Warum alle immer wieder gerne auf Apple hereinfallen

Anzeige

Zeit Online: Eigentlich eine ziemlich günstige Art, PR zu machen?

Wedenigg: Es wäre falsch zu denken, dass sich Apple seine Kommunikation nichts kosten lässt. Apple beobachtet sehr genau, was geschrieben und diskutiert wird, und hat ein Monitoring aufgebaut, das über einen normalen Pressespiegel weit hinausgeht. Das kostet natürlich auch Geld.

Zeit Online: Gibt es eigentlich noch andere Gründe für Apples Geheimhaltungsstrategie?

Wedenigg: Es gibt noch einen ganz praktischen Grund: Apple handelt mit Wissen, und hat eine sehr strategische, ausgefeilte Patentpolitik. Sie wissen, dass die Konkurrenten ihre Produkte imitieren, aber sie wollen ihnen zumindest so wenig Vorsprung wie möglich geben.

Zeit Online: Würden Sie sagen, Apple verstößt mit seiner Marketingstrategie gegen jede Lehrbuch-Meinung?

Wedenigg: Was das klassische Marketing angeht: ja. Da heißt es, ein Unternehmen muss immer die 100-prozentige Kontrolle über alles haben, was über es geschrieben wird. Neuere Ansätze allerdings, die sich Virales oder Buzz-Marketing nennen, unterscheiden sich nicht wesentlich von der Apple-Strategie. Auch hier geht es darum, die Community für sich einzusetzen, indem man ein paar wichtige Multiplikatoren unter den Bloggern ausmacht und sie gezielt mit Informationen versorgt. Dass man genauso gezielt Manager bittet, Informationen zu streuen, ist im Prinzip nur das logische Weiterspinnen dieses Ansatzes.

Zeit Online: Sollte man denn jetzt allen anderen Unternehmen raten, es genauso zu machen?

Wedenigg: Mehr Offenheit in der Kommunikation und der Einsatz von Social Media ist sicher der Trend der Zeit. Viele vergeuden viel zu viel Energie mit dem ewig gleichen Marketinggewäsch und begreifen Marketing leider immer noch als Ein-Wegs-Kommunikation. Aber ich würde keinem Unternehmen raten, den Apple-Ansatz hundertprozentig zu kopieren. Apple hat sich in den letzten Jahrzehnten einen enormen Kultstatus erworben. Und kann sich nur deshalb erlauben, die Community so frei diskutieren zu lassen, weil 80 Prozent der Kommentare ohnehin positiv ausfallen. Das liegt aber an der riesigen, quasireligiösen Fangemeinde des Unternehmens. So was haben nur sehr, sehr wenige Unternehmen.

Zeit Online: Aber ist Apple wirklich so offen? Schließlich geht es immer wieder gerichtlich gegen Blogger und sogar gegen eigene Mitarbeiter vor, die vermeintlich zu viel Insiderwissen preisgegeben haben.

Wedenigg: Ich kann das nur vermuten, aber auch hier haben wir es sicher teilweise mit Strategie zu tun. Denn die Leute reden dann ja auch darüber, warum geklagt wurde, und es fällt auf, dass man später kaum noch etwas hört, warum die Verfahren wieder fallengelassen werden. Manchmal ist es sicher auch nötig, jemanden zu verklagen. Und in der Tat hat Apple eine sehr starke Rechtsabteilung. Man kann aber davon ausgehen, dass das alles sehr genau überlegt ist.

Zeit Online: Gibt es noch einen anderen Punkt, an dem Apple den passiven, offenen Pfad verlässt und aktiv in die Debatten eingreift?

Wedenigg: Ja, und auch hier ist das Vorgehen besonders: Als es zum Beispiel ernsthafte Probleme gab mit dem MobileMe-Account für iPhone-Besitzer, hat Apple sich direkt an die Nutzer gewandt und ihnen zusätzliche Freimonate spendiert. Zudem wurde eine eigene Webseite eingerichtet. Hier hat der technische Leiter persönlich regelmäßige Updates herausgegeben und versucht, die Nutzer in die Kommunikation mit einzubinden. In Einzelfällen spielt Apple noch einen weiteren Joker aus. Zum Beispiel, als es unlängst ein Problem mit dem neuen Betriebssystem Snow Leopard gegeben hat. Da haben einzelne User, die sich auf dem offiziellen Kontaktformular von Apple über das Problem beschwerten, eine persönliche Antwort von Firmenchef Steve Jobs erhalten. Das funktioniert natürlich nur, wenn ich so einen Popstar wie Steve Jobs als Chef habe und Anhänger, die nach so einer Mail ganz aus dem Häuschen sind.

Jo Wedenigg ist Social-Media-Experte bei webguerillas, einer Münchner Agentur für alternative Werbeformen. [Von Tina Klopp, Zeit Online]

 Warum alle immer wieder gerne auf Apple hereinfallen

Julian Arschzange 21. Dez 2010

Gibt es nicht das Sprichwort "Dumm wie Dackedidi"?

inw 11. Sep 2010

http://www.zdnet.com/blog/projectfailures/why-i-love-windows-7-hate-linux-and-think-the...

OSKing 20. Jan 2010

tja...alle Betriebssysteme haben etwas für sich...ich bin Programmierer und hab mit...

oni 13. Jan 2010

RAM geht auch beim Mac. Beim iMac braucht man eben SODIMMs, durch seinen kompakten...

oni 13. Jan 2010

Und du setzt dich vor einem Gig ein Wochenende lang hin und brennst in Eigenregie...

Kommentieren


Media-Planet.org / 29. Jan 2010

Medienecho, Apple und iPad

Kanzlerblog / 12. Jan 2010

Wir Junkies



Anzeige
  1. Projektmanager Websites (m/w)
    GRUNWALD Kommunikation und Marketingdienstleistungen GmbH & Co. KG, Unterföhring
  2. Anwendungsberater/in Salesforce
    Schaeffler Technologies AG & Co. KG, Herzogenaurach
  3. Fachinformatiker / Programmierer (m/w) Anwendungsentwicklung C#, VB, VBA
    KRAUSE-Werk GmbH & Co. KG, Alsfeld
  4. Software-Entwickler/in (Java oder PHP)
    iVentureCapital.com GmbH, Hamburg

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Meistgelesen
  1. Kim Dotcom

    "Gebt mir meine Rechner zurück!"

  2. Anstößige Animationen

    Cinemagram-App wieder in Apples App Store

  3. Bernd Schlömer

    Piratenchef darf im Dienst weder mailen noch twittern

  4. Bang! Lamp

    Eine Designlampe zum Abknallen

  5. Google Maps

    Behörde verschleudert Bundesdaten an Google


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 383 | letzter Beitrag 13:28 Uhr

  2. Kommentare: 215 | letzter Beitrag 14:24 Uhr

  3. Kommentare: 215 | letzter Beitrag 11:40 Uhr

  4. Kommentare: 180 | letzter Beitrag 12:20 Uhr

  5. Kommentare: 125 | letzter Beitrag 24.05. 18:01

Mehr


  1. Studie

    Fast jeder zweite Nutzer hört legal Musik im Netz

  2. Funcom

    The Secred World mit neuen Plänen bis zum Start

  3. Play Store

    Google startet Bezahlabos in Android-Anwendungen

  4. Fußball

    Telekom stellt angeblich Liga Total ein

  5. SpaceX

    Dragon dockt an die ISS an

  6. IMHO

    Gema und Youtube - der Kampf ums Urheberrecht

  7. USB-Sticks und Speicherkarten

    Hersteller wehren sich gegen neue "Mondtarife"

  8. Test HTC One XL

    Smartphone-Leichtgewicht mit LTE

  9. Gerücht

    Spiele-Streaming kommt auf die Playstation

  10. Owncloud Inc.

    "Wir sind kein Serviceprovider"



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Toshiba AT300: 10-Zoll-Tablet mit Quad-Core-Prozessor und Android 4
Toshiba AT300
10-Zoll-Tablet mit Quad-Core-Prozessor und Android 4

Toshiba hat das Excite 10 unter der Bezeichnung AT300 für Europa angekündigt. Das Tablet hat einen 10-Zoll-Touchscreen, den Quad-Core-Prozessor Tegra 3 von Nvidia und wird mit Android 4 alias Ice Cream Sandwich ausgeliefert.

  1. Smartphones und Tablets Fünf Nexus-Geräte zum fünften Geburtstag von Android?
  2. Iconia Tab A510/A511 Lieferprobleme bei Acers Android-Tablets
  3. Acer Iconia Tab A700 Android-4-Tablet mit 10-Zoll-Full-HD-Display kommt im Juni

Urheberrechtsverletzungen: Google löscht monatlich über 1 Million URLs aus dem Index
Urheberrechtsverletzungen
Google löscht monatlich über 1 Million URLs aus dem Index

Google erweitert seinen Transparenzbericht und zeigt ab sofort auch, wer wie viele Löschanträge wegen Urheberrechtsverletzungen bei Google stellt. Ganz oben auf der Liste steht Microsoft.

  1. Suchmaschine Google Search 2.0 für das iPhone mit neuer Oberfläche
  2. Einlenken oder zahlen EU-Kommission gibt Google letzte Chance
  3. China sagt Ja Google darf Motorola kaufen

Samsung XE300: Google Chromebox versehentlich ausgeliefert
Samsung XE300
Google Chromebox versehentlich ausgeliefert

Weitgehend unbemerkt hat der US-Händler Tigerdirect die ersten Chromebox-Systeme von Google ausgeliefert. Für 330 US-Dollar bekommt der Nutzer recht gute Hardware in Nettop-Form, die sehr viel leistungsfähiger ist als die des Chromebook mit ChromeOS.

  1. Googles Aura Chromium OS mit klassischem Desktop

Zum Artikel