Urteil aus Hamburg

Cyberbunker muss Zugang zu The Pirate Bay blockieren

Der Verband der US-Filmwirtschaft hat in Deutschland eine einstweilige Verfügung gegen den Provider Cyberbunker erwirkt. Danach darf Cyberbunker keine Anfragen mehr an den Bittorrent-Tracker The Pirate Bay weiterleiten.

Anzeige

Hollywood gibt nicht auf, der Kampf gegen The Pirate Bay wird fortgesetzt. Das neue Kapitel in dem Katz-und-Maus-Spiel fand am 6. Mai 2010 beim Hamburger Landgericht sein vorläufiges Ende. Dort erwirkte der internationale Ableger des US-Lobbyverbandes der großen Filmstudios (Motion Pictures Association, MPA) in einem Zivilprozess eine einstweilige Verfügung gegen den Routing-Provider CB3ROB (alias Cyberbunker).

Das Gericht verbot dem Provider und seinem deutschen Geschäftsführer, Anfragen an The Pirate Bay weiterzuleiten. Bei Zuwiderhandlungen droht ein Ordnungsgeld in Höhe von 250.000 Euro oder eine Haftstrafe von bis zu zwei Jahren. Das teilte die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) in einer Pressemitteilung mit. Die GVU unterstützte die MPA bei ihren Ermittlungen gegen Cyberbunker.

Nach Auffassung des Hamburger Gerichts ist Cyberbunker als Störer für die über The Pirate Bay begangenen Urheberrechtsverletzungen mit verantwortlich. Daher könne sich Cyberbunker nicht auf das Provider-Haftungsprivileg des Telemediengesetzes berufen. Es sei Cyberbunker zuzumuten, "die Abrufbarkeit der Websites mit den Urheberrechte verletzenden Inhalten zu verhindern", so das Gericht.

GVU-Geschäftsführer Matthias Leonardy begrüßte die Entscheidung des Hamburger Landgerichts: "Wer, wie der Betreiber von Cyberbunker, Camouflage-Techniken im Internet anbietet, um damit digitalen Hehlern wie illegalen Portalseiten- und Trackerbetreibern zu helfen, ihr Geschäft abgeschirmt zu betreiben, muss zur Verantwortung gezogen werden."

Das Verfahren gegen Cyberbunker hatte vor knapp einem Jahr begonnen. Nach der Verurteilung der Pirate-Bay-Betreiber in Schweden wurden die Server ins Ausland verlagert. Cyberbunker bot The Pirate Bay Unterschlupf in einem ehemaligen Nato-Bunker in den Niederlanden und zog sich so den Zorn der MPA (Disney, Paramount, Sony, Twentieth Century Fox, Lions Gate, Universal und Warner Brothers) zu. Der Aufforderung, The Pirate Bay nicht länger zu unterstützen, kam Cyberbunker nicht nach. Das führte schließlich zu dem Verfahren in Deutschland, da die IP-Adresse des Pirate-Bay-Servers über Cyberbunker in Deutschland gemeldet ist. [von Robert A. Gehring]


Youssarian 19. Mai 2010

Welche denn? Ich kenne jede Menge (inzwischen "ehemaliger") Sites, deren Daseinszweck...

Youssarian 19. Mai 2010

Jaja, die Hoffnung stirbt zuletzt. Wer darauf hofft, dass andere sich die Last...

Skeeve 18. Mai 2010

Pssssst! Nicht so laut! Könnte sonst ein Hamburger Richter mitlesen, und den Webbrowser...

M_Kessel 18. Mai 2010

Stimme vollkommen zu. Das würde den Steuerzahler eine Menge Geld sparen, wenn Hamburger...

Muhaha 18. Mai 2010

Ok, immerhin ein wenig mehr als sensationelle 12h offline gewesen. Immerhin ... ;-P

Kommentieren




Anzeige
  1. Database Manager (m/w) im Dialogmarketing
    Teambank AG, Nürnberg
  2. Softwareentwickler (m/w) TargetLink Code-Generator
    dSPACE GmbH, Paderborn
  3. Testspezialist (m/w)
    PENTASYS AG, München und Frankfurt
  4. Webentwickler PHP / MySQL (m/w)
    Guest-One GmbH, Wuppertal

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Meistgelesen
  1. Tablet-Nachfolger

    iPad-3-Teile aufgetaucht

  2. Gema-Vermerk

    Youtube sperrt irrtümlich Acta-Video von Bruno Kramm

  3. Tim Schafer

    40.000 US-Dollar für einen Konsolenpatch

  4. ProLiant Gen8

    HP macht Server unabhängig

  5. Linux-Handbuch

    Umfassendes Nachschlagewerk als Openbook erhältlich


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 270 | letzter Beitrag 13.02. 23:28

  2. Kommentare: 193 | letzter Beitrag 13:12 Uhr

  3. Kommentare: 184 | letzter Beitrag 13:27 Uhr

  4. Kommentare: 117 | letzter Beitrag 12:39 Uhr

  5. Kommentare: 96 | letzter Beitrag 13.02. 16:40

Mehr


  1. HTC Velocity 4G

    Android-Smartphone mit LTE und 4,5-Zoll-Touchscreen

  2. Farmville & Co.

    Patentklage gegen Zynga

  3. Document Foundation

    Libreoffice 3.5 ist fertig

  4. Pegatron

    Übt Apple Druck auf OEM-Hersteller von Ultrabooks aus?

  5. Blackhole Toolkit

    Cryptome gehackt und mit Malware infiziert

  6. Piranha Bytes

    Risen 2 geht am 20. Februar in den geschlossenen Betatest

  7. Google

    EU und USA geben Kauf von Motorola frei

  8. Watchdog

    Mozilla visualisiert Wiederverwendung von Passwörtern

  9. Apple

    Apple-Aktie erreicht neuen Höchststand

  10. SSL

    Twitter macht HTTPS zum Standard



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Test X-Plane 10: Flugsimulator mit Openstreetmap und vielen Rechnern
Test X-Plane 10
Flugsimulator mit Openstreetmap und vielen Rechnern

Ernsthafte Flugsimulationen gibt es kaum noch. Eine der letzten verbliebenen ist X-Plane 10 für Windows, Mac OS X und Linux. Golem.de hat sich ins virtuelle Cockpit gesetzt und den Flugsimulator mit mehreren Rechnern und iPads als Instrumente gespielt.


Paypal: Nutzern von Kino.to drohen Strafverfahren
Paypal
Nutzern von Kino.to drohen Strafverfahren

Zahlenden Nutzern der im Juni 2011 geschlossenen Filmplattform Kino.to drohen dem Nachrichtenmagazin Focus zufolge Strafverfahren. Rechtsanwalt Udo Vetter befürchtet sogar Hausdurchsuchungen, "wenn die Strafverfolger sich auf glattes Parkett begeben". Noch im Februar 2012 will die GVU zudem gegen den Kino.to-Nachfolger Kinox.to Strafanzeige erstatten.

  1. Kino.to-Prozess Kein Unterschied zwischen Streaming und Herunterladen
  2. Kino.to Drei Jahre Haft wegen Links auf illegale Filmkopien
  3. Kino.to Haftstrafe wegen gewerbsmäßiger Urheberrechtsverletzung

Test PS Vita: Ausstattungswunder mit Speicherproblem
Test PS Vita
Ausstattungswunder mit Speicherproblem

Zwei Analogsticks und starke Grafik, Berührungs- und Bewegungssteuerung, UMTS und Bluetooth: Sony Computer Entertainment packt in den Nachfolger der Playstation Portable so gut wie alles, was irgendwie Sinn ergibt - nur Speicher etwa für Savegames fehlt der PS Vita von Haus aus.

  1. Playstation Network Umbenennung der Konten und neue Firmware

Zum Artikel