Strafnachlass in US-Filesharing-Fall

Briten klagen über unberechtigte Warnschreiben

Ein US-Berufungsgericht hat die Strafe der wegen illegalen Musiktauschs verurteilten Jammie Thomas-Rasset von knapp zwei Millionen auf 54.000 US-Dollar reduziert. In Großbritannien beschweren sich Internetnutzer, weil ihnen angeblich ungerechtfertigt Warnschreiben wegen Dateitauschaktivitäten ins Haus flattern.

Anzeige

Statt knapp zwei Millionen nur 54.000 US-Dollar Schadensersatz, das klingt fast wie ein Schnäppchen. Ein Berufungsgericht in Minnesota hat die im ersten großen Filesharing-Verfahren in den USA von einer Jury festgesetzte Schadensersatzsumme für "monströs und schockierend" befunden. Unter ausführlicher Würdigung aller Verfahrensdetails und besonders des Verhaltens der Beklagten Jammie Rasset-Thomas entschied das Gericht, die Höhe des Schadensersatzes auf 54.000 US-Dollar zu reduzieren. Diese Summe sei insbesondere angesichts der einfachen Lebensverhältnisse von Thomas-Rasset ausreichend, um den gewünschten "Abschreckungseffekt" zu erreichen.

Das Gericht entschied zugleich, dem von den Anwälten der Beklagten vorgebrachten Zweifel an der grundsätzlichen Verfassungswidrigkeit der Schadensersatzbemessung nicht nachzugehen. Richter Michael J. Davis betonte, dass es seiner Auffassung nach praktisch unmöglich sei, den tatsächlich entstandenen Schaden vernünftig zu kalkulieren. Damit bleibt weiter offen, ob ein Schadensersatz in Millionenhöhe oder auch nur in Höhe von einigen zigtausend Dollar für das illegale Anbieten von 24 Musikstücken in einer Tauschbörse völlig unangemessen und deshalb verfassungswidrig ist.

Laut P2Pnet haben die klagenden Plattenfirmen Jammie Thomas-Rasset eine Einigung angeboten, wenn sie bereit sei, einen Schadensersatz von 25.000 US-Dollar zu zahlen. Das lehnte Thomas-Rasset aber ab: "Ich sage ihnen: Entweder, wir einigen uns zu meinen Bedingungen, oder ihr könnt versuchen, vor Gericht den entstandenen Schaden nachzuweisen. Wenn ihr mehr als 24 Dollar nachweisen könnt, habt ihr Glück..."

Der Fall dürfte die Gerichte wohl noch eine Weile beschäftigen.

Derweil verstärkt die Musikindustrie ihren Kampf gegen das Filesharing in Großbritannien. Dabei scheinen die von ihr beauftragten Kanzleien und Ermittlungsfirmen nicht zimperlich vorzugehen. Bei der Verbraucherschutzorganisation Which häufen sich laut BBC Beschwerden von Internetnutzern über ungerechtfertigte Warnschreiben wegen Dateitauschaktivitäten.

Strafnachlass in US-Filesharing-Fall 

lerts 12. Jul 2010

Es geht nicht um den tatsächlich entstandenen Schaden, sondern um einen möglichst starken...

arthurs 31. Jan 2010

ich hätte ja jetzt eher gedacht der deal wäre anders abgelaufen. so in der art...

PanopticlickerK... 30. Jan 2010

Was für ein verschrobenes Verständnis von Kunst. Warum soll deiner Meinung nach Kunst...

Bitte Mit... 29. Jan 2010

Das war sowas von abzusehen. Wenn die Kontentmafia einmal den Knüppel zwischen den Beinen...

qwertzuiopü 29. Jan 2010

Also bei mir ist diese Seite erreichbar (Kabel Deutschland)? Versuch mal nen anderen DNS...

Kommentieren




Anzeige
  1. Informatiker / Fachinformatiker IT Support (m/w)
    CROWN Gabelstapler GmbH & Co. KG, München
  2. Java Software Entwickler (m/w)
    Information Factory Deutschland GmbH, Nürnberg
  3. Web-Redakteurin / Web-Redakteur
    Universität Passau, Passau
  4. (Junior) IT-Consultant (m/w)
    Tangram TeleOffice GmbH, Herrenberg

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Meistgelesen
  1. Bernd Schlömer

    Piratenchef darf im Dienst weder mailen noch twittern

  2. Anstößige Animationen

    Cinemagram-App wieder in Apples App Store

  3. Kim Dotcom

    "Gebt mir meine Rechner zurück!"

  4. Bang! Lamp

    Eine Designlampe zum Abknallen

  5. Google Maps

    Behörde verschleudert Bundesdaten an Google


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 384 | letzter Beitrag 15:32 Uhr

  2. Kommentare: 218 | letzter Beitrag 14:54 Uhr

  3. Kommentare: 215 | letzter Beitrag 11:40 Uhr

  4. Kommentare: 180 | letzter Beitrag 12:20 Uhr

  5. Kommentare: 125 | letzter Beitrag 24.05. 18:01

Mehr


  1. Tex Murphy

    Privatermittler sucht Privatinvestoren

  2. Studie

    Fast jeder zweite Nutzer hört legal Musik im Netz

  3. Funcom

    The Secret World mit neuen Plänen bis zum Start

  4. Play Store

    Google startet Bezahlabos in Android-Anwendungen

  5. Fußball

    Telekom stellt angeblich Liga Total ein

  6. SpaceX

    Dragon dockt an die ISS an

  7. IMHO

    Gema und Youtube - der Kampf ums Urheberrecht

  8. USB-Sticks und Speicherkarten

    Hersteller wehren sich gegen neue "Mondtarife"

  9. Test HTC One XL

    Smartphone-Leichtgewicht mit LTE

  10. Gerücht

    Spiele-Streaming kommt auf die Playstation



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Toshiba AT300: 10-Zoll-Tablet mit Quad-Core-Prozessor und Android 4
Toshiba AT300
10-Zoll-Tablet mit Quad-Core-Prozessor und Android 4

Toshiba hat das Excite 10 unter der Bezeichnung AT300 für Europa angekündigt. Das Tablet hat einen 10-Zoll-Touchscreen, den Quad-Core-Prozessor Tegra 3 von Nvidia und wird mit Android 4 alias Ice Cream Sandwich ausgeliefert.

  1. Smartphones und Tablets Fünf Nexus-Geräte zum fünften Geburtstag von Android?
  2. Iconia Tab A510/A511 Lieferprobleme bei Acers Android-Tablets
  3. Acer Iconia Tab A700 Android-4-Tablet mit 10-Zoll-Full-HD-Display kommt im Juni

Urheberrechtsverletzungen: Google löscht monatlich über 1 Million URLs aus dem Index
Urheberrechtsverletzungen
Google löscht monatlich über 1 Million URLs aus dem Index

Google erweitert seinen Transparenzbericht und zeigt ab sofort auch, wer wie viele Löschanträge wegen Urheberrechtsverletzungen bei Google stellt. Ganz oben auf der Liste steht Microsoft.

  1. Suchmaschine Google Search 2.0 für das iPhone mit neuer Oberfläche
  2. Einlenken oder zahlen EU-Kommission gibt Google letzte Chance
  3. China sagt Ja Google darf Motorola kaufen

Kingdoms of Amalur: 38 Studios entlässt alle Mitarbeiter
Kingdoms of Amalur
38 Studios entlässt alle Mitarbeiter

Das vom US-Baseballstar Curt Schilling gegründete Entwicklerstudio 38 Studios ist so gut wie pleite: Nach einer Reihe von Finanzproblemen hat die Firma jetzt alle Beschäftigen entlassen.

  1. MMXII D.W. Bradley plant Neuauflage von Dungeon Lords
  2. Legend of Grimrock im Test-Video Das Anti-Skyrim
  3. Wasteland 2 Kreativhilfe durch Obsidian ab 2,1 Millionen US-Dollar

Zum Artikel