IMHO: 3D-Fernsehen - Hype, Chancen und Risiken

Trend in den USA, schwierig für den deutschen Markt

Das Thema 3D-Heimkino mittels Blu-ray-Discs und Fernsehausstrahlungen war der stärkste Trend der CES 2010 in Las Vegas. Viele US-Amerikaner können sich spontan dafür begeistern. In Deutschland sind die Vorzeichen nicht so positiv.

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"Did you see Avatar?" war häufig die Einstiegsfrage, wenn Vertreter von Unterhaltungselektronikherstellern Journalisten auf der CES für 3D begeistern wollten. Ja, haben wir. Fast die gesamte Redaktion von Golem.de. Die Meinungen sind gespalten: "Wahnsinn" finden die einen, "Das hätte mir auch in 2D gereicht", sagen die anderen.

Unbestreitbar ist Camerons Science-Fiction-Werk ein Aushängeschild für 3D-Filme, immerhin nutzt er die dritte Dimension so konsequent, dass die Gräser in den zahlreichen Dschungelszenen unmittelbar vor dem Zuschauer stehen, ohne aufdringlich zu wirken.

Daran müssen sich die Kinogänger allerdings erst gewöhnen, denn sonst folgen sie nicht dem Film, sondern konzentrieren sich mit wachem Kopf auf diese Effekte. Das ist dann so wie in Volksfest-Kinos oder bei früheren Versuchen wie Der weiße Hai 3D, wo dem Zuschauer dauernd ins Hirn gehämmert wurde: "Hey, das ist 3D!" In einem Spielfilm sind solche Gags fehl am Platze, die Story muss fesseln. Daran hakt es bei Avatar etwas.

 

Es kann kein Zufall sein, dass der technikversessene Regisseur, der mit Terminator 2 die Spezialeffekte revolutioniert hat, und sein Studio ihr neues Produkt wenige Wochen vor der CES in die Kinos brachten. Erklärtes Ziel der Unterhaltungsbranche war es, die Messe in Las Vegas mit allen Showeffekten zum Startschuss von 3D zu Hause zu machen. In US-Kinos ist das längst Alltag: Vier der zehn meistbesuchten Filme waren 2009 dort schon 3D-Produktionen. Auch in Deutschland boomt das 3D-Kino.

Diese Technik ins Heimkino zu bringen ist ein logischer Schritt. Dahinter steckt jedoch mehr: 3D ist der Hoffnungsträger für höhere Absätze in Zeiten der Krise. HD hat in den USA schon fast jeder, jetzt muss den Leuten etwas anderes verkauft werden. Der Zeitpunkt dafür ist richtig, denn schon seit zehn Jahren gibt es dort regelmäßige HD-Ausstrahlungen im kostenpflichtigen Fernsehen.

Viele Empfangsgeräte, insbesondere Plasmas der ersten Generation, haben das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. Wenn schon ein neuer Fernseher ins Haus soll, warum nicht gleich einer mit 3D? Ob das Filmerlebnis zu Hause auf dem kleineren Bildschirm oder per Projektor dem 3D-Eindruck des Kinos aber ebenbürtig sein kann, muss sich noch zeigen.

Die Begeisterung für 3D war auf der CES so groß, dass etliche Aussteller, die mit Fernsehen, Blu-ray oder überhaupt Video eigentlich nichts zu tun hatten, 3D-Lösungen von anderen Anbietern auf ihre Stände packten, um Aufmerksamkeit zu erheischen. Ein Hype wie aus dem Marketinglehrbuch. Das gilt auch für die Abfolge der Pressekonferenzen, wo jeder Hersteller ein Highlight präsentierte - dort die schönste Brille, hier die erste semiprofessionelle Kamera. Sony durfte dann zum Abschluss eine Liveübertragung in 3D durch die Brillen schicken, um den direkten Vergleich zwischen Realität und 3D-Darstellung zu ermöglichen.

 

Überhaupt Brillen: Uninformierte Forenvielschreiber sagen 3D nur dann Erfolg voraus, wenn es ohne Brille funktionieren würde. Lösungen in hohen Auflösungen sind dafür jedoch noch nicht serienreif, die Brille an sich ist auch nicht das Problem. Denn die Brillen für zu Hause sind viel komfortabler als die Billigware aus den Kinos, sie sind auch über einer Korrekturbrille problemlos tragbar. Da es mit Blu-ray 3D einen Standard gibt, auf den auch die Fernsehformate aufsetzen, lassen sich die Brillen hoffentlich auch bald mit Fernsehern eines anderen Herstellers kombinieren.

Das Problem für 3D, gerade in Deutschland, ist die geringe Verbreitung von HD und der damit verbundene Unwille vieler Technikfans, schon wieder aufzurüsten. Die öffentlich-rechtlichen Sender nehmen erst in einigen Wochen den Regelbetrieb in HD auf, die Privaten verstecken sich hinter HD+, für das sich die Begeisterung bei den Kunden gelinde gesagt in sehr engen Grenzen hält.

Ein Gutes hat 3D jedoch für jeden Fernsehkäufer: Die Panels werden schneller. Große LCDs ohne 100 oder noch mehr Bilder pro Sekunde sind unerträglich, und die Qualität der Zwischenbildberechnung schwankt von Modell zu Modell. Mindestens 120 Hertz sind für 3D-Fernseher jedoch Pflicht. Die hohe Geschwindigkeit sollten die Gerätehersteller auch für 2D-Inhalte nutzen. Mit echten 240 Hertz im Panel und schnellen Videoprozessoren sind 3D-Fernseher vielleicht auch an den deutschen Mann zu bringen, der sich damit jedes Ruckeln wegrechnet. Mit dem klassischen Filmeindruck aus dem Zelluloid-Kino hat das freilich nichts mehr zu tun, aber der ist in einer digitalen Welt sowieso überholt.

Ein bisschen erinnert die ablehnende Haltung mancher deutscher Zeitgenossen gegenüber 3D an die Einführung des Tonfilms, dem vor allem die Filmbranche anfangs bestenfalls ein Nischendasein prophezeite. Dialoge lenkten vom Bild ab, hieß es in den 1920er und 1930er Jahren. Dabei entspricht eine Kombination aus Gestik, Mimik und Sprache einer realen Kommunikation viel eher als mit Musik unterlegte Bilder. Das menschliche Sehen ist zudem dreidimensional ausgelegt. Das auch in Filmen anzubieten, ist nur ein weiterer Schritt, um die Zuschauer ins Geschehen zu ziehen. Sie müssen sich nur darauf einlassen.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)


Tobias Claren 26. Dez 2010

Mit einer Polfilterbrille auf einem LCD 3D sehen??? Um die Brillen nutzen zu können...

watch Justin... 15. Dez 2010

Greetings, Thanks for sharing this link - but unfortunately it seems to be down? Does...

Wurschtbrot 09. Dez 2010

mhhh ja der masse was gönnen niemals für alle das gleiche oder nichts!!! aber in unsrer...

Anja01 31. Aug 2010

sorry aber ich habe eure Antworten jetzt lang genug gelesen. Ich habe ein Auge durch...

prayer1 02. Jun 2010

ich finde 3D-fernsehen auch nicht so berauschend. lediglich grafiken und statische...

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