Neues Botnet: Chuck Norris steckt im Router

Tschechische Wissenschaftler entdecken Malware in Routern

Eine neues Botnet namens Chuck Norris macht von sich reden. Entdeckt haben es tschechische Forscher der Universität von Brno, US-Medien haben sie nun erste Details verraten. Demnach steckt der Bot im Hauptspeicher von Routern und infiziert sie nach dem Ausprobieren von Passwörtern.

Anzeige

Dem Bericht von PC World zufolge hat der Bot seinen Namen durch eine Kommentarzeile erhalten, die in der Software steckt. Darin soll es auf Italienisch "im Namen von Chuck Norris" heißen. Der US-amerikanische Kampfsportler und Schauspieler wurde zur Internetlegende, weil ihm mit den sogenannten "Chuck Norris Facts" übermenschliche Fähigkeiten angedichtet werden.

Gegenüber einer Prager Onlinezeitung warnten die Forscher in der vergangenen Woche erstmals vor dem Schädling, erklärten aber nur, dass er sich im RAM von Routern festsetze und per IRC gesteuert werden soll. Gegenüber PC World erklärten sie nun etwas mehr zur Funktionsweise von Chuck Norris.

Demnach soll der Bot Router befallen, die unter Linux laufen, insbesondere solche mit MIPS-Prozessoren. Auch das Unternehmen D-Link nannten die Wissenschaftler als einen betroffenen Hersteller, gaben aber keine Modellbezeichnung von Routern an. Der Bot soll die Geräte durch das Ausprobieren von Default-Passwörtern infizieren und sich danach im Speicher des Routers installieren.

Dort versucht er dann andere Geräte im lokalen Netz anzugreifen, zudem soll er den Eintrag für den Domain Name Server (DNS) verändern. Damit werden die Nutzer auf andere als die beabsichtigten Webseiten umgeleitet, wo ihnen durch andere Sicherheitslücken auf dem PC selbst Schadsoftware untergeschoben werden kann.

Ungeklärt ist noch, wie der Bot überhaupt auf den PC gelangen kann, von dem aus die Passwörter für den Router ausprobiert werden können. Übliche Wege dafür sind infizierte Webseiten und Dateianhänge in E-Mails. Aus dem Router entfernt werden kann der Schädling laut PC World durch einen Neustart des Routers. Das Programm setzt sich also offenbar nicht in der Firmware des Geräts fest. Allerdings: Sollte der Bot aus zwei Teilen bestehen, die in PC und Router laufen, so würde der PC den Router sofort wieder infizieren.

Sicherheitslücke: Default-Passwort

Wie andere Bots auch wird Chuck Norris per IRC ferngesteuert, unter anderem soll er für DoS-Attacken vorgesehen sein. Dem Bericht des Prague Monitor zufolge haben die Wissenschaftler den Controlserver des Bots aber bereits abgeschaltet. Zudem machen sie bisher keine Angaben zur Zahl der Infektionen. Chuck Norris soll aber bereits in Asien, Europa und Südamerika gesichtet worden sein.

Auch wenn sich damit noch keine Einschätzung über die Bedrohung durch den neuen Bot treffen lässt, zeigt sein Auftreten jedoch, dass sich Malware-Programmierer zunehmend auf andere Geräte als nur PCs konzentrieren. Bereits Anfang 2009 soll ein Routerprogramm namens "Psyb0t" rund hunderttausend Geräte befallen haben. Die Webseite DroneBL soll Opfer von DoS-Attacken geworden sein und hat Psyb0t ausführlich dokumentiert.

Bots in Routern sind eine neue Qualität der Malware, weil sie in Geräten laufen, die oft monate- oder jahrelang am Internet hängen und vom Nutzer nicht kontrolliert werden. Da Psyb0t und Chuck Norris sich in beiden Fällen über schwache oder gar Default-Passwörter einschleichen, gilt wieder einmal der Hinweis: Gerade bei Netzwerkgeräten sind sämtliche Passwörter nach Inbetriebnahme und vor dem Verbinden mit einem Netzwerk auf sichere Einstellungen zu ändern.


Elune 16. Jul 2012

ja du bist der einzigste :D

d3wd 18. Jun 2010

Sonst steckt Chuck Norris immer nur IN DER WAND. ~d3wd

Sam Francisco 24. Feb 2010

Irgendwie erschließt sich mir der genaue Infizierungsweg noch nicht. - Wird a) erst der...

Mac Jack 24. Feb 2010

Der Buddha-Virus versetzt den Router in einen Stand-By Modus...

seit-1991-mit... 24. Feb 2010

--------------- 8< schnipp >8 ----------------- Du schreibst hier ein geistigen...

Kommentieren


ComputerBase / 26. Feb 2010

Botnetz „Chuck Norris" infiziert Router



Anzeige

  1. Entwicklungsingenieur (m/w) Software
    EBE Elektro-Bau-Elemente GmbH, Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart
  2. Senior UX/UI Designer für Web & Mobile Apps (m/w)
    24-7 Entertainment GmbH, Berlin
  3. Gruppenleiter (m/w) für Software-Qualitätsmanagement
    TRUMPF GmbH + Co. KG, Ditzingen bei Stuttgart
  4. Softwareentwickler Finanzwesen für den Third-Level-Support (m/w)
    FRITZ & MACZIOL group, Bentwisch (bei Rostock)

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Europäischer Gerichtshof

    Framende Links sind keine Urheberrechtsverletzung

  2. IP-Telefonie

    DDoS-Angriff legt Sipgate lahm

  3. Mobiles Bezahlen

    Überwiegend positive Erfahrungsberichte zu Apple Pay

  4. UniPi+

    Das Raspberry Pi B+, in Aluminium gehüllt

  5. Ubuntu 14.10

    Zum Geburtstag kaum Neues

  6. Deutsche Telekom

    "Verdienen nicht genug für den Ausbau für Milliarden GByte"

  7. Raumfahrt

    Mondrover Andy liefert Bilder für Oculus Rift

  8. Kingdom Come Tech Alpha

    Verirrte Schafe und geplagte Farmer

  9. Verwaltung

    Berliner Steuerbehörden wollen wieder MS Office nutzen

  10. Anno

    Erschaffe ein Königreich auf dem iPad



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



3D-Druck ausprobiert: Internetausdrucker 4.0
3D-Druck ausprobiert
Internetausdrucker 4.0
  1. Niedriger Schmelzpunkt 3D-Drucken mit metallischer Tinte
  2. Deltadrucker Magna Japanisches Unternehmen zeigt Riesen-3D-Drucker
  3. 3D-Technologie US-Armee will Sprengköpfe drucken

Qubes OS angeschaut: Abschottung bringt mehr Sicherheit
Qubes OS angeschaut
Abschottung bringt mehr Sicherheit

Schenker XMG P505 im Test: Flaches Gaming-Notebook mit überraschender GTX 970M
Schenker XMG P505 im Test
Flaches Gaming-Notebook mit überraschender GTX 970M
  1. Getac S400-S3 Das Ruggedized-Notebook mit SSD-Heizung
  2. Geforce GTX 980M und 970M Maxwell verdoppelt Spielgeschwindigkeit von Notebooks
  3. Toughbook CF-LX3 Panasonics leichtes Notebook mit der Lizenz zum Runterfallen

    •  / 
    Zum Artikel