Satellitennavigation: Start der neuen GPS-Satelliten steht kurz bevor

Satellitennavigation

Start der neuen GPS-Satelliten steht kurz bevor

In zwei Wochen soll - mit einigen Jahren Verspätung - der erste Satellit einer neuen Generation von GPS-Satelliten ins All geschossen werden. Sie verfügen über Atomuhren, die eine viel genauere Positionsbestimmung ermöglichen sollen als bisher.

Anzeige

In zwei Wochen, am 20. Mai 2010, beginnt die Aktualisierung des US-Satellitennavigationssystems Global Positioning System (GPS). Dann wird von Cape Canaveral aus der erste Satellit der neuen Generation IIF an Bord einer Delta IV in die Umlaufbahn geschossen.

Neue Atomuhr

Zu der neuen Generation gehören insgesamt zwölf Satelliten, die vom Luftfahrtunternehmen Boeing gebaut werden. Sie sind für eine längere Lebensdauer ausgelegt als die bisherigen GPS-Satelliten und verfügen über eine neuartige Atomuhr. Diese Uhren sollen eine deutlich genauere Positionsbestimmung ermöglichen als die Vorgänger. Zudem sollen die Satelliten laut Boeing besser gegen Störungen geschützt sein.

  • Satellit der Generation GPS-IIF im All (Grafik: US Air Force)
  • Start einer Delta-II-Rakete mit einem GPS-Satelliten an Bord (Foto: Carleton Bailie/ US Air Force )
Satellit der Generation GPS-IIF im All (Grafik: US Air Force)

Die neuen Satelliten werden auch das Signal L5 ausstrahlen. Das ist eine dritte zivile Frequenz (1176,45 Mhz), die für sogenannte sichere Dienste (Safety-of-Life, SoL) gedacht ist. Dazu gehört etwa die zivile Luftfahrt. Im vergangenen Jahr gab es allerdings Probleme mit L5: Der erste L5-fähige Satellit, der von Lockheed Martin gebaute GPS IIR-20 (M), lieferte falsche Daten. L5 störte die normalen GPS-Signale und verminderte so die Genauigkeit.

Zeitverzug

Der jetzige Einsatz ist allerdings stark hinter dem Zeitplan: Der erste IIF-Satellit sollte vor Jahren ins All geschossen werden. Der Auftrag für die Satellitengeneration IIF bekam 1996 das US-Luft- und Raumfahrtunternehmen Rockwell, das im gleichen Jahr von Boeing übernommen wurde. Eine Verlegung der Satellitensparte durch Boeing sowie Probleme mit der Zuverlässigkeit verzögerten die Entwicklung der Satelliten.

Hinzu kam, dass die US-Regierung die Einführung von L5 zu einem Zeitpunkt verlangte, als die Arbeiten an den Satelliten bereits im Gange waren. Das habe eine beträchtliche Umplanung nach sich gezogen, sagte ein Funktionär der US-Luftwaffe dem Fachmagazin Aviation Week. So lieferte Boeing schließlich im Februar 2010 den ersten GPS-IIF-Satelliten aus.

Angst vor Ausfällen

Die Verzögerungen im Zeitplan haben auch das Budget deutlich belastet. Im vergangenen Jahr kritisierte die Aufsichtsbehörde US Government Accountability Office (GAO), das Satellitenprogramm IIF habe bereits 870 Millionen US-Dollar mehr als geplant verschlungen. In einem Bericht mahnte das GAO eine zügige Erneuerung des GPS-Systems an. Es sei zu befürchten, dass veraltete Satelliten sonst ausfielen und das Navigationssystem nicht mehr funktioniere, warnte die Behörde.

Der letzte GPS-IIF-Satellit soll 2014 ins All geschossen werden. Das könnte ein wichtiger Zeitpunkt für die Satellitennavigation werden: In dem Jahr soll auch der erste GPS-III-Satellit starten . Außerdem ist für Anfang 2014 die Inbetriebnahme des europäischen GPS-Konkurrenzsystems Galileo geplant.


Joachim Durchholz 11. Mai 2010

Der Spurwechselassistent weiß, auf welcher Spur man ist, und kann einen rechtzeitig...

Coffee 10. Mai 2010

... danke, wusste ich nicht.

MartinP 10. Mai 2010

1) V.34 sind doch 28800 Bits/Sec. Shannon heißt doch "Symbole pro Sekunde". Ich meine...

seeyouagaindfs 09. Mai 2010

http://en.wikipedia.org/wiki/Never_Let_Me_Down_Again free kachelmann

Galileo 09. Mai 2010

Mir klar - ich wollte eher darauf anspielen, das bei den Typischen EU-Quängeleien...

Kommentieren



Anzeige

  1. Software-Entwickler/-in (.NET)
    neveling.net GmbH, Hamburg
  2. Senior Head of IT Infrastructure and IT Operations (m/w)
    TUI Cruises GmbH, Hamburg
  3. Specialist Informationsschutz (m/w)
    BASF SE, Ludwigshafen
  4. Assistant Vice President, Product Services Analyst (m/w)
    Markit Indices, Frankfurt

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Exportsoftware

    Umstieg von Aperture auf Lightroom leichtgemacht

  2. Freewavz

    Bluetooth-Kopfhörer als Fitnesstracker

  3. Stockende Verhandlungen

    Apple TV wird wohl weiterhin kein Fernsehen empfangen

  4. Internet-Brille

    Lenovo stellt Konkurrenten für Google Glass vor

  5. Ex-NSA-Chef

    Keith Alexander gründet Cybersecurity-Firma

  6. Spielebranche

    Crytek verkauft Homefront mitsamt Studio an Koch Media

  7. Anonymisierung

    Projekt bestätigt Angriff auf Tors Hidden Services

  8. Amazon

    Marketplace-Händler verliert Klage gegen schlechte Bewertung

  9. Groupon

    Gnome und die Tücken das Markenrechts

  10. Secusmart/Blackberry

    Krypto-Handys mit vielen Fragezeichen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Google: Youtube und der falsche Zeitstempel
Google
Youtube und der falsche Zeitstempel
  1. Spielevideos Google soll 1 Milliarde Dollar für Twitch.tv zahlen
  2. Videostreaming Youtube-Problem war ein Bug bei Google
  3. Videostreaming Telekom sieht Youtube-Problem erneut bei Google

Liebessimulation Love Plus: "Ich hoffe, du wirst für immer schön bleiben"
Liebessimulation Love Plus
"Ich hoffe, du wirst für immer schön bleiben"
  1. PES 2015 angespielt Neuer Ball auf frischem Rasen
  2. Metal Gear Solid - The Phantom Pain Krabbelnde Kisten und schwebende Schafe

LG 34UM95 im Test: Ultra-Widescreen-Monitor für 3K-Gaming
LG 34UM95 im Test
Ultra-Widescreen-Monitor für 3K-Gaming
  1. Free-Form Display Sharp zeigt LCD mit kurvigem Rahmen
  2. Eizo Foris FS2434 IPS-Display mit schmalem Rahmen für Spieler
  3. Philips 19DP6QJNS Klappmonitor mit zwei IPS-Displays

    •  / 
    Zum Artikel