Zensursula 2.0: Proteste gegen Pläne der Jugendschützer

Jugendmedienschutz-Staatsvertrag weckt Befürchtungen

Die kommende Beratung zum Jugendmedienschutz-Staatsvertrag wird von Protesten begleitet werden. Denn die Pläne der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) wecken bei Internetbürgerrechtlern schlimmste Befürchtungen.

Anzeige

Die Kommission für Jugendmedienschutz will mit Änderungen am Jugendmedienschutz-Staatsvertrag umfangreiche Zensur- und Sperrmaßnahmen im Internet umsetzen. Das geht aus der Stellungnahme der Jugendschützer zu einer Anhörung Ende Januar 2010 hervor.

Danach sollen nicht nur Access-Provider zu Sperren verpflichtet werden, sondern auch Suchmaschinenbetreiber, Social Communities und Blogs für Links haftbar gemacht werden, da diese "nicht in einem rechtsfreien Raum existieren, sondern den Jugendschutz bei den von ihnen verantworteten Angeboten durchsetzen müssen."

Die Staatskanzleien, die den geplanten Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) inhaltlich verantworten, haben nach eigenem Bekunden von der Zwangskennzeichnung von Inhalten und von Netzsperren Abstand genommen. "Wir sind die letzten, die Sperren einsetzen wollen", hieß es dort gegenüber Golem.de. Erledigt sei auch die gefürchtete Gleichbehandlung von Inhalte-, Hosting- und Zugangsanbietern.

Alvar Freude vom Arbeitskreis gegen Internetsperren und Zensur hat die Pläne als Horrorkabinett der Jugendschützer bezeichnet. Franziska Heine, die Initiatorin der Onlinepetition gegen Internetsperren, sagte: "Mit der Novellierung des JMStV steht bereits der nächste Versuch bevor, massiv in das Netz einzugreifen, der in seinen Konsequenzen weit über das Zugangserschwerungsgesetz hinausgeht."

Die Piratenpartei Rheinland-Pfalz kritisiert den bisherigen Entwurf des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages, der erhebliche Eingriffe in die Struktur des freien Internets und eine verfassungswidrige Zensurinfrastruktur beinhalte und ruft zu einer Demonstration dagegen auf. Am 24. Februar 2010 wird die Rundfunkkommission über den geänderten Entwurf des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags beraten. Die Kundgebung findet zwischen 14 Uhr und 19 Uhr auf dem Gutenbergplatz in Mainz statt. Unter dem Motto "Zensursula 2.0 - Stoppt den JMStV!" wollen die Piraten und andere Bürgerrechtler dort demonstrieren.

Angelo Veltens, Landesvorsitzender der Piratenpartei Rheinland-Pfalz, erklärte: "Wir lehnen das Vorhaben ab, im Zuge der Novellierung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages eine providerseitige Zensurinfrastruktur zu schaffen. Die Beteiligten verstehen das Internet offenbar nicht als Kommunikations-, sondern als Rundfunkmedium und versuchen es auch als solches völlig irrsinnig zu regulieren."


Sneaky Pie 23. Feb 2010

Wenn es danach ginge, was sie für ihre Leistungen verdienen würden, so wäre das höchstens...

Marcus W 22. Feb 2010

"Die Beteiligten verstehen das Internet offenbar nicht als Kommunikations-, sondern als...

mehr gibts... 22. Feb 2010

firehorse 22. Feb 2010

dann werden einfach entsprechende Gesetze gemacht. Würde die Politik sich einmal für die...

Kommentieren


Die wunderbare Welt von Isotopp / 23. Feb 2010

Grundrechtsfusion und ein Grundrecht auf Netzneutralität



Anzeige
  1. IT Ingenieur/-in Fachgebiet Desktop Basic
    ZF Friedrichshafen AG, Friedrichshafen
  2. IT-System Engineer (m/w) – Microsoft Backoffice Technologie
    InfraServ GmbH & Co. Gendorf KG, Burgkirchen
  3. Senior Softwaredeveloper C# / .Net im ALM Service (m/w)
    Siemens AG, Fürth
  4. Softwareentwickler Logistik- und Prozessautomation (m/w)
    Kabel Deutschland Vertrieb und Service GmbH, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Meistgelesen
  1. Bernd Schlömer

    Twittern und Mailen für die Piratenpartei im Dienst verboten

  2. Anstößige Animationen

    Cinemagram-App wieder in Apples App Store

  3. Kim Dotcom

    "Gebt mir meine Rechner zurück!"

  4. USB-Sticks und Speicherkarten

    Hersteller wehren sich gegen neue "Mondtarife"

  5. Bang! Lamp

    Eine Designlampe zum Abknallen


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 384 | letzter Beitrag 15:32 Uhr

  2. Kommentare: 219 | letzter Beitrag 16:26 Uhr

  3. Kommentare: 215 | letzter Beitrag 11:40 Uhr

  4. Kommentare: 181 | letzter Beitrag 16:58 Uhr

  5. Kommentare: 125 | letzter Beitrag 24.05. 18:01

Mehr


  1. Schmerzlos

    MIT-Forscher entwickeln Injektor mit Lorentzkraft-Antrieb

  2. Sony

    Music Unlimited nun auch fürs iPhone

  3. Samsung Galaxy S3

    Siri braucht sich nicht zu fürchten

  4. Gewerkschaft

    Entlassungen werden bei HP-Deutschland voll durchschlagen

  5. Tex Murphy

    Privatermittler sucht Privatinvestoren

  6. Studie

    Fast jeder zweite Nutzer hört legal Musik im Netz

  7. Funcom

    The Secret World mit neuen Plänen bis zum Start

  8. Play Store

    Google startet Bezahlabos in Android-Anwendungen

  9. Fußball

    Telekom stellt angeblich Liga Total ein

  10. SpaceX

    Dragon dockt an die ISS an



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Samsung XE300: Google Chromebox versehentlich ausgeliefert
Samsung XE300
Google Chromebox versehentlich ausgeliefert

Weitgehend unbemerkt hat der US-Händler Tigerdirect die ersten Chromebox-Systeme von Google ausgeliefert. Für 330 US-Dollar bekommt der Nutzer recht gute Hardware in Nettop-Form, die sehr viel leistungsfähiger ist als die des Chromebook mit ChromeOS.

  1. Googles Aura Chromium OS mit klassischem Desktop

Lollipop Chainsaw angespielt: Blond und brutal
Lollipop Chainsaw angespielt
Blond und brutal

Der japanische Spieldesigner Goichi Suda - Fans sagen schlicht "Suda 51" - ist für schräge Actionspiele bekannt. Sein nächstes Werk schickt ein scheinbar braves Schulmädchen in den Kampf gegen Zombies.

  1. Spielepublisher in Not dtp Entertainment meldet Insolvenz an
  2. US-Umsätze im März 2012 Spielemarkt schrumpft weiter
  3. Starlight Inception Lucas-Arts-Veteran kämpft für das Weltraum-Action-Genre

Owncloud Inc.: "Wir sind kein Serviceprovider"
Owncloud Inc.
"Wir sind kein Serviceprovider"

Das Unternehmen Owncloud entwickele nur Software und biete Support für Kunden, sagte Technikchef Frank Karlitschek auf dem Linuxtag 2012. Darüber hinaus verriet er einige technische Details zu Owncloud 4 und kommenden Entwicklungen.

  1. Persönlicher Onlinespeicher Owncloud 4.0 verschlüsselt Daten auf dem Server
  2. Persönlicher Onlinespeicher Owncloud erhält Android-Applikation
  3. Persönlicher Onlinespeicher Owncloud 2012 auch mit kostenpflichtigem Support

Zum Artikel