Mixd.tv: Soziales Netzwerk für Internetvideos

Open-Source-Video-Player sammelt und sortiert Videoinhalte aus dem Internet

Der Videoplayer Mixd.tv wartet mit einem eigenen Algorithmus zur Verarbeitung der Bewertung von Internetvideos auf. Die Software wurde auf Basis von Qt Quick/QML programmiert, unterstützt Eingaben per Touchscreen und verwendet den Mplayer zum Abspielen von Inhalten.

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Das Berliner Startup-Unternehmen Media Wedding hat seinen neuen quelloffenen Social-Video-Player Mixd.tv vorgestellt. Mixd.tv sammelt Onlinevideoinhalte von zahlreichen Videoportalen im Internet und speichert sie lokal auf dem Rechner ab. Danach bereitet Mixd.tv die Sammlung nach einem eigenen Bewertungssystem auf und spielt sie über den eingebetteten Mplayer ab. Benutzer können ihre Playlisten auf der Webseite des Projekts veröffentlichen. Mit seiner Unterstützung zahlreicher Formate sei die Software eine Art "Anti-iTunes", so Weis.

Die Entwickler Rüdiger Weis und Kristian Müller haben ihr an der Beuth Hochschule für Technik Berlin (vormals Technische Fachhochschule Berlin) begonnenes Projekt auf der re:publica 2010 in Berlin vorgeführt. Mixd.tv soll die Lücke zwischen Social Networks und Videoplayer schließen. Dazu verwendet die Software ein Aggregierungsverfahren und eine Bewertungsfunktion, die auf in Python geschriebenen Algorithmen basiert. Das Programm und die Oberfläche sind in der deklarativen Programmiersprache Qt Quick/QML programmiert. Mixd.tv kann auch per Touchscreen gesteuert werden. Zum Abspielen haben die Programmierer die Abspielsoftware Mplayer eingebettet.

Mit dem Mplayer können fast alle im Internet vorhandenen Videoinhalte abgespielt werden, Mixd.tv kann entsprechende Youtube-Inhalte ebenso abspielen wie Videos aus den Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender. Das soll beispielsweise dem Benutzer die Möglichkeit geben, das zeitlich begrenzte Online-Video-Angebot der öffentlich-rechtlichen Sender selbst bequem zu archivieren, so Weis. Videos werden nämlich direkt von der Webseite geholt und lokal gespeichert. Über veröffentlichte Playlisten können sich Benutzer später auf der Mixd.tv-Webseite austauschen.

Python trifft Qt Quick/QML

Der in Python geschriebene Algorithmus verwendet Bewertungen - sofern vorhanden - von den Webseiten selbst, die über Magnets genannte Crawler-Plugins eingesammelt werden. Die Bewertungen beeinflussen die Reihenfolge der Darstellung gesammelter Videos in der Mixd.tv-Oberfläche. Geplant ist, das Bewertungssystem auch direkt über die Oberfläche beeinflussen zu können, etwa durch Schieberegler unter den einzelnen Video-Thumbnails. Das verwendete Aggregierungsverfahren und das Bewertungssystem sind wie die gesamte Software unter der GPL veröffentlicht worden. Jeder kann eigene Magnets erstellen und in der Community verbreiten. Weis bezeichnete den Algorithmus als "Google für jedermann" und betonte, die Programmierung sei kinderleicht.

Die Benutzeroberfläche ist in der neuen deklarativen Programmiersprache QML/Qt Quick realisiert worden, was einerseits eine flexible Gestaltung der Benutzeroberfläche erlaubt, andererseits auch auf kleineren Prozessoren ressourcenschonend läuft. Zudem bietet QML die Möglichkeit der Steuerung per Touchscreen, was die Entwickler als kinetische Eingabe bezeichnen. Da die Entwicklungssprache noch recht jung ist, bereitet die Programmierung noch einige Probleme, so Müller. Neben Fehlern tauchen auch immer noch Mankos in Qt Quick/QML auf, die erst nach Feedback mit den QT-Entwicklern repariert wurden. Eine erste Portierung auf Nokias Linux-Smartphone N900 soll bereits funktionieren, die Entwickler Weis und Müller zeigten Mixd.tv auf einem Lenovo-Notebook mit Touchscreen. Als Schnittstelle zwischen dem Python-Code des Bewertungsalgorithmus und dem C++-Code von Qt haben die Entwickler Python-Boost verwendet.

Bislang haben die Entwickler neben einer Maemo-Version den Videoplayer auch auf Linux und Windows portiert. Eine Variante für Mac OS X ist in Arbeit, der Erscheinungstermin steht noch nicht fest. Die Betaversion soll in den kommenden Tagen an Benutzer versendet werden, die sich auf der Webseite des Projekts anmelden. Danach wollen die Entwickler Feedback abwarten, gemeldete Fehler beseitigen und noch an der Nutzerfreundlichkeit arbeiten. Ein Erscheinungstermin für eine öffentliche Betaversion steht noch nicht fest.


nf1n1ty 19. Apr 2010

Oder was sollte im Video eigentlich stehen?

usa 19. Apr 2010

Ich habe den Vortrag auf der re:publica10 erleben dürfen. Eine interessante Idee mit...

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