch gesetzlich verboten werden müsste.


Nix Neues 27. Dez 2010

Nichts neues, die DVD von "Casino Royale" wurde auch absichtlich schlechter gemacht...

Schmitt 27. Dez 2010

Die HD+ Betreiber und Sender sollten sich mal überlegen, was sie mit ihrer Gängelung...

Haarbob 01. Jun 2010

Schaut doch einmal ab ca. 20 Uhr 3sat oder Arte, von mir aus noch eins der Dritten, wenn...

xP 27. Mai 2010

Lenzen & Partner mit 2 Promille... wenn man erstmal die künstlich eingeblendeten Balken...

WinnerXP 23. Mai 2010

Wohl zu wenig Parteispenden gezahlt. Das macht man so wie Möwenpick, dann gibts auch...

Kommentieren




Anzeige
  1. Projektmanager (m/w)
    Fresenius Netcare GmbH, Bad Homburg
  2. IT-Projektleiter (m/w) - Komplexe IT-Prozesse
    deron consulting GmbH, Stuttgart und Home-Office (Reisebereitschaft)
  3. Applikationsadministrator/-in
    Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig
  4. Frontend-Entwickler (m/w)
    Hahn Air Lines GmbH, Dreieich

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Xbox One

    Handel muss Gebrauchtspiele de-registrieren

  2. Lenovo

    "Wir können uns jede Übernahme leisten"

  3. Bundesdatenschützer

    Jobcenter sollen nicht bei Facebook recherchieren

  4. Navigation

    Google Maps erhält Routenplanung per Fahrrad

  5. Test Call of Juarez Gunslinger

    Hör-Spiel im Wilden Westen

  6. Fonic All-Net Flat

    Telefon-, SMS- und Datenflatrate für 25 Euro

  7. Drosselung

    Die Mär vom teuren Traffic oder wie viel kostet ein GByte?

  8. Telekom

    Bundestagspetition gegen Drosselung erreicht 50.000

  9. E-Ink

    Das E-Paper errötet

  10. Security

    WLAN-Suche als Einfallstor bei Android und iOS



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Hacks for Sale: Chinesische Hacker werben offen auf IT-Messen
Hacks for Sale
Chinesische Hacker werben offen auf IT-Messen

Ein guter Hacker verdient in China 100.000 US-Dollar im Jahr. Die Fertigkeit, in fremde Systeme einzudringen, wird auf IT-Sicherheitsmessen ganz offen beworben und an Universitäten gelehrt.

  1. Yahoo Japan Daten von 22 Millionen Nutzern kompromittiert
  2. Security Gefährliche Lücke im Linux-Kernel
  3. Polizei Apple hat Warteliste für Umgehung der iPhone-Verschlüsselung

Xbox One: Big Brother im Wohnzimmer
Xbox One
Big Brother im Wohnzimmer

Die Xbox One beobachtet den Spieler zwingend per Kinect - und könnte die Daten zumindest zum Teil an Microsoft weiterreichen. Sie hat eine 500-GByte-Festplatte und muss zum Spielen nicht immer mit dem Internet verbunden sein.

  1. Xbox One Hauseigene Halo-Konkurrenz und neues Altes von Rage
  2. Xbox One Forza 5 und Halo-Serie von Spielberg kommen für Xbox One
  3. Microsoft Xbox One mit neuer Kinect und Blu-ray-Laufwerk

Superkondensator: Neuer Energiespeicher mit kurzer Ladezeit
Superkondensator
Neuer Energiespeicher mit kurzer Ladezeit

Ein Smartphone, das in einer halben Minute geladen ist, soll ein neuer Energiespeicher ermöglichen. Die Entwicklerin kam auf die Idee, weil sie sich über den dauernd leeren Akku ihres Mobiltelefons geärgert hat.

  1. Silverback-Gorilla Akku als Steckdosenersatz für Notebooks
  2. Akku Kleiner Akku mit großer Leistung
  3. Paul Scherrer Institut Lithium-Ionen-Akkus haben doch einen Memory-Effekt

Zum Artikel