Branchenverband BIU: Die USK soll Onlinespiele freigeben

Künftig soll sich die USK auch um den Jugendschutz im Internet kümmern

Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) will, dass die USK künftig auch für Onlinespiele und sonstige digital vertriebene Entertainmentprodukte zuständig ist. Anlass für die Forderung: Teile der gesetzlichen Jugendschutzregeln werden demnächst überarbeitet.

Anzeige

Aus rechtlicher Sicht gibt es zwei Art von Computerspielen: Zum einen die im Laden - um deren Altersfreigabe kümmert sich im Rahmen des Jugendschutzgesetzes die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK), von der die bekannten farbigen Altersfreigabelogos stammen. Zum anderen gibt es Spiele, die über das Internet zum Endkunden gelangen - etwa Browsergames. Für diese Programme ist durch den Jugendmedienschutzstaatsvertrag die in der Öffentlichkeit so gut wie unbekannte Kommission für Jugendmedienschutz zuständig.

In der Praxis ist diese geteilte Zuständigkeit nicht sehr sinnvoll, denn die Grenzen zwischen Offline- und Onlinespielen verschwimmen zunehmend. Deshalb beraten schon seit längerem die Bundesländer über Änderungen bei den jugendschutzrechtlichen Regelungen im Internet. Nun fordert der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware, den Weg für eine einheitliche Alterskennzeichnung von Computer- und Videospielen durch die USK freizumachen.

"Die bestehenden Regelungen verhindern die Ausweitung der etablierten Alterskennzeichnungssysteme auf das Internet. Die Trennung von Verfahren und Zuständigkeiten für das Internet und den stationären Einzelhandel abgegebene Unterhaltungsmedien geht an den aktuellen Entwicklungen vorbei und verhindert die Verbesserung des Jugendschutzes bei Computer- und Videospielen im Internet", sagte Olaf Wolters, Geschäftsführer des BIU. Er fordert die Ministerpräsidenten der Länder auf, "an der Verbesserung des Jugendschutzes bei Computer- und Videospielen aktiv mitzuwirken."

Schon im Rahmen der Evaluation des Jugendmedienschutzes durch Bund und Länder hatte das Hans-Bredow-Institut an der Universität Hamburg empfohlen, die Zuständigkeit der etablierten Selbstkontrollen auf das Internet auszuweiten.

Auf uneingeschränkte Zustimmung dürfte die Forderung des BIU trotzdem nicht stoßen: So fordert unter anderem die bayerische Sozialministerin Christine Haderthauer, dass die Kriterien für die USK-Alterseinstufungen unter Einbeziehung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse weiterentwickelt werden - und zwar insbesondere unter Berücksichtigung der Suchtgefahren, die sie vor allem bei Onlinespielen sieht. Außerdem wird immer wieder kritisiert, dass der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) und der Bundesverband der Entwickler von Computerspielen (GAME) die Träger der USK sind. Durch das Prinzip der Selbstkontrolle sind sie indirekt an der Organisation der Prüfungen beteiligt - die jeweiligen Altersentscheidungen fällen allerdings Vertreter der Bundesländer.


Santa 17. Dez 2009

"So fordert unter anderem die bayerische Sozialministerin Christine Haderthauer, dass die...

LeftyBruchsal 16. Dez 2009

Hehe, freie Entfaltung ... können doch in den abgespeckten u18-Server gegen Kuscheltiere...

Captain 16. Dez 2009

Wie willst du das durchsetzen, wenn der Server in Timbuktu steht?

Gernot 16. Dez 2009

Irgendwie hinkt die BIU der Zeit hinterher ... Free to play, Online-Spieledownload, und...

spyro2000 15. Dez 2009

Das pfeiffen ja die Spatzen von den Dächern. spyro

Kommentieren




Anzeige
  1. Linux / UNIX-Spezialist (m/w)
    SPIRIT/21, deutschlandweit
  2. Junior Softwareentwickler (m/w) mit Schwerpunkt iOS
    TeamViewer GmbH, Stuttgart-Vaihingen, Göppingen
  3. Ingenieur Elektrotechnik / Informationstechniker (m/w)
    IT Solutions GmbH, Frankfurt am Main
  4. Support Engineer (m/w) Chromeleon Level 3/4-Support
    Thermo Fisher Scientific | Dionex Softron GmbH, Germering bei München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Fonic All-Net Flat

    Telefon-, SMS- und Datenflatrate für 25 Euro

  2. Drosselung

    Die Mär vom teuren Traffic oder wie viel kostet ein GByte?

  3. Telekom

    Bundestagspetition gegen Drosselung erreicht 50.000

  4. E-Ink

    Das E-Paper errötet

  5. Security

    WLAN-Suche als Einfallstor bei Android und iOS

  6. Luxuskamera

    Leica Mini M als Vollformatsystemkamera?

  7. Navigations-App

    Google will Facebook bei Waze überbieten

  8. Displayserver

    Fast alle X.org-Bibliotheken mit Sicherheitslücken

  9. Dying Light

    Einsamer Kampf in großer Stadt

  10. Buffalo Technology

    Festplatte mit DDR3-RAM kratzt an SSD-Leistung



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
802.11ac: Erster Chipsatz für WLAN mit 1,7 GBit/s
802.11ac
Erster Chipsatz für WLAN mit 1,7 GBit/s

Das Startup Quantenna hat nach eigenen Angaben den ersten Chipsatz für die zweite Generation von WLAN-Geräten nach 802.11ac hergestellt. Nicht nur die Bandbreite soll damit steigen, sondern auch die Reichweite und die Abdeckung in Gebäuden.

  1. AP 8232 und Wing 5.5 Motorola-Access-Point mit Gigabit-WLAN, Videokamera und LTE
  2. 802.11ac Unterstützung für Gigabit-WLAN in Mac OS X entdeckt
  3. Gigabit-WLAN 802.11ac-Access-Point für Unternehmen

Blackberry Z10 im Langzeittest: Tausche Android gegen Blackberry
Blackberry Z10 im Langzeittest
Tausche Android gegen Blackberry

Mit dem Z10 versucht Blackberry ein Comeback im Smartphone-Markt. Auch Android-Anwendungen lassen sich auf dem Gerät installieren. Golem.de-Autor Tobias Költzsch hat zwei Wochen lang sein Galaxy S3 gegen das Z10 getauscht und im Langzeittest überprüft, wie schwer ein Umstieg ist.

  1. Smartphones Blackberry Q5 im Juli, Blackberry 10.1 wird verteilt
  2. Mobilfunk Fast drei Viertel der Smartphones laufen mit Android
  3. Blackberry-Chef "In fünf Jahren gibt es keine Tablets mehr"

Windenergie: Google kauft Hersteller von Windkraftwerken
Windenergie
Google kauft Hersteller von Windkraftwerken

Google steigt in das Energiegeschäft ein: Das Unternehmen hat Makani Power gekauft, einen Hersteller von Windturbinen. Makani soll ein Teil von Googles Forschungsabteilung Google X werden.

  1. Santa Clara Google Glass wird von Foxconn in den USA hergestellt
  2. Jeff Huber Auch der Chef von Google Maps tritt zurück
  3. Noch 2013 Google Glass soll unter 1.500 US-Dollar kosten

Zum Artikel