Enquêtekommission - zur Einigkeit gezwungen

Internet-Expertenwissen für den Bundestag

Am 5. Mai konstituiert sich die Internet-Enquêtekommission. Von ihr hängt ab, ob es der Bundespolitik gelingt, die verprellten Netzbewohner wieder einzubeziehen.

Anzeige

Zwischen einem großen Wurf und einer Art Nachhilfestunde für Bundespolitiker scheint alles möglich zu sein, wenn sich am 5. Mai die 26. Enquêtekommission des Bundestages konstituiert. Mindestens zwei Jahre lang soll sie das Phänomen Internet untersuchen und am Ende der Politik Empfehlungen geben. Die Netzpolitik hält damit offiziell Einzug in den Bundestag.

Eingeboren oder ignorant?

Wie konkret diese Handlungsanweisungen sein werden, kann noch niemand sagen. Schon bevor die Kommission ihre Arbeit überhaupt aufgenommen hat, wird aber eifrig über sie diskutiert. In Blogs und bei Twitter sorgen die Namen der 17 Bundestagsabgeordneten, die von ihren Fraktionen entsandt worden sind, für Kritik und Häme, selten auch für Anerkennung. Ob diese Politiker "Digital Natives" oder "Digital Ignorants" sind, wollte das Portal Politik Digital wissen und erstellte ein Ranking: Immerhin zweimal gab es "sehr gut", viermal aber auch "mangelhaft".

Das zusammenfassende Urteil der Blogger und Twitterer, so scheint es, fällt nicht unbedingt gut aus. Zumindest nicht für die Politiker. Einige von ihnen, etwa Manuel Höferlin von der FDP oder Konstantin von Notz (Grüne), haben sich bereits einen Namen in der Netzpolitik gemacht. Andere sind Neulinge in der Bundespolitik oder fielen bislang nicht durch ihr Engagement für oder wider das Internet auf. Oder fielen auf, aber nicht unbedingt positiv, wie Martin Dörmann von der SPD. Er bekam von Politik Digital eines der vier "mangelhaft" und ist bei vielen Aktivisten vor allem deswegen nicht gelitten, da er im Wahlkampf versuchte, die Kritiker aus dem Netz vom Sinn des damals geplanten Gesetzes zur Zugangserschwerung zu überzeugen und die deswegen erschallende Kritik an der SPD zu dämpfen.

Abgeordnete und Sachverständige

Umso bedeutsamer ist die Rolle der 17 Sachverständigen, die in die Kommission berufen worden sind. Sie sollen die Politiker beraten. Dabei könnte es von Beginn an heftig knirschen, etwa wenn es um Themen wie Urheberrecht, Netzneutralität oder Jugendschutz geht.

Die Frontlinie verläuft im Fall der Union quer durch die Fraktion. Hat sie doch unter anderem die Social-Media-Beraterin Nicole Simon berufen, die ihr Buch über Twitter kostenlos im Netz anbietet. Gleichzeitig berief die Union aber auch Dieter Gorny, den Vorsitzenden des Bundesverbandes der Musikindustrie und einen der lautesten Kämpfer gegen die von ihm sogenannte Musikpiraterie. Wie in Frankreich würde Gorny am liebsten demjenigen, der illegal Musik herunterlädt, das Surfen verbieten.

Die Experten der übrigen Fraktionen können dagegen mehrheitlich als progressiv gelten. Vor allem, da wichtige Namen der "Nettizens" ernannt wurden: So von den Grünen der Blogger und Creative-Commons-Aktivist Markus Beckedahl. Der Co-Organisator der Internetkonferenz re:publica hält die Forderung, Tauschbörsennutzern das Internet zu sperren, dezidiert für "irrsinnig, unverhältnismäßig und unvernünftig".

  1. 1
  2. 2

strudelbrain 02. Mai 2010

Ich war auch überrascht, aber genau genommen ist Zirkumflex richtig - es wird nur gern...

Neusprech 30. Apr 2010

Damit hat es sich mit jedweder ersthaften Absicht, die verprellten Web-User wieder zu...

Buntix 30. Apr 2010

...das klingt für mich mittlerweile wie der Plural von Diktator.

was sie wollen 30. Apr 2010

Wovon hängt wohl mehr ab. Von Lobbyisten oder von Gutachten die geheim bleiben obwohl sie...

Kommentieren




Anzeige
  1. Business- / Service-Analyst (m/w)
    ADAC e. V., München
  2. Testspezialist (m/w)
    PENTASYS AG, München und Frankfurt
  3. Senior Software-Entwickler .NET (m/w)
    IDpendant GmbH, Unterschleißheim bei München (Reisebereitschaft)
  4. IT-Support-Mitarbeiter/in
    Clifford Chance, Frankfurt am Main

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Meistgelesen
  1. Tablet-Nachfolger

    iPad-3-Teile aufgetaucht

  2. Tim Schafer

    40.000 US-Dollar für einen Konsolenpatch

  3. Gema-Vermerk

    Youtube sperrt irrtümlich Acta-Video von Bruno Kramm

  4. ProLiant Gen8

    HP macht Server unabhängig

  5. Youporn-Betreiber

    Hacker will 350.000 Datensätze bei Pornoseite erbeutet haben


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 270 | letzter Beitrag 13.02. 23:28

  2. Kommentare: 200 | letzter Beitrag 14.02. 22:07

  3. Kommentare: 194 | letzter Beitrag 14.02. 13:50

  4. Kommentare: 117 | letzter Beitrag 14.02. 12:39

  5. Kommentare: 100 | letzter Beitrag 14.02. 18:09

Mehr


  1. Youporn-Betreiber

    Hacker will 350.000 Datensätze bei Pornoseite erbeutet haben

  2. TZ77XE4

    Biostar zeigt Mainboard für Ivy Bridge und Sandy Bridge

  3. Unity Technologies

    Bessere Grafik und KI mit Unity 3.5 verfügbar

  4. Fifa Street

    Last Man Standing auf dem Bolzplatz

  5. Isis Web Browser

    Neuer Browser für HPs WebOS

  6. Nortel Networks

    Nortel war fast zehn Jahre lang gehackt

  7. Thermosensor

    Schmetterlingsflügel macht Wärme sichtbar

  8. Deutsche Gamestage

    Call for Papers der Quo Vadis verlängert

  9. Vodafone

    LTE auf dem Smartphone kostet monatlich 10 Euro mehr

  10. Abmahnabzocke

    Maximal 100 Euro Abmahngebühr für Urheberrechtsverstöße



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Gerüchte: Apple will alle Notebooks dünner machen
Gerüchte
Apple will alle Notebooks dünner machen

Apple soll einem Bericht zufolge seine gesamte Notebookpalette dem Macbook Air anpassen. Dazu müssten die relativ dicken Modelle der Macbook-Pro-Serie vollständig überarbeitet werden und Anwender auch von liebgewonnenen Eigenschaften Abschied nehmen.

  1. Apple-Patentantrag Macbooks mit Brennstoffzellen
  2. Landingzone Dockingstation für das Macbook Air

Apple: Apple-Aktie erreicht neuen Höchststand
Apple
Apple-Aktie erreicht neuen Höchststand

Seit der Bekanntgabe der letzten Quartalsergebnisse legt die Aktie von Apple fast täglich zu. Das Wachstum ist so stark, dass es den gesamten Aktienindex Standard & Poor's 500 nach oben zieht.

  1. Patentantrag Magsafe-Kabel für iPhone und iPad
  2. Tim Cook "Apple hat erstaunliche neue Produkte in Vorbereitung"
  3. Apple Massive Kritik an iBooks-Lizenzbedingungen

IMHO: Windows 8 - Microsofts Befreiungsschlag
IMHO
Windows 8 - Microsofts Befreiungsschlag

"Windows Reimagined", so bezeichnet Microsoft Windows 8. Es ist die größte Veränderung von Microsofts Betriebssystem seit Windows 95 und soll mit neuem UI und dem neuen API WinRT zum großen Befreiungsschlag für Microsoft werden.

  1. Beta Consumer Preview von Windows 8 am 29. Februar 2012
  2. Windows Explorer Windows 8 Beta mit weiteren Verbesserungen
  3. Sensor-Fusion Windows 8 soll Sensornutzung vereinfachen

Zum Artikel