Das Ende des bekannten Internets
Das Verfahren ermöglicht sehr weitreichende Kontroll- und Eingriffsmöglichkeiten. So können Pakete beispielsweise unter bestimmten Gesichtspunkten weitergeleitet werden: Dienste, für die ein Nutzer möglicherweise mehr bezahlt, werden priorisiert. Anderer Datenverkehr wird verlangsamt oder geblockt. So haben etwa in den USA Netzbetreiber zeitweise den Datenverkehr aus Tauschbörsen verlangsamt oder gesperrt. Einige Mobilfunkunternehmen, die auch mobiles drahtloses Internet anbieten, verhindern die Nutzung des Dienstes Skype, um ihr eigenes Mobiltelefoniegeschäft nicht zu schädigen.
Inhalte gezielt sperren
Für totalitäre Regierungen eröffnet das neue Möglichkeiten: Konnten sie früher nur Websites auf der Basis von IP-Adressen sperren - wodurch Inhalte etwa von gespiegelten Seiten durchrutschten -, können sie jetzt gezielt Inhalte ausfiltern. Die Analyse von abgerufenen Inhalten ermöglicht auch neue Geschäftsmodelle: Das britische Unternehmen Phorm etwa plante, per DPI das Nutzerverhalten zu analysieren und dazu passend Werbung auszuliefern, was zu lauten Protesten in Großbritannien führte und schließlich sogar die EU-Kommission auf den Plan rief.
DPI sei, vergleicht Bendrath, als werde am Straßenrand ein Scanner aufgestellt, der in jedes Auto, das vorbeifahre, hineinschaue und registriere, wie viele Menschen darin sitzen, welches Gepäck sie mitführen, ob sie rauchen oder sich unterhalten. Der Scanner greife dann auf der Basis bestimmter vorformulierter Regeln in das Auto ein, etwa indem er es verlangsame, ohne dass der Fahrer etwas dagegen tun könne.
Neues Netzkonzept
Diese Technik stehe damit im Gegensatz zum ursprünglichen Konzept des Internets. Das sei nämlich so konzipiert worden, dass alle Daten gleichberechtigt transportiert werden. Dahinter stand auch der Gedanke, die Möglichkeiten, das Netz zu kontrollieren, möglichst gering zu halten, erklärte Bendrath. Das ändere sich mit DPI von Grund auf.
Schließlich eröffnet DPI neue rechtliche Probleme: So sei beispielsweise nicht klar, ob DPI nicht eine Verletzung des Telekommunkationsgeheimnisses darstelle. Die Provider könnten in die Gefahr der Störerhaftung geraten: Wenn sie wissen können, dass ihre Nutzer verbotene Inhalte herunterladen, dann könnten sie dafür haftbar gemacht werden.
DPI einfach abzuschaffen, ist jedoch keine Lösung, urteilt Bogk. Wie so oft sei auch diese Technik "nicht per se böse". Tatsächlich leistet sie in der Computersicherheit gute Dienste. Spam oder Malware lassen sich damit bekämpfen. Außerdem sei DPI ein probates Mittel zur Abwehr von Distributed-Denial-of-Service-Attacken, da die entsprechenden Pakete ausgefiltert werden können.
| Deep Packet Inspection: Zensur und Spambekämpfung |





Das Problem dabei ist das nicht jeder Automatisch bösartig ist. Ich beispielsweise binn...
Quatsch, wenn ich so einen scheiss lese, dann drehts mir den magen rum. Wenn ein paket...
Die "Content-Mafia" befindet sich in der Rückzugsschlacht, sie werden so lange blutig...
das weis das DPI sytem jedoch nicht im voraus
Meiner Meinung nach, überwiegen aber ganz klar die Nachteile. Spam läßt sich auch über...
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