Angst vor Datenklau bedroht China-Handel

China verlangt Offenlegung von Quellcode

Der Internetangriff auf Google in China hat deutsche Firmen aufgeschreckt. Spionage und der wachsende Druck der chinesischen Regierung zur Freigabe sensibler Informationen behindern das Geschäft mit der kommenden Supermacht. Die deutsche Wirtschaft reagiert alarmiert - und warnt sogar vor einer Abwanderung von Firmen.

Anzeige

Der Druck der chinesischen Regierung zur Freigabe sensibler Informationen verschärft die Sorge, dass die Präsenz auf dem riesigen Markt für die Unternehmen mit wachsenden Risiken verbunden ist. Denn neben der Internetspionage setzt China zunehmend noch andere Mittel ein, um sich gewünschte Daten oder wirtschaftlich verwertbares Know-how zu verschaffen. Dazu gehören neue Regeln im Bereich der Zertifizierung von Produkten, Patenten, aber auch der wachsende Einsatz chinesischer Spione in westlichen Industriestaaten.

Gerade neue Regelungen, die Peking für den Zugang auf dem chinesischen Markt aufbaut, werden von der deutschen Wirtschaft als immer problematischer angesehen - und durchkreuzen das Ziel, die Beziehungen weiter auszubauen. "Es darf nicht sein, dass etwa Automobilfirmen in Joint Ventures mit Technologieübertragung gezwungen werden oder dass Detailpläne der Produktionsprozesse für Genehmigungsverfahren abgegeben werden müssen", sagte Jürgen Hambrecht, Vorsitzender des Asien-Pazifik-Ausschusses der deutschen Wirtschaft (APA). "Zudem müssen Maschinenbauer, IT- und Softwarehersteller bei der Zertifizierung in China hochsensible Daten offenlegen." Konzerne wie Siemens haben eigens Rechtsexperten eingestellt, die diese Prozesse prüfen.

Die Gefahr des Missbrauchs sei sehr groß, hieß es im Umfeld der EU-Kommission in Peking. Die EU-Handelskammer in China hat das Spionageproblem mehrfach öffentlich kritisiert. Mit der geforderten Standardisierung könnten vertrauliches "Detailwissen und sensitive Informationen, die für die Zertifizierung nicht direkt relevant sind", in die Hände chinesischer Konkurrenten gelangen, heißt es in einem Positionspapier.

Für deutsche Wirtschaftsvertreter in Peking ist dies inzwischen "das größte Exporthemmnis für europäische Firmen". So scheuten etwa einige deutsche Hightech-Unternehmen im Solarbereich den Gang nach China. Und ein deutscher Hersteller im Bereich der Sicherheitssoftware habe Großaufträge abgelehnt, weil er über die nötige Zulassung in China seine Quellcodes - das "Herz" der eigenen Entwicklung - preisgeben sollte.

"China sollte eher die internationalen Standards zur gegenseitigen Zertifizierung mit beschränkten Offenlegungspflichten übernehmen", forderte APA-Chef Hambrecht. Nur gemeinsame Standards förderten den gewünschten Ausbau der Beziehungen. Beharre Peking auf seinem Kurs, könnte dies kontraproduktiv sein, warnte der Präsident des IT-Branchenverbandes Bitkom, August-Wilhelm Scheer. "Die geplante Zertifizierung für bestimmte IT-Sicherheitsprodukte mit Zwang zur Offenlegung der Quellcodes wird zu einer Abwanderung innovativer Firmen aus China führen."

"Auch der Patentschutz ist noch immer ein großes Problem", sagte ein deutscher Diplomat in Peking. Das Thema wolle Außenminister Guido Westerwelle (FDP) heute bei seinem Antrittsbesuch in China "aktiv" ansprechen. Dies forderte auch Bitkom-Chef Scheer. [von Daniel Goffart, Andreas Hoffbauer und Andreas Rinke / Handelsblatt]


ledonz 19. Jan 2010

Das was die mit ihren Leuten machen sollte uns zu denken geben. Wenn der Wirtschaftskrieg...

irgendwersonst 16. Jan 2010

ja bestimmt und Google hätte diesen Umstand bestimmt nicht in die Welt hinaus posaunt...

irgendwersonst 16. Jan 2010

d.h. Strafzölle auf Produkte aus allen Ländern? lol aber EU Subventionen sind erlaubt um...

irgendwersonst 16. Jan 2010

na, so würde ich das nicht sagen, es ist eher so, daß man sich untereinander halt...

irgendwersonst 16. Jan 2010

ja genau, was für ein Blödsinn. Wenn es mit Firefox läuft, dann auch mit den anderen...

Kommentieren




Anzeige
  1. Projektmanager Websites (m/w)
    GRUNWALD Kommunikation und Marketingdienstleistungen GmbH & Co. KG, Unterföhring
  2. Anwendungsberater/in Salesforce
    Schaeffler Technologies AG & Co. KG, Herzogenaurach
  3. Fachinformatiker / Programmierer (m/w) Anwendungsentwicklung C#, VB, VBA
    KRAUSE-Werk GmbH & Co. KG, Alsfeld
  4. Software-Entwickler/in (Java oder PHP)
    iVentureCapital.com GmbH, Hamburg

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Meistgelesen
  1. Bernd Schlömer

    Piratenchef darf im Dienst weder mailen noch twittern

  2. Kim Dotcom

    "Gebt mir meine Rechner zurück!"

  3. Anstößige Animationen

    Cinemagram-App wieder in Apples App Store

  4. Bang! Lamp

    Eine Designlampe zum Abknallen

  5. Google Maps

    Behörde verschleudert Bundesdaten an Google


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 383 | letzter Beitrag 13:28 Uhr

  2. Kommentare: 218 | letzter Beitrag 14:54 Uhr

  3. Kommentare: 215 | letzter Beitrag 11:40 Uhr

  4. Kommentare: 180 | letzter Beitrag 12:20 Uhr

  5. Kommentare: 125 | letzter Beitrag 24.05. 18:01

Mehr


  1. Studie

    Fast jeder zweite Nutzer hört legal Musik im Netz

  2. Funcom

    The Secred World mit neuen Plänen bis zum Start

  3. Play Store

    Google startet Bezahlabos in Android-Anwendungen

  4. Fußball

    Telekom stellt angeblich Liga Total ein

  5. SpaceX

    Dragon dockt an die ISS an

  6. IMHO

    Gema und Youtube - der Kampf ums Urheberrecht

  7. USB-Sticks und Speicherkarten

    Hersteller wehren sich gegen neue "Mondtarife"

  8. Test HTC One XL

    Smartphone-Leichtgewicht mit LTE

  9. Gerücht

    Spiele-Streaming kommt auf die Playstation

  10. Owncloud Inc.

    "Wir sind kein Serviceprovider"



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Kim Dotcom: "Gebt mir meine Rechner zurück!"
Kim Dotcom
"Gebt mir meine Rechner zurück!"

Kim Schmitz will Zugriff auf seine 135 Computer und Festplatten, die die neuseeländischen Behörden im Januar 2012 beschlagnahmt haben. Das FBI halte das Material von der Justiz in Neuseeland zurück, um seine Verteidigung im Fall Megaupload zu erschweren, sagt er.

  1. Megaupload Kim Dotcom darf wieder das Internet benutzen
  2. Nach Megaupload Mediafire und weitere Filehoster im Fokus der Filmindustrie
  3. Megaupload Kim Schmitz muss mit monatlich 37.000 Euro zurechtkommen

The Elder Scrolls 5 Skyrim: Update für Kämpfe hoch zu Ross
The Elder Scrolls 5 Skyrim
Update für Kämpfe hoch zu Ross

Die Kavallerie hält Einzug in Himmelsrand: Mit Patch 1.6 liefert Bethesda die Möglichkeit nach, in Skyrim auch auf dem Rücken von Pferden zu kämpfen. PC-Spieler dürfen bereits jetzt hoch zu Ross das Schwert schwingen.

  1. Skyrim unterstützt Kinect Der Drachenschrei ins Mikrofon
  2. The Elder Scrolls 5 Patch 1.5 macht Skyrim schöner
  3. Selbstbau-VR Skyrim mit Videobrille, Headtracker und Kinect

Lollipop Chainsaw angespielt: Blond und brutal
Lollipop Chainsaw angespielt
Blond und brutal

Der japanische Spieldesigner Goichi Suda - Fans sagen schlicht "Suda 51" - ist für schräge Actionspiele bekannt. Sein nächstes Werk schickt ein scheinbar braves Schulmädchen in den Kampf gegen Zombies.

  1. Spielepublisher in Not dtp Entertainment meldet Insolvenz an
  2. US-Umsätze im März 2012 Spielemarkt schrumpft weiter
  3. Starlight Inception Lucas-Arts-Veteran kämpft für das Weltraum-Action-Genre

Zum Artikel