Pepsi findet Planeten im Weltraum

Pepsi findet Planeten im Weltraum

Superchips für einen Spektrografen aus Potsdam

Um extrem schwaches Licht aus dem Weltall erfassen zu können, haben Wissenschaftler aus Potsdam ein wissenschaftliches Instrument gebaut, das Potsdam Echelle Polarimetric and Spectroscopic Instrument, kurz Pepsi genannt. Kernstück von Pepsi sind zwei CCD-Chips mit einer Auflösung von je 111 Megapixeln.

Anzeige

Dieser Fotochip dürfte so manchen Digitalfotografen vor Neid erblassen lassen: Der CCD-Chip ist 9,5 x 9,5 cm groß und verfügt über 10.560 x 10.560 Pixel. Das entspricht einer Auflösung von über 111 Megapixeln. Gleich zwei dieser Chips sollen künftig im Large Binocular Telescope (LBT) Licht aus fernen Galaxien erfassen.

Pepsi für das Weltall

Die Chips sind Teil des Potsdam Echelle Polarimetric and Spectroscopic Instrument (Pepsi). Das ist ein wissenschaftliches Instrument, das extrem schwaches Licht auffängt, wie es etwa erdähnliche Planeten in anderen Galaxien aussenden. Diese emittieren nur wenige Photonen in der Sekunde - viel zu wenig, um es mit dem bloßen Auge, aber auch mit vielen aktuellen Instrumenten sehen zu können. Pepsi soll 96 Prozent des sichtbaren Lichts auffangen können. Selbst hochempfindliche astronomische Fotoplatten verpassten früher bis zu 98 Prozent der ankommenden Photonen.

Hergestellt wurden die hochempfindlichen Chips vom kalifornischen Unternehmen Semiconductor Technology Associates (STA). Die Fertigung war sehr aufwendig: Um die Quanteneffizienz von 96 Prozent im sichtbaren Licht zu erzielen, darf der lichtempfindliche Bereich des Chips nur wenige hundert Atomschichten dick sein. Um das zu erreichen, wurde Atomschicht um Atomschicht vom Chip abgetragen, bis er die nötige Dicke hatte. Dieser Prozess nahm zwei Jahre in Anspruch.

Damit die Chips richtig arbeiten können, kommen sie in eine Kammer, in der ein Vakuum und eine Temperatur von 130 Grad unter null Grad Celsius herrschen. Diese Bedingungen seien nötig, um die Bewegung der Moleküle und Atome des Materials so gering wie möglich zu halten. Das Kühlgefäß und der Kopf der CCD Kamera entstanden am Astrophysikalischen Instituts Potsdam (AIP). "Die Anforderungen an die Dichte des Vakuums und an die Festigkeit des Materials waren bei dieser Einheit gerade wegen der Größe und der Wärmeempfindlichkeit auf der Oberfläche der CCDs besonders hoch", erklärt Klaus Strassmeier, der das Pepsi-Projekt leitet.

Pepsi für das Weltall

Damit der Chip präzise arbeitet, dürfe die Abweichung von einer Kante zu einer anderen nur ein Hundertstel eines Millimeters betragen. "Das ist", vergleicht Strassmeier, "als ob man 112 Millionen Zahnstocher in den Boden steckt, um die Oberfläche eines Fußballfeldes zu bedecken, und man darf nur ein Millimeter von einer Ecke zur anderen abweichen, und man hat nur einen Versuch pro Zahnstocher."

Pepsi wird im kommenden Jahr am LBT installiert. Das Teleskop auf dem Mount Graham im Südosten des US-Bundesstaates Arizona verfügt über zwei Spiegel mit einem Durchmesser von 8,4 Metern. Es gilt als eines der größten und leistungsfähigsten Teleskope auf der Erde. Pepsis Aufgabe wird es sein, kosmische Magnetfelder zu vermessen und erdähnliche Exoplaneten zu finden.


TheSpeedyV 01. Mär 2010

Die einen sagen so, die anderen so. Ich frage mich einfach nur, wenn sie etwas finden...

Daddl 31. Jan 2010

Warum, seit Einführung des iPhones sind Backsteine doch wieder in, ist doch nur eine...

Snipet 30. Jan 2010

... im Weltraum (wo auch sonst^^) und (vielleicht) findet Pepsi auch (irgendwann) mal...

kerl 30. Jan 2010

111MP bei gleich großem Sensor natürlich.

Besserwisser01 30. Jan 2010

bei Trilliarden von Galaxien sollte doch ein erdähnlicher Gesteinsbrocken dabei sein...

Kommentieren



Anzeige

Anzeige

  1. Teamleiter E/E (m/w)
    MBtech Group GmbH & Co. KGaA, Mannheim
  2. Software Ingenieur (m/w) Roboterprogrammierung / Automatisierungstechnik
    Continental AG, Hannover
  3. IT-Mitarbeiter (m/w)
    SRH Dienstleistungen GmbH, Oberndorf a. N.
  4. IT-Support Mitarbeiter/in
    Patent- und Rechtsanwälte Hoffmann Eitle, München

 

Detailsuche


Top-Angebote
  1. 3 TV-Serien für 25 EUR
    (u. a. Der Lehrer, Supernatural, The Big Bang Theory, The Mentalist, Shameless)
  2. NUR HEUTE: Transcend 1.000-GB-SSD
    329,99€
  3. NEU: Call of Duty: Advanced Warfare Day Zero Edition (PS4)
    39,97€ USK 18

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Autobahn

    Ruhrgebiet soll Testgebiet für autonomes Fahren werden

  2. Glibc

    Ein Geist gefährdet Linux-Systeme

  3. iPhone

    Apple patentiert ansteckbares Gamepad und weiteres Zubehör

  4. KDE Plasma 5.2 erschienen

    Breeze ist überall

  5. Vorratsdatenspeicherung

    EU-Kommission plant keinen neuen Anlauf

  6. Microblogging

    Twitter führt Videofunktion und Gruppennachrichten ein

  7. Spionagesoftware

    Kaspersky enttarnt Regin als NSA-Programm

  8. Lunar-X-Prize

    Google zeichnet Mondfahrer aus

  9. Raumfahrt

    Lightsail segelt mit dem Sonnenwind um die Erde

  10. Nachfrage stagniert

    Foxconn will künftig weniger Arbeiter neu einstellen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



IMHO: Juhu, DirectX 12 gibt's auch für Windows-7-Besitzer
IMHO
Juhu, DirectX 12 gibt's auch für Windows-7-Besitzer
  1. Benchmark-Beta DirectX 12 und Mantle gleich schnell in 3DMark
  2. Grafikschnittstelle AMD zieht Aussage zu DirectX 12 zurück
  3. Grafikschnittstelle Kein DirectX 12 für Windows 7

Samsung Gear VR im Test: Ich liebe das umschnallbare Heimkino!
Samsung Gear VR im Test
Ich liebe das umschnallbare Heimkino!
  1. Für 200 US-Dollar verfügbar Samsungs Gear VR ist nicht für Radfahrer geeignet
  2. Innovator Edition Gear VR wird Anfang Dezember 2014 in den USA ausgeliefert
  3. Project Beyond Frisbee-Kamera für Samsungs Gear VR

F-Secure: Bios-Trojaner aufzuspüren, ist "fast aussichtslos"
F-Secure
Bios-Trojaner aufzuspüren, ist "fast aussichtslos"

    •  / 
    Zum Artikel