Designierter EU-Binnenmarkt-Kommissar für ACTA und EU-Patent

Michel Barnier will Piraterie bekämpfen

Der Kandidat für das Binnenmarktressort der künftigen EU-Kommission, Michel Barnier, hat sich dafür ausgesprochen, die Verhandlungen zum ACTA-Abkommen und die Schaffung eines EU-Patents voranzutreiben.

Anzeige

Michel Barnier ist ein Piratenjäger. Daran ließ der von EU-Kommissionspräsident José Manuel Durão Barroso als Binnenmarktkommissar vorgeschlagene Franzose in der Anhörung vor dem Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz (IMCO) keinen Zweifel. Der 59-jährige Barnier, der bisher selbst stellvertretender Ausschussvorsitzender des IMCO war, machte in den Antworten auf die Fragen seiner Parlamentskollegen klar, dass er das insgeheim verhandelte internationale Anti-Piraterie-Abkommen ACTA als wichtiges Instrument im Kampf gegen Internetpiraterie und Produktfälschung ansieht.

Der "Schutz derer, die in Europa kreativ tätig sind", werde zu den Schwerpunkten seiner Arbeit als Binnenmarktkommissar gehören, sagte Barnier in der Anhörung. Das sei für ihn ein Herzensthema. Das Urheberrecht sei für die Kreativen sehr wichtig und müsse den aktuellen Realitäten angepasst werden. Bisher seien schon mehr als 2,5 Millionen Arbeitsplätze in Europa wegen Piraterie und Produktfälschungen verloren gegangen. Die Bekämpfung der Piraterie und speziell der Internetpiraterie habe daher hohe Priorität. Dabei will Barnier mit Blick auf die Jugendlichen auch auf pädagogische Ansätze wie etwa Sensibilisierungs- und Aufklärungskampagnen setzen. Solche Kampagnen will Barnier auch in ACTA verankern.

Zur Bekämpfung von Piraterie und Fälschungen werden laut Barnier in Europa neue Sanktionsmöglichkeiten benötigt. Das mit den USA verhandelte ACTA-Abkommen sei wichtig, um in Europa besser gegen Fälschungen vorgehen zu können. Die Bekämpfung von Produktfälschungen sei auch ein wichtiges Thema des Verbraucherschutzes. Die Verbraucher müssten sich auf die Authentizität und Sicherheit von Produkten verlassen können.

Um Daten über den Umfang von Piraterie und Fälschungen in der EU zu sammeln, soll eine eigene Beobachtungsstelle eingerichtet werden. Der aus Mailand stammende EU-Abgeordnete Matteo Salvini machte deutlich, dass Norditalien seiner Meinung der geeignete Standort für ein solches Observatorium sei, da man dort besonders stark unter Produkt- und Markenpiraterie leide.

Ein weiterer wichtiger Punkt, der in der Anhörung zur Sprache kam, war die Problematik des Gemeinschaftspatents, von Barnier auch als "europäisches Patent" bezeichnet. Barnier stimmte dem Abgeordneten Robert Rochefort zu, dass es in dieser Frage nicht zuletzt wegen der immens hohen Kosten der Patentierung in der EU dringenden Handlungsbedarf gibt. Er räumte allerdings ein, dass die Frage der Sprachen der Patentanmeldung Fortschritte schwierig mache. Barnier will dazu aber bald einen Vorschlag unterbreiten.

Grundsätzlich befürwortet Barnier einen Beitritt der EU zum europäischen Patentübereinkommen, "wenn damit die Probleme gelöst werden". Er machte aber deutlich, dass er die Variante bevorzugt, bei der sich die EU-Mitgliedsstaaten vor dem Beitritt auf ein eigenes Gemeinschaftspatent verständigen. [von Robert A. Gehring]


Moby 17. Jan 2010

Na, lieber umdrehen und weiter büseln.

Demokratische... 16. Jan 2010

Nein, wenn man das öffentlich verhandeln würde könnte es ja sein das das Volk es...

EuDR 15. Jan 2010

Die EU-Kommission hat ungefähr die demokratische Legitimation des ZK in der DDR.

Kommentieren




Anzeige
  1. Projektmanager Websites (m/w)
    GRUNWALD Kommunikation und Marketingdienstleistungen GmbH & Co. KG, Unterföhring
  2. Anwendungsberater/in Salesforce
    Schaeffler Technologies AG & Co. KG, Herzogenaurach
  3. Fachinformatiker / Programmierer (m/w) Anwendungsentwicklung C#, VB, VBA
    KRAUSE-Werk GmbH & Co. KG, Alsfeld
  4. Software-Entwickler/in (Java oder PHP)
    iVentureCapital.com GmbH, Hamburg

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Meistgelesen
  1. Bernd Schlömer

    Piratenchef darf im Dienst weder mailen noch twittern

  2. Kim Dotcom

    "Gebt mir meine Rechner zurück!"

  3. Anstößige Animationen

    Cinemagram-App wieder in Apples App Store

  4. Bang! Lamp

    Eine Designlampe zum Abknallen

  5. Google Maps

    Behörde verschleudert Bundesdaten an Google


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 383 | letzter Beitrag 13:28 Uhr

  2. Kommentare: 218 | letzter Beitrag 14:54 Uhr

  3. Kommentare: 215 | letzter Beitrag 11:40 Uhr

  4. Kommentare: 180 | letzter Beitrag 12:20 Uhr

  5. Kommentare: 125 | letzter Beitrag 24.05. 18:01

Mehr


  1. Studie

    Fast jeder zweite Nutzer hört legal Musik im Netz

  2. Funcom

    The Secred World mit neuen Plänen bis zum Start

  3. Play Store

    Google startet Bezahlabos in Android-Anwendungen

  4. Fußball

    Telekom stellt angeblich Liga Total ein

  5. SpaceX

    Dragon dockt an die ISS an

  6. IMHO

    Gema und Youtube - der Kampf ums Urheberrecht

  7. USB-Sticks und Speicherkarten

    Hersteller wehren sich gegen neue "Mondtarife"

  8. Test HTC One XL

    Smartphone-Leichtgewicht mit LTE

  9. Gerücht

    Spiele-Streaming kommt auf die Playstation

  10. Owncloud Inc.

    "Wir sind kein Serviceprovider"



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Energy Harvesting: Strom aus dem Teelicht
Energy Harvesting
Strom aus dem Teelicht

T-Pod ist ein kleines Kraftwerk für unterwegs. Betrieben mit einer kleinen Kerze, erzeugt das Gerät Strom für eine Leselampe oder das Laden des Smartphone-Akkus.

  1. Energy Harvesting Viren in der Schuhsohle liefern Strom fürs Smartphone
  2. Saubere Energie In New York kommt Strom bald aus der Wasserleitung

IMHO: Warum ich nicht Diablo 3 spiele
IMHO
Warum ich nicht Diablo 3 spiele

Diablo 3 ist toll, sagen viele Spieler - Diablo 3 ist eine Stimulus-Response-Maschine, sagt Rainer Sigl. Der Blogger und leidenschaftliche Gamer erklärt, warum er sich Blizzards jüngstem Werk verweigert.

  1. IMHO Bitte aufwachen, Hollywood!
  2. IMHO Die Cebit verpufft in der Wolke

Lockheed Martin: US-Soldaten in Afghanistan bekommen Exoskelett
Lockheed Martin
US-Soldaten in Afghanistan bekommen Exoskelett

Lockheed Martin hat eine neue Version des Exoskeletts Hulc vorgestellt, das es einem Menschen ermöglicht, schwere Lasten zu heben und zu tragen. Der Hersteller will das System im Spätsommer testen und, wenn alles gutgeht, danach an US-Soldaten in Afghanistan ausliefern.

  1. Rüstung Ramsch-Technik aus China in US-Waffensystemen

Zum Artikel