Angreifer auf EU-Emissionshandel erbeuten Millionen Euro (U)

Firmen fallen auf Phishing-Angriff herein

Viele europäische Firmen sind auf eine Phishing-E-Mail hereingefallen und haben ihre Zugangsdaten für die Deutsche Emissionshandelsstelle preisgegeben. Die Emissionsrechte der Unternehmen wurden von den Dieben schnell gewinnbringend weiterverkauft.

Anzeige

Bei EU-weiten Phishing-Angriffen per E-Mail sind Emissionsrechte in Millionenhöhe gestohlen und weiterverkauft worden. Das berichtet die Financial Times Deutschland. Die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) hat den Vorgang bestätigt und zum Schutz der Kunden "vorsorglich die Möglichkeit unterbunden, Transaktionen aus dem deutschen Register auszuführen", heißt es von der Behörde. Am 2. Februar 2010 waren auch die Emissionshandelsstellen in Belgien, Bulgarien, Dänemark, Griechenland, Italien, Rumänien, Spanien und Ungarn geschlossen.

Die Betrüger täuschten eine E-Mail der Deutschen Emissionshandelsstelle vor und forderten die Unternehmen auf, zur Abwehr eines drohenden Hackerangriffs ihre Nutzerkontodaten einzugeben und sich neu zu registrieren. Die so erbeuteten Zugangsdaten wurden genutzt, um Emissionsrechte auf Konten besonders in Großbritannien und Dänemark abzuräumen und weiterzuverkaufen, berichtet die Zeitung. Die neuen Besitzer gingen offenbar von einem legalen Geschäft aus. Ein mittelständischer Betrieb verlor allein Verschmutzungsrechte im Wert von 1,5 Millionen Euro. Betroffen seien neben Industriebetrieben auch Energieversorger. In Deutschland seien bei Stichproben bereits neun Betrugsfälle gefunden worden.

Die Deutsche Emissionshandelsstelle hatte bereits am 28. Januar 2010 gewarnt, sie sei nicht der Verfasser der Betrüger-E-Mails. Wer auf die Phishing-Attacke hin Nutzernamen und Passwort auf einer fremden Website eingegeben habe, solle seinen Zugang zum Register sperren, indem er den richtigen Nutzernamen sowie dreimal ein falsches Passwort eingebe. Um das Emissionshandelsregisters sicher zu nutzen, sollte ein weiterer Kontobevollmächtigter nach dem Vier-Augen-Prinzip eingeführt werden, dessen Zustimmung für die Durchführung einer Transaktion erforderlich ist.

Nachtrag vom 03. Februar 2010, 15:29 Uhr:

"Nach bisheriger Kenntnis haben sieben von circa 2.000 Nutzern des deutschen Emissionshandelsregisters ihre Kontozugangsdaten weitergegeben und so Betrügern den Zugriff auf ihre Konten ermöglicht", gab das Umweltbundesamt bekannt, zu dem die Deutsche Emissionshandelsstelle gehört. Die Betrüger haben sich dadurch Emissionsrechte im Wert von 3 Millionen Euro aneignen können. Die betroffenen Unternehmen und das Umweltbundesamt hätten Strafanzeigen erstattet. Transaktionen aus dem deutschen Emissionshandelsregister seien voraussichtlich ab dem 4. Februar 2010 wieder möglich.


eigenen... 03. Feb 2010

Wenn die Unternehmen die Rechte zurückbekommen, dann entsteht ihnen kein Schaden. Sondern...

ich, wer sonst 03. Feb 2010

Soviel zu den Profis! Jeder einzelene Bankkunde in Deutschland wird darauf hingewiesen...

lolrider 03. Feb 2010

Die deutsche Regierung hat ja klar4 gestellt das deutschland kein rechtssataat ist!

Hagen Schramm 03. Feb 2010

Vermieten. Kann man bestimmt schöne Penthouse-Suiten draus machen ;-)

EinSchreiberling 03. Feb 2010

Nun Eisen für den Stahl muss erst mal gewonnen werden. Und der Sauerstoff muss aus dem...

Kommentieren


IT-weblog / 03. Feb 2010

Diese Woche keine Emissionen



Anzeige
  1. Referent (m/w) - Technischer Marktzugang
    Siemens AG, München
  2. Softwareentwickler Vernetzung (m/w)
    Miele & Cie. KG, Gütersloh
  3. Teamleiter (m/w) für die Entwicklung der Programmer Verifikation
    BIOTRONIK SE & Co. KG, Berlin
  4. Softwareentwickler Java (m/w)
    Payment Network AG, Wetzlar bei Frankfurt

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Meistgelesen
  1. Tablet-Nachfolger

    iPad-3-Teile aufgetaucht

  2. Tim Schafer

    40.000 US-Dollar für einen Konsolenpatch

  3. Gema-Vermerk

    Youtube sperrt irrtümlich Acta-Video von Bruno Kramm

  4. ProLiant Gen8

    HP macht Server unabhängig

  5. Linux-Handbuch

    Umfassendes Nachschlagewerk als Openbook erhältlich


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 270 | letzter Beitrag 13.02. 23:28

  2. Kommentare: 194 | letzter Beitrag 13:50 Uhr

  3. Kommentare: 187 | letzter Beitrag 17:46 Uhr

  4. Kommentare: 121 | letzter Beitrag 17:55 Uhr

  5. Kommentare: 100 | letzter Beitrag 18:09 Uhr

Mehr


  1. Youporn-Betreiber

    Hacker will 350.000 Datensätze bei Pornoseite erbeutet haben

  2. TZ77XE4

    Biostar zeigt Mainboard für Ivy Bridge und Sandy Bridge

  3. Unity Technologies

    Bessere Grafik und KI mit Unity 3.5 verfügbar

  4. Fifa Street

    Last Man Standing auf dem Bolzplatz

  5. Isis Web Browser

    Neuer Browser für HPs WebOS

  6. Nortel Networks

    Nortel war fast zehn Jahre lang gehackt

  7. Thermosensor

    Schmetterlingsflügel macht Wärme sichtbar

  8. Deutsche Gamestage

    Call for Papers der Quo Vadis verlängert

  9. Vodafone

    LTE auf dem Smartphone kostet monatlich 10 Euro mehr

  10. Abmahnabzocke

    Maximal 100 Euro Abmahngebühr für Urheberrechtsverstöße



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Spielebranche: Diskussion über "stinkende Gamer"
Spielebranche
Diskussion über "stinkende Gamer"

Nach der Gamescom 2011 löste ein TV-Bericht von RTL über angeblich schlecht riechende Gamer Empörung aus. Jetzt folgt die Aufarbeitung der Szene beim Games Culture Circle in Berlin.

  1. Umfrage Zuschauer wollen mehr HD-Programme
  2. Golem.de guckt Wärmegedämmte Verschwörungstheorien
  3. Golem.de guckt George Orwell und der nigerianische Wahlkampf

IBM-Mainframe: Nasa schaltet letzten Großrechner ab
IBM-Mainframe
Nasa schaltet letzten Großrechner ab

Die Nasa hat den letzten IBM-Mainframe abgeschaltet. Damit gehe eine Rechnerära bei der Nasa zu Ende, schreibt deren IT-Chefin.

  1. Grail Nasa veröffentlicht Video von der Rückseite des Mondes

Blackhole Toolkit: Cryptome gehackt und mit Malware infiziert
Blackhole Toolkit
Cryptome gehackt und mit Malware infiziert

Cryptome ist gehackt und mit einer Schadsoftware infiziert worden. Der Schadcode hatte alle Seite das Angebotes befallen, das deshalb komplett wiederhergestellt werden musste.

  1. Evilshadow Microsoft Store in Indien gehackt
  2. Nach Hackerangriff Polizei-Webserver in Nordrhein-Westfalen seit 12 Tagen down
  3. Windows und Office 21 Sicherheitslücken in Microsofts Software

Zum Artikel