Elektroauto

"Umverteilung von den Dummen zu den Schlauen"

Shai Agassi, Ex-Vorstandsmitglied von SAP, will mit Better Place die Automobilindustrie revolutionieren. Sein Ziel ist es, dem Elektroauto mit einem flächendeckenden Netz von Batteriewechselstationen "schneller, als von den meisten Managern in der Branche erwartet" zum Durchbruch zu verhelfen.

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Der Better-Place-Gründer und-Chef spricht im Interview mit Handelsblatt Online über Subventionen, die Rolle Chinas, seine Pläne für Deutschland und seinen alten Bekannten Henning Kagermann, Deutschlands Mister Elektroauto.

Handelsblatt: Herr Agassi, als Outsider aus der Software-Industrie wollen Sie die Autoindustrie revolutionieren. An Visionen scheint es Ihnen nicht zu mangeln.

Shai Agassi: Das Ausmaß dieser technologischen Veränderung eröffnet fantastische Möglichkeiten: Öl ist zehnmal teurer geworden, die Kosten einer Batterie pro Kilometer sind zehnmal geringer geworden und ihre Lebensdauer hat sich verzehnfacht. Wenn vor zehn Jahren jemand gesagt hätte, dass es möglich ist, das gesamte Internet zu durchsuchen, hätte jeder gelacht.

Die meisten Autofahrer werden auch heute noch lachen. Wenn wir das Auto unabhängig vom Öl machen, dann ist das großartig. Das gilt für Autofahrer ebenso für BMW, Renault oder Mercedes. Wenn wir vom Öl wegkommen, werden wir auch die Wirtschaft verändern. Die Welt gibt jedes Jahr rund drei Billionen Dollar für Öl aus. Dieses Geld fließt nicht in Sozialprogramme, nicht in Entwicklung, sondern wird im wahrsten Sinne des Wortes verbrannt, es brennt ein Loch in die Weltwirtschaft.

 
Video: Shai Agassi über Mega Cities und den Verkehr der Zukunft

Handelsblatt: Wie schnell kann der Wandel eintreten?

Agassi: Er wird schneller geschehen, als von den meisten Managern in der Autoindustrie erwartet. Ich komme aus einer Branche, die permanent von Entwicklungsbrüchen geprägt wird. In der Autoindustrie war der letzte wirkliche Bruch die Einführung des T-Models von Ford.

Handelsblatt: Nach sechs Jahren bei SAP ein mutiger Schritt. Sie haben Ihr Vorstandsmandat gegen einen Start-up getauscht, bei dem es nicht mehr als eine Vision gab?

Agassi: Alles hat mit den Young Global Leaders des World Economic Forum begonnen. WEF-Chef Klaus Schwab stellte eine Frage, die mein Leben verändert hat: Wie machen Sie die Welt bis zum Jahr 2020 zu einem besseren Ort? Es reicht nicht, Karriere zu machen. Es ist wichtig, etwas zu tun, das diese Welt verändert. Eine weitere Version von SAP hätte die Welt wohl kaum verändert. Das drängendste Problem der Welt ist die Abhängigkeit von Öl und ich möchte dazu beitragen, das Problem zu lösen - auf Kosten meiner Karriere bei SAP.

Handelsblatt: Inzwischen haben Sie 700 Millionen US-Dollar eingesammelt. Reicht das, um Ihre Pläne zu verwirklichen?

Agassi: Wir haben ganz bewusst kein eigenes Auto gebaut, im Gegensatz etwa zu Tesla. Man kann nicht mit einem 5-Millionen-Dollar-Start-up gegen eine ganze Industrie antreten, die im Jahr drei Billionen Dollar umsetzt. In der Autobranche sind Größenvorteile sehr bedeutend. Ursprünglich haben wir uns als Agentur verstanden, die Regierungen mit einem Konzept versorgt.

Handelsblatt: Sie haben vor wenigen Tagen ein Taxi-Projekt in Tokio gestartet. Ein Modell für die Megastädte der Welt?

Agassi: München, Frankfurt, Berlin, Hannover haben alle das gleiche Thema - rund 40 Prozent der Luftverschmutzung innerhalb der Stadt wird von Taxis verursacht. Wir haben in Tokio einen fahrenden Beweis, dass unsere Lösung funktioniert. Emissionslose Taxis sind dort ununterbrochen 300 Kilometer am Tag im Einsatz. Die japanische Regierung fördert das finanziell. Auch in Deutschland wäre so etwas eine großartige Demonstration. Denn in einem Taxi fahren am Tag 25 oder 30 Gäste mit und sie stellen dem Fahrer alle die gleiche Frage: Funktioniert das wirklich? Und wenn der Taxifahrer sagt: Ich fahre damit jeden Tag 300 Kilometer, ist das der beste Beweis.

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Mr.Sinister 24. Mai 2010

Und deine Aussage kannst du sicher mit nachvollziehbaren Material untermauern ...

anybody 18. Mai 2010

Auch durch das ständige Wiederholen gewinnt dieser Schmarrn leider nicht an...

Treadmill 17. Mai 2010

Hehe, das stimmt allerdings :)

eiapopeia 16. Mai 2010

Ich gebe dir in dem Punkt mit den Subventionen für Atomstrom vollkommen recht. Derzeit...

eiapopeia 15. Mai 2010

Du ärmster. Immer schön Stress machen, Ja schnell in den Urlaub. Dort schnell ins Hotel...

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Mein Elektroauto / 13. Mai 2010

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