Anzeige

US-Strafverfolger tummeln sich in sozialen Netzen

US-Behörden müssen EFF erklären, wie sie in sozialen Netzen ermitteln

Die US-Bürgerrechtsorganisation EFF hat zwei Dokumente veröffentlicht, die zeigen, wie US-Strafverfolger in sozialen Netzen ermitteln. Das Justizministerium etwa ermutigt Beamte, in Angeboten wie Facebook nach Verdächtigen zu suchen, ihre Kontakte zu überprüfen und ihren Aufenthaltsort herauszufinden.

Anzeige

US-Strafverfolger nutzen immer öfter soziale Netze wie Facebook, um Verdächtige aufzustöbern. Dabei sind die Beamten nicht unbedingt mit ihrer echten Identität unterwegs, sondern melden sich auch unter falschem Namen an. Das geht aus mehreren internen Behördendokumenten hervor, deren Herausgabe die US-Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) auf dem Gerichtsweg erreicht hat.

Präsentation des Justizministeriums

Das eine Dokument stammt von US-Justizministerium. Dabei handelt es sich um einen Leitfaden, der beschreibt, wie Strafverfolger soziale Netze bei der Suche nach Verdächtigen nutzen können. Darüber könnten sie beispielsweise herausfinden, mit wem ein Verdächtiger kommuniziere, heißt es in dem DOJ-Leitfaden. So ließen sich persönliche Verbindungen ableiten und auf Motive schließen, Alibis überprüfen oder der Aufenthaltsort einer Person ermitteln. Es folgen Hinweise, welche Art von Informationen die Beamten in Angeboten wie Facebook, Twitter oder Myspace finden.

Die Präsentation legt den Strafverfolgern nahe, unter falschem Namen bei den Plattformen aufzutreten. So könnten sie mit Gesuchten in Kontakt treten und beispielsweise an Informationen kommen, die nicht für jeden Nutzer zugänglich seien.

Anleitung der Steuerbehörde

Das zweite Dokument stammt von der US-Steuerbehörde, dem Internal Revenue Service (IRS). Es ist eine Anleitung, wie die Finanzbeamten im Netz Hinweise auf Steuervergehen finden können. Die Beamten lernen in mehreren Lektionen, Suchmaschinen zu bedienen, Webseitenbetreiber über Whois-Abfragen zu ermitteln, eine Website zu speichern oder nach alten Versionen einer Seite im Internetarchiv Archive.org zu suchen. Es fehlt auch nicht der Hinweis, dass die Beamten bei der Onlinerecherche vorsichtig sein sollen: Webseitenbetreiber könnten ihnen auf die Schliche kommen, wenn sie die übertragene IP-Adresse als zum IRS gehörig entlarven.

Anders als das DOJ, das offensichtlich in Kauf nimmt, dass Strafverfolger mit einer falschen Identität auftreten, verbietet die Steuerbehörde ihren Mitarbeitern das streng. Diese dürfen nur auf öffentlich zugänglichen Websites, die keine Zugangsbeschränkung wie eine Registrierung haben, recherchieren. "Sie dürfen keine Informationen auf Websites sammeln, wenn Sie sich mit einer fiktiven Identität registrieren", heißt es in der Einleitung zu dem Kurs.

Erst der Anfang

Die beiden Dokumente sind die ersten, die die EFF erhalten hat. Sie erwartet jedoch, dass in den kommenden Monaten weitere Strafverfolgungsbehörden und Geheimdienste Dokumente übergeben, aus denen hervorgeht, wie sie soziale Netze für Ermittlungen nutzen. Diese will die EFF ebenfalls auf ihrer Seite veröffentlichen.

Die EFF hatte im vergangenen Jahr von einer Reihe von Regierungsbehörden verlangt, dass sie erklären, wie sie soziale Netze für Ermittlungen nutzen. Nachdem mehrere der Behörden keine Auskunft geben wollten, hatten die Bürgerrechtler im Dezember 2009 unter Berufung auf den Freedom of Information Act auf die Offenlegung von Richtlinien zum Umgang mit sozialen Netzen geklagt. Einige Behörden, darunter der United States Marshals Service und das Bureau of Alcohol, Tobacco, Firearms and Explosives, gaben an, keine schriftlich fixierten Richtlinien zu haben.


eye home zur Startseite
Herr Bumsköter 07. Apr 2010

Wer in solchen Netzwerken kein gesundes Mißtrauen an den Tag legt und völlig bedenkenlos...

youdontknowme 18. Mär 2010

Hättet ihr etwa was anderes geglaubt? Leute wacht auf!!

Youssarian 18. Mär 2010

Dass Du keine Fantasie hast, wusste ich schon, als ich in der Übersicht den Nicknamen...

Youssarian 18. Mär 2010

Ich dementiere energischst, dass ich mit einem roten Luftballon im Foyer gestanden...

jemandhatwaszus... 17. Mär 2010

hmmm mir stellt sich nur die frage der qualität der daten. bin selbst in facebook. habe...

Kommentieren



Anzeige

  1. Projektmanager (m/w)
    SSI Schäfer Noell GmbH, Giebelstadt
  2. Gruppenleiter (m/w) Logistik, A/R und Risikomanagement
    Vodafone D2 GmbH, Düsseldorf (Home-Office)
  3. IT Business Intelligence Analyst (m/w)
    über Hanseatisches Personalkontor Nürnberg, Dreieck Ingostadt, München, Regensburg
  4. (Senior) Projektmanager (m/w)
    medavis GmbH, Karlsruhe (Home-Office)

Detailsuche



Anzeige

Folgen Sie uns
       


  1. Snowden

    Natural Born Knüller

  2. Ohne Google-Dienste

    Fairphone 2 bekommt offenes Android

  3. Messenger

    Whatsapp bekommt offenbar Voicemail und Rückrufe

  4. Großinvestor

    Icahn steigt bei Apple aus

  5. Ohne Display

    Leica M-D ist eine analoge Digitalkamera

  6. Smartphone-Chips

    Intel soll Broxton und Sofia eingestellt haben

  7. Youtube

    Geld verdienen trotz Rechtestreit

  8. Streaming

    Bundestag gibt Gema und VG Wort neue Rechte

  9. Security

    Der Internetminister hat Heartbleed

  10. Wifi-Pro-Serie

    Devolo betritt den WLAN-Markt



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Privacy-Boxen im Test: Trügerische Privatheit
Privacy-Boxen im Test
Trügerische Privatheit
  1. Alphabay Darknet-Marktplatz leakt Privatnachrichten durch eigene API
  2. Verteidigungsministerium Ursula von der Leyen will 13.500 Cyber-Soldaten einstellen
  3. Angebliche Zukunftstechnik Sirin verspricht sicheres Smartphone für 20.000 US-Dollar

LG Minibeam im Test: Wie ein Beamer mein Begleiter wurde
LG Minibeam im Test
Wie ein Beamer mein Begleiter wurde
  1. Huawei P9 im Test Das Schwarz-Weiß-Smartphone
  2. HTC Vive im Test Zwei mal zwei Meter sind mehr, als man denkt
  3. Panono im Test Eine runde Sache mit ein paar Dellen

Ubuntu on Windows im Test: Eine neue Hassliebe auf der Kommandozeile
Ubuntu on Windows im Test
Eine neue Hassliebe auf der Kommandozeile
  1. Subsystem für Linux Microsoft entschlackt den Kernel für Ubuntu on Windows
  2. Windows 10 Neue Insider-Preview verbessert Stift-Unterstützung
  3. Windows 10 Insider Build Vorschau mit dem Windows Subsystem for Linux ist da

  1. Re: Cortana abschalten?

    Captain | 12:11

  2. Re: Was für ein Leak

    1nformatik | 12:10

  3. Re: Vorinstallierte Browser und Suchen verbieten.

    Allandor | 12:09

  4. Halb so wild

    Ununhex | 12:09

  5. Re: Wie dachte man noch nach Ballmers Abtritt?

    DeathMD | 12:07


  1. 12:01

  2. 11:50

  3. 11:40

  4. 11:35

  5. 11:25

  6. 11:10

  7. 10:50

  8. 10:46


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel