US-Polizisten fordern schnellen Zugang zu Providern

Provider sollen Kundendaten länger speichern

US-Polizisten fordern eine schnelle und direkte Verbindung zu Providern, um schneller an Personendaten zu kommen. Außerdem wollen sie eine längere Vorhaltezeit von Kundendaten. Fehlende Daten sollen Ermittlungen behindern.

Anzeige

Eine aktuelle Umfrage unter US-Polizisten bietet einen Einblick in die Arbeitsweise der Strafverfolger. Die Ergebnisse der Umfrage präsentiert ein Polizist aus Arizona am heutigen Donnerstag bei einem Treffen der Online Safety and Technology Working Group, das vom US-Handelsministerium organisiert wird, berichtet der US-Branchendienst Cnet.

Tausendfach Daten angefordert

Danach fordern Polizeieinheiten sehr häufig personenbezogene Daten von Providern an. Mehrere tausend Mal pro Jahr verschickten sie Aufforderungen an Unternehmen, personenbezoge Daten herauszugeben. Eine etwa 100 Mann starke Einheit zur Bekämpfung von Onlinestraftaten brachte es sogar auf 22.800 Anfragen in einem Jahr.

"Den meisten Internetnutzern ist nicht klar, wie oft die Regierung personenbezogene Daten von Unternehmen anfordert und wie oft sie ausgehändigt werden. Und das ohne richterliche Aufsicht", sagte Nicole Ozer von der Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) Cnet.

Anders als bei der Überwachung von Telefonen müssen Verfügungen auf Herausgabe von Daten, die an Internetprovider verschickt werden, nicht veröffentlicht werden. Die Unternehmen verschweigen deshalb meist, wie viele Anfragen sie von den Behörden bekommen. "Es scheint, als frage die Regierung nach so vielen personenbezogenen Daten, dass die Internetunternehmen nicht hinterher kommen", schließt Ozer.

Unzufriedenheit über Langsamkeit

Die Polizisten sind allerdings in mehrfacher Hinsicht unzufrieden mit dem Vorgehen. Derzeit müssen sie ihre Verfügungen per Fax, Brief oder E-Mail zustellen. Entsprechend lange dauert es oft, bis die Unternehmen die angefragten Daten per Fax zurückschicken. Eine große Zahl der Polizisten (89 Prozent) fordert deshalb die Einrichtung eines polizeieigenen Netzes für die die Kommunikation mit den Providern. Über einer Webschnittstelle sollen sie dann ihre Verfügungen direkt verschlüsselt an die Provider schicken, und diese übermitteln darüber dann die angeforderten Daten.

Zudem sprachen sich die Polizisten dafür aus, dass die Provider die Daten ihrer Nutzer, Adresse oder Kreditkartennummer, länger speichern sollen. Eine Mehrheit ist dabei für eine Speicherdauer von einem bis fünf Jahren. Einen Monat oder ein halbes Jahr hingegen halten nur wenige für ausreichend.

Ermittlungen behindert

Aus ihrer Sicht sind diese Forderungen auch begründet: Knapp zwei Drittel der Strafverfolger gaben an, Ermittlungen seien dadurch, dass Daten nicht mehr verfügbar waren, behindert worden. Knapp die Hälfte gab an, deswegen schon Ermittlungen eingestellt zu haben.

Der Autor der Umfrage, Frank Kardasz, ist Polizist in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona und leitet die dortige Arbeitsgruppe "Internet Crimes Against Children". An der Umfrage, die Kardasz im Oktober vergangenen Jahres durchgeführt hat, beteiligten sich 100 Polizisten. Die Umfrage sei Teil einer größeren Kampagne der US-Strafverfolger, die neue Bedingungen für Ermittlungen im Internet fordern, sagten zwei eingeweihte Quellen dem Branchendienst.

Kürzlich war bekannt geworden, dass sich Beamte der US-Bundespolizei FBI zwischen 2002 und 2006 in mehreren tausend Fällen mit falschen Dringlichkeitsverordnungen Telefonverbindungsdaten verschafft hatten.


Sentry 05. Feb 2010

Das auch für die Gesetze gelten und Menschen Rechte haben.

_UPPERcase 04. Feb 2010

*ironie* grundrechte sind nur was für verbrecher! Der Treue Bürger zeichnet sich auf...

_UPPERcase 04. Feb 2010

toller autovergleich. da mach ich gleich weiter : nehmen wir an man kann einfach so ohne...

ccccccccccccccc... 04. Feb 2010

Wieso überhaupt die Daten löschen? Zu unserer eigenen Sicherheit sollten wir zu Hause...

Rama Lama 04. Feb 2010

fordern ultimativ mindestens 120 Sonnentage pro Jahr. So kann man sich mit Forderungen...

Kommentieren




Anzeige
  1. Teamleiter (m/w) Projektmanagement
    DEXINA AG, Raum Stuttgart
  2. (Junior) Softwareentwickler C#/VB (m/w)
    Prodefacto Forderungsmanagement GmbH, Osnabrück
  3. (Junior) IT Berater (m/w) Java / Datenbank-Entwicklung
    cimt ag, Düsseldorf
  4. Entwicklungsingenieur (m/w) Elektronik
    J. Schmalz GmbH, Glatten bei Freudenstadt

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Xbox One

    Handel muss Gebrauchtspiele de-registrieren

  2. Lenovo

    "Wir können uns jede Übernahme leisten"

  3. Bundesdatenschützer

    Jobcenter sollen nicht bei Facebook recherchieren

  4. Navigation

    Google Maps erhält Routenplanung per Fahrrad

  5. Test Call of Juarez Gunslinger

    Hör-Spiel im Wilden Westen

  6. Fonic All-Net Flat

    Telefon-, SMS- und Datenflatrate für 25 Euro

  7. Drosselung

    Die Mär vom teuren Traffic oder wie viel kostet ein GByte?

  8. Telekom

    Bundestagspetition gegen Drosselung erreicht 50.000

  9. E-Ink

    Das E-Paper errötet

  10. Security

    WLAN-Suche als Einfallstor bei Android und iOS



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Blackberry Z10 im Langzeittest: Tausche Android gegen Blackberry
Blackberry Z10 im Langzeittest
Tausche Android gegen Blackberry

Mit dem Z10 versucht Blackberry ein Comeback im Smartphone-Markt. Auch Android-Anwendungen lassen sich auf dem Gerät installieren. Golem.de-Autor Tobias Költzsch hat zwei Wochen lang sein Galaxy S3 gegen das Z10 getauscht und im Langzeittest überprüft, wie schwer ein Umstieg ist.

  1. Smartphones Blackberry Q5 im Juli, Blackberry 10.1 wird verteilt
  2. Mobilfunk Fast drei Viertel der Smartphones laufen mit Android
  3. Blackberry-Chef "In fünf Jahren gibt es keine Tablets mehr"

Need for Speed Rivals: Verfolgungsjagden zwischen Cops und Rasern
Need for Speed Rivals
Verfolgungsjagden zwischen Cops und Rasern

Eine offene Spielumgebung, sehr schnelle Autos und spannende Verfolgungsjagden kündigt EA für Need for Speed Rivals an. Das Rennspiel auf Basis der Frostbite-3-Engine erscheint auch für die Next-Gen-Konsole.


Surface Pro im Test: Microsofts Tablet überzeugt als Notebook
Surface Pro im Test
Microsofts Tablet überzeugt als Notebook

Ein bisschen dicker, ein bisschen schwerer und dafür viel schneller: Das ist Microsofts Surface Pro im Vergleich zum Surface RT. Wir haben das Windows-8-Gerät auf seine Stärken hin untersucht und stellen fest, dass auch Microsoft Probleme mit einem kleinen Full-HD-Display hat.

  1. Microsoft Verkauf des Surface Pro startet am 31. Mai
  2. XPS 10 und Surface Deutliche Preissenkungen bei Windows-RT-Tablets
  3. Neue Firmware Update macht das Surface RT lauter

Zum Artikel