Webvideo: Mozilla wehrt sich

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Davon abgesehen, wären die Lizenzkosten für Mozilla beachtlich. Mozilla-Entwickler Mike Shaver beziffert die für Mozilla anfallenden Lizenzgebühren auf etwa 5 Millionen US-Dollar pro Jahr. Sein Kollege Christopher Blizzard warnt, H.264 könnte zu einem ähnlichen Problem wie GIF werden. Einst hatte Unisys begonnen, Lizenzgebühren für das im Web etablierte Grafikformat zu verlangen. So könnte es auch bei H.264 kommen: Der Codec würde demnach solange kostenlos angeboten, bis er etabliert sei, dann aber würde abkassiert. Seit dem 1. Oktober 2006 sind die GIF-Patente ausgelaufen.

Für Mozilla sind nur freie Codecs eine Option

Daher setzt Mozilla auf die freien Audio- und Videocodecs Ogg Vorbis und Ogg Theora, denn sie können frei von Lizenzgebühren genutzt werden. Ursprünglich war angedacht, die freien Codecs auch als Standardcodecs in HTML5 festzuschreiben, doch dagegen machte sich unter anderem Nokia stark. Einige Unternehmen lehnen Ogg Vorbis und Ogg Theora ab, da sie Lizenzforderungen aus sogenannten U-Boot-Patenten fürchten, also Forderungen von Patentinhabern, die darauf warten, dass die Technik ausreichend Verbreitung findet, um dann die Nutzer zur Kasse zu bitten.

Mit ihren Forderungen, H.264 als Standardcodec in HTML5 festzuschreiben, konnten sich diese Unternehmen aber ebenfalls nicht durchsetzen. Dies würde aus den oben genannten Gründen gegen die W3C-Richtlinien verstoßen.

Googles On2-Übernahme ein Ausweg?

So zeigt die zunehmende Unterstützung von HTML5-Video nur das seit geraumer Zeit bekannte Dilemma auf, das schon bei der Standardisierung von HTML5 nicht einvernehmlich gelöst werden konnte. Eine Lösung des Problems erhofft sich Mozilla-Entwickler Christopher Blizzard von Google. Er spekuliert darauf, dass Google die mit der Übernahme von On2 erworbene Codectechnik nutzen wird, um einen neuen freien Codec zu etablieren. Die Technik von On2 sei H.264 überlegen, ist bislang aber proprietär. Blizzard geht aber davon aus, dass Google dies ändern wird, und verweist auf die Philosophie des Suchmaschinenanbieters. Mit Google als starke Kraft hinter einem solchen seit Jahren kommerziell genutzten, aber künftig freien Codec, bei dem alle Patente in einer Hand liegen, könnten auch die Bedenken der heutigen H.264-Verfechter entkräftet werden.

Mozilla, so Blizzard weiter, sei gern bereit, einen freien Codec von Google zu unterstützen. Offiziell aber hat Google noch nicht erklärt, was das Unternehmen mit der zusammen mit On2 gekauften Technologie vorhat. Doch eine Frage bleibt offen: Haben Anbieter, die heute H.264 unterstützen und selbst Patente an der Technik halten, überhaupt eine Motivation, eine andere Technik zu unterstützen?

 Webvideo: Mozilla wehrt sich

GodsBoss 23. Feb 2010

Sie können doch eben nicht sicher sein, woher wollen sie wissen, dass H.264 nicht doch...

GodsBoss 23. Feb 2010

In der Softwarebranche gab es lange Zeit keine Patente und die war eine der am...

GodsBoss 23. Feb 2010

Wie gut, dass du aufgepasst hast. Wenn es nach dem W3C gegangen wäre, hätten wir sowieso...

GodsBoss 23. Feb 2010

Dieser Teil von HTML 5 (das video-Element) funktioniert doch im Firefox. Es wird nur ein...

GodsBoss 23. Feb 2010

Das von dir postulierte „alle anderen" gibt es aber so nicht bzw. selbst wenn sein...

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