Nanobot als Medizintransporter im Körper

Nanohohlkugel aus Polymer dringt in Krebszelle ein

Kleine Hohlkugeln aus Polymer scheinen ein vielversprechendes Mittel im Kampf gegen Krebs: Die von Wissenschaftlern aus den USA entwickelten Transportvehikel liefern einen Stoff in Krebszellen ab, der darin die Bildung eines bestimmten Proteins unterbindet.

Anzeige

Wissenschaftlern des California Institute of Technology (Caltech) in Pasadena ist es gelungen, Nanopartikel herzustellen, die Arzneimittel an einem Krankheitsherd abliefern. Damit sei es möglich, Krebs zielgenau zu behandeln, schreiben die Onkologen um Mark Davis in der aktuellen Ausgabe der britischen Fachzeitschrift Nature.

BotenRNA blockiert

Als Behandlungsmethode gegen den Krebs nutzen die Forscher RNA-Interferenz (RNAi), bei der ein spezielles Gen der Krebszelle ausgeschaltet wird. Dabei wird sogenannte Small interfering RNA (siRNA) in eine Krebszelle eingebracht. Diese blockiert die BotenRNA (messenger RNA, mRNA ), die für die Bildung eines wichtigen Krebsproteins zuständig ist.

Die RNA-Interferenz, für deren Entdeckung Andrew Fire und Craig Mello 2006 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin Prize erhielten, gilt als vielversprechende Behandlungsmethode gegen Krebs. Das Problem ist bisher jedoch, die siRNA an die richtige Stelle zu transportieren.

Nanotransporter aus Polymer

Hier scheint das Team von Davis jetzt einen Weg gefunden zu haben: Ein 70 Nanometer großer Transporter, der in eine Blutbahn injiziert wird, bringt die siRNA zu der Krebszelle. Er besteht aus zwei verschiedenen Polymeren und hat die Form einer Hohlkugel, in deren Inneren sich die siRNA befindet. Außen ist der Nanopartikel mit einem Protein umhüllt, das es dem Nanotransporter ermöglicht, sich an einer Krebszelle anzulagern. Diese lässt die Nanokugel ein, die im Inneren der Krebszelle zerfällt und ihre Fracht freigibt.

In ersten klinischen Tests an wenigen Patienten konnten die Wissenschaftler die Nanopartikel in den Krebszellen nachweisen. Die Zahl der Nanopartikel in den Krebszellen korrelierte dabei mit der verabreichten Dosis. In den Zellen hatte die siRNA wie gewünscht die mRNA zerlegt. "Wir haben zumindest bewiesen, dass das RNAi-Verfahren in der Therapie bei Patienten angewandt und dass die zielgerichtete Auslieferung von siRNA für die systemische Verabreichung in Betracht gezogen werden kann", kommentierte Davis. Die Resultate der Tests wollen die Wissenschaftler im Sommer auf einer Konferenz vorstellen.


Derstoney 30. Mär 2010

Naja... ich denke wenn es ein direkt Lebensverlängerndes Mittelchen welcher art auch...

nocheiner 26. Mär 2010

Naja, mit der Theorie ist das immer soeine Sache. Ersetz das würde lieber mal durch ein...

nobody42 26. Mär 2010

Die verwendeten Cyclodextrin-Polymere sollen angeblich weniger toxisch sein als andere...

Bunsenbrenner 26. Mär 2010

Ich finde es ja schon kurios, dass sich einige Leute über einen Artiekl äußern, obwohl...

clipppp 26. Mär 2010

Von High-Tech reden, aber ein übles Clip-Art verwenden. :O

Kommentieren




Anzeige
  1. Anwendungsentwickler (m/w) für die Betreuung der Schriftgutsysteme
    Techniker Krankenkasse, Hamburg
  2. Referent (m/w) - Technischer Marktzugang
    Siemens AG, München
  3. Projektleiter Produkt-Entwicklung und -Qualifizierung (m/w)
    Giesecke & Devrient, München
  4. Qualitätssicherungs-Verantwo- rtliche/r IT-Projekte
    Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, Stuttgart

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Meistgelesen
  1. Tablet-Nachfolger

    iPad-3-Teile aufgetaucht

  2. Tim Schafer

    40.000 US-Dollar für einen Konsolenpatch

  3. Gema-Vermerk

    Youtube sperrt irrtümlich Acta-Video von Bruno Kramm

  4. ProLiant Gen8

    HP macht Server unabhängig

  5. Linux-Handbuch

    Umfassendes Nachschlagewerk als Openbook erhältlich


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 270 | letzter Beitrag 13.02. 23:28

  2. Kommentare: 194 | letzter Beitrag 13:50 Uhr

  3. Kommentare: 186 | letzter Beitrag 15:40 Uhr

  4. Kommentare: 118 | letzter Beitrag 17:08 Uhr

  5. Kommentare: 97 | letzter Beitrag 16:24 Uhr

Mehr


  1. Fifa Street

    Last Man Standing auf dem Bolzplatz

  2. Isis Web Browser

    Neuer Browser für HPs WebOS

  3. Nortel Networks

    Nortel war fast zehn Jahre lang gehackt

  4. Thermosensor

    Schmetterlingsflügel macht Wärme sichtbar

  5. Deutsche Gamestage

    Call for Papers der Quo Vadis verlängert

  6. Vodafone

    LTE auf dem Smartphone kostet monatlich 10 Euro mehr

  7. Abmahnabzocke

    Maximal 100 Euro Abmahngebühr für Urheberrechtsverstöße

  8. Proview Technology

    Ausfuhrverbot soll Apple von iPad-Herstellern abschneiden

  9. HTC Velocity 4G

    Android-Smartphone mit LTE und 4,5-Zoll-Touchscreen

  10. Farmville & Co.

    Patentklage gegen Zynga



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Bing, Blekko, Duck Duck Go: Googeln ohne Google?
Bing, Blekko, Duck Duck Go
Googeln ohne Google?

Die überarbeitete Version der Google-Suche "Search, plus Your World" hat heftige Debatten ausgelöst. Vor allem der Datenschutz steht mal wieder im Vordergrund der Kritik. "Geht es eigentlich auch ohne Google?", fragen sich daher viele Nutzer. Der Blogger Marcel Weiß hat es 18 Monate lang getestet.

  1. "Focus on the User" Facebook und Twitter zeigen Google, wie soziale Suche geht
  2. Neuer Algorithmus Google straft Seiten mit zu viel Werbung ab
  3. Theseus-Projekt Quote soll die erste Zitate-Suchmaschine Deutschlands werden

Samsung Galaxy Tab 2: 7-Zoll-Tablet mit Android 4.0 und Glonass-Unterstützung
Samsung Galaxy Tab 2
7-Zoll-Tablet mit Android 4.0 und Glonass-Unterstützung

Samsung hat mit dem Galaxy Tab 2 ein weiteres Android-Tablet vorgestellt. Es ist das erste Tablet von Samsung, auf dem gleich Android 4.0 alias Ice Cream Sandwich läuft und das den russischen Ortungsdienst Glonass unterstützt.

  1. Ice Cream Sandwich HTC bringt erste Updates auf Android 4.0 erst Ende März
  2. Notizprogramm Microsofts Onenote nun auch für die Android-Plattform
  3. Android-Verbreitung Ice Cream Sandwich und Donut sind gleichauf

Test X-Plane 10: Flugsimulator mit Openstreetmap und vielen Rechnern
Test X-Plane 10
Flugsimulator mit Openstreetmap und vielen Rechnern

Ernsthafte Flugsimulationen gibt es kaum noch. Eine der letzten verbliebenen ist X-Plane 10 für Windows, Mac OS X und Linux. Golem.de hat sich ins virtuelle Cockpit gesetzt und den Flugsimulator mit mehreren Rechnern und iPads als Instrumente gespielt.


Zum Artikel