Stiftung Warentest kritisiert Facebook, LinkedIn und Myspace

StudiVZ und SchülerVZ als Testsieger

Die Stiftung Warentest hat bei acht von zehn sozialen Netzwerken "deutliche" oder "erhebliche" Mängel beim Datenschutz und der Datensicherheit festgestellt. Am schlechtesten schnitten Facebook, Myspace und LinkedIn ab, Lob gab es hingegen für SchülerVZ und StudiVZ.

Anzeige

Bei ihrem Vergleichstest der sozialen Netzwerke waren die Tester von Stiftung Warentest erstmals als Hacker unterwegs - mit Erlaubnis der Betreiber. Bei einigen Netzwerken soll es nur wenige Tage gedauert haben, bis die Stiftungsmitarbeiter mit relativ einfachen Mitteln jedes beliebige Nutzerkonto übernehmen und auf die gespeicherten Daten zugreifen konnten.

In Bezug auf den Datenschutz ist die Kritik an den großen amerikanischen Netzwerken Facebook, Myspace und LinkedIn am größten. Sie würden einerseits die Rechte der Nutzer einschränken, sich aber selbst weitreichende eigene Rechte einräumen, vor allem was die Weitergabe der privaten Daten an Dritte angeht. So heiße es bei Facebook: "Du gibst uns eine weltweite Lizenz für die Nutzung jeglicher IP-Inhalte, die du auf oder im Zusammenhang mit Facebook postest". Damit ist das geistige Eigentum beispielsweise an Texten und Bildern gemeint.

Konkurrent Myspace verwende über 20 unwirksame Klauseln. Mit denen würde sich der Anbieter - so Stiftung Warentest sehr deutlich - "auf geradezu unverschämte Art Rechte an den Nutzerdaten" einräumen. Anstatt nach der wiederholten Kritik von Verbraucherschützern an sozialen Netzwerken ihre allgemeinen Nutzungsbedingungen zu verbessern, hätte sich bei den amerikanischen Social Networks nicht viel verändert - bei Myspace hätte es sich sogar verschlechtert.

Selbst wer auf seine Privatsphäre achte, könne schnell "ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt werden", warnt die Stiftung Warentest. Als Facebook im Dezember 2009 seine Datenschutzeinstellungen änderte, wurden etliche Profildaten, beispielsweise Name, Nutzerfoto und die Mitgliedschaft in Gruppen - bis dahin nur für Freunde sichtbar - öffentlich gemacht. "Wer das nicht möchte, muss sehr umständlich die Einstellungsmöglichkeit suchen und ändern", so die Kritik. Die Auswirkung der veränderten Datenschutzeinstellungen trafen auch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg; er behauptete anschließend, die Privatsphäre wäre heutzutage nicht länger eine soziale Norm.

Als positive Beispiele werden von Stiftung Warentest die sozialen Netzwerke StudiVZ und SchülerVZ herausgehoben. Sie würden dem Nutzer Einflussmöglichkeiten auf die Verwendung seiner Daten bieten und sie kaum an Dritte weitergeben. Die Prüfung durch den Tüv-Süd, mit dem seitens VZ Netzwerke geworben werde, bedeute jedoch keine umfassende Sicherheitsgarantie, da wichtige Sicherheitsaspekte vom Tüv gar nicht überprüft würden. Zertifizierungen und selbst die Testergebnisse der Stiftung Warentest könnten immer nur eine Momentaufnahme darstellen. Die Betreiberin VZ Netzwerke ist wie Golem.de eine unabhängige Tochter der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck.

Der komplette Test findet sich in der April-2010-Ausgabe der Zeitschrift test und unter www.test.de/netzwerke.


gg 29. Mär 2010

die werden ja wohl ihre eigenen Accounts gehackt haben ...

Marc O. 26. Mär 2010

Wirklich? Das bedeutet, wenn du als deutscher Verbraucher z.B. bei einem US-Online...

Gambit 26. Mär 2010

Wir drehen uns im Kreise... Du wirfst etwas in den Raum, es wird dir widerlegt, also...

Jürgen2 26. Mär 2010

Die Stiftung Warentest testet meistens nicht selber, sondern beauftragt unabhängige...

nicoledos 25. Mär 2010

nun ich finde fb sehr praktisch, nur sollte man nicht jeden hans wurst der seine...

Kommentieren


Early Adopter - Info-Blog für Technik Freaks / 29. Mär 2010

Facebook möchte Daten der Nutzer automatisch weitergeben



Anzeige
  1. Solution Architect (m/w)
    Loyalty Partner Solutions GmbH, Frankfurt
  2. Teamleiter (m/w) Datenbankadministration
    HAVI Logistics IS GmbH, Duisburg
  3. SAP-Entwickler (m/w)
    WIEGEL Verwaltung GmbH & Co KG, Nürnberg
  4. Head of Development (m/w)
    aboutbooks GmbH, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Ventus

    Mit der Netzgemeinde gegen den Klimawandel

  2. Offline-Karten-App für Android

    Maps With Me Pro gratis in Amazons App-Shop

  3. Linux-Kernel

    P-States verringern Leistungsaufnahme auf Intel-CPUs

  4. Adobe

    Photoshop Express jetzt auch für Windows 8

  5. Browser

    Firefox blinkt nicht mehr

  6. Tallinn-Manual

    Regierung äußert sich zu Nato-Regeln zum Töten von Hackern

  7. Clark Asay

    Defensive Patente mit freier Software nicht vereinbar?

  8. Massenentlassung

    Überleben von Rapidshare steht infrage

  9. Razer Atrox

    Arcade- und Mod-Controller für die Xbox 360

  10. Opensuse

    Erster Milestone für Opensuse 13.1



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Smartphones: Windows Phone erstmals vor Blackberry auf Platz drei
Smartphones
Windows Phone erstmals vor Blackberry auf Platz drei

Im ersten Quartal 2013 wurden erstmals mehr Smartphones mit Windows Phone als mit der Blackberry-Plattform verkauft, berichten die Marktforscher von IDC. Damit widersprechen sie den Analysen von Gartner, die Blackberry weiter auf dem dritten Platz sehen.

  1. Mobilfunk Fast drei Viertel der Smartphones laufen mit Android
  2. Snapzoom Mit dem Smartphone durchs Fernglas gucken
  3. Handymarkt Über ein Viertel aller verkauften Handys sind von Samsung

Quantum Artificial Intelligence Lab: Google quantencomputert mit der Nasa
Quantum Artificial Intelligence Lab
Google quantencomputert mit der Nasa

Google und die Nasa haben gemeinsam eine Forschungseinrichtung für künstliche Intelligenz gegründet. Mit Hilfe eines Quantencomputers wollen sie unter anderem bessere Vorhersagemodelle entwickeln.

  1. DNNresearch Google-Suche engagiert Wissenschaftler für neuronale Netze

XPS 10 und Surface: Deutliche Preissenkungen bei Windows-RT-Tablets
XPS 10 und Surface
Deutliche Preissenkungen bei Windows-RT-Tablets

Zwei Hersteller von Windows-RT-Tablets haben die Preise ihrer Geräte gesenkt, für einige deutlich. Dell senkt die Preise direkt um ein Drittel und Microsoft gibt das ziemlich teure Type oder Touch Cover dazu. Die nächste RT-Generation soll sogar noch billiger werden.

  1. Microsoft Verkauf des Surface Pro startet am 31. Mai
  2. Neue Firmware Update macht das Surface RT lauter
  3. Windows-Tablet Microsoft wird neue Surface-Serie ankündigen

Zum Artikel