Bi-Di-Screen: Der Bildschirm erkennt Gesten

Flüssigkristallbildschirm wird zum optischen Sensor

Steuerung per Gesten und Multitouch ist seit dem iPhone der Renner. Forscher vom MIT haben jetzt ein Gestenteuerungssystem für Flüssigkristallbildschirme entwickelt, das ohne Berührung funktioniert.

Anzeige

Wissenschaftler am Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben ein neuartiges System entwickelt, um Computer mit Gesten zu steuern. Die Gesten werden von optischen Sensoren aufgenommen, die im Bildschirm integriert sind.

Bildschirm zeigt und sieht

Das System, das Matthew Hirsch, Ramesh Raskar, Henry Holtzman und Douglas Lanman ersonnen haben, basiert auf einer Anordnung von Flüssigkristallen wie in einem Flüssigkristallbildschirm (Liquid Crystal Display, LCD). Hinter diesen Kristallen ist eine Anordnung von optischen Sensoren angebracht, die Bewegungen erkennen. Bi-directional Screen, kurz Bi-Di-Screen, haben die Wissenschaftler das System genannt, das sie auf der Siggraph Asia vorstellen wollen, die diese Woche im japanischen Yokohama stattfindet.

 

Der Bildschirm arbeitet in zwei verschiedenen Modi: Im Wechsel zeigt er den normalen Bildschirminhalt und ein Schwarz-Weiß-Muster, durch das Licht auf die Sensoren fällt. Lanman vergleicht diese Anordnung mit einer Lochmaske, die vor die Sensoren gehalten wird: Licht fällt durch die Löcher auf die Sensoren und ergibt so Bilder mit einer niedrigen Auflösung. Jedes dieser Bilder wird aus einem etwas anderen Winkel aufgenommen. Aus diesen Bildern könne dann die Position eines Objekts im Raum vor dem Bildschirm, etwa eines Fingers, errechnet werden. Die Bewegungen des Objektes werden dann in Steuersignale umgesetzt. Der Wechsel der beiden Modi erfolgt dabei so schnell, dass das Auge diesen gar nicht wahrnimmt.

Bildschirm zeigt und sieht

Die Wissenschaftler haben mehrere Möglichkeiten zur Interaktion erdacht: Der Nutzer kann mit einem Objekt auf dem Bildschirm interagieren. Dazu muss er es aktivieren, indem er es antippt. Dann kann er das Objekt in verschiedene Richtungen drehen, indem er die Hand nach links, rechts, oben oder unten bewegt. Zieht er die Hand vom Bildschirm weg, wird das Objekt größer. Bewegt er sie darauf zu, wird es kleiner. Will er die Interaktion beenden, tippt er wieder auf das Objekt und deaktiviert es.

Eine andere Form der Interaktion ist die Navigation durch eine virtuelle Welt mit der Bewegung der Hand. In einem dritten Szenario haben die Wissenschaftler dreidimensionale virtuelle Objekte mit einer virtuellen Lichtquelle, die sie vor dem Bildschirm bewegt haben, beleuchtet.

Bi-Di, Second Light und Natal

Nun ist eine Steuerung mit Gesten vor dem Bildschirm nichts komplett Neues. Microsoft hat beispielsweise die Systeme Natal und Second Light entwickelt. Der Vorteil des Bi-Di-Screen gegenüber Natal sei die Zahl der Sensoren: Natal verfügt nur über einen optischen Sensor. Dadurch habe das System einen toten Winkel, wenn der Nutzer nahe vor dem Bildschirm gestikuliere. Den habe ihr System nicht, weshalb ein nahtloser Übergang von Gestensteuerung zum Touchscreen möglich sei, sagt Hirsch. Bei Second Light hingegen sei die Kamera weiter weg, dafür werde der Bildschirm dicker. Ihr System zur Gestensteuerung soll aber auch in flache LCDs eingebaut werden können.


WinnerXP 16. Dez 2009

Alles was neu ist ist automatisch gut oder was? Übrigens, der Kühlschrank der automatisch...

Peter2442 15. Dez 2009

Und bei Opera gabs das schon weitaus früher.

Midi 15. Dez 2009

Viel einfacher - oben und unten jeweils billige vga Kameras. Die sind billig und...

ezrftwejasdd 15. Dez 2009

Ich dachte schon bei "bi-di" hier ginge es auch um URL-Verkürzer wie in zwei anderen...

Kommentieren




Anzeige

  1. Softwareentwickler / Webentwickler (m/w) Backend / Java
    Gingco.Net New Media GmbH, Braunschweig
  2. SAP Consultant Controlling (m/w)
    MAHLE International GmbH, Stuttgart
  3. Solution Architect (m/w) Global IT
    Fresenius Kabi Deutschland GmbH, Bad Homburg
  4. Berater / Trainer (m/w)
    IG Metall, Frankfurt am Main

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Leistungsschutzrecht

    Kartellamt weist Beschwerde gegen Google zurück

  2. Projekt DeLorean

    Microsofts Game-Streaming rechnet 250 ms Latenz weg

  3. Digitale Agenda

    Bitkom fordert komplette Nutzung des 700-Megahertz-Bandes

  4. Watch Dogs

    Gezielt Freunde hacken

  5. Test Rules

    Gehirntraining für Fortgeschrittene

  6. Transformer Pad TF303

    Neues Asus-Tablet mit Full-HD-Display und Tastatur-Dock

  7. Kalifornien im Rechner

    Google wollte fahrerlose Autos nur in virtueller Welt testen

  8. Affen-Selfie

    US-Behörde spricht Tieren Urheberrechte ab

  9. LG PW700

    LED-Projektor funkt Ton per Bluetooth an Lautsprecher

  10. Formel E

    Motorsport zum Zuhören



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Raspberry B+ im Test: Sparsamer Nachfolger für mehr Bastelspaß
Raspberry B+ im Test
Sparsamer Nachfolger für mehr Bastelspaß
  1. Erweiterungsplatinen Der Raspberry Pi bekommt Hüte
  2. Odroid W Raspberry Pi-Klon für Fortgeschrittene
  3. Eric Anholt Langsamer Fortschritt bei Raspberry-Pi-Grafiktreiber

Computerspiele: Schlechtes Wetter macht gute Games
Computerspiele
Schlechtes Wetter macht gute Games
  1. Elgato Spiele von Xbox One und PS4 aufnehmen und streamen
  2. Let's Player "Es gibt Spiele, für die man bezahlt wird"
  3. Transocean Handelssimulation mit Ozeanriesen

Die Paten des Internets: Oliver Samwer - die "Execution-Sau"
Die Paten des Internets
Oliver Samwer - die "Execution-Sau"
  1. Samwer United Internet kauft großen Anteil von Rocket Internet
  2. Oliver Samwer "Sehr viele Unternehmen haben wir zu früh verkauft"
  3. Verivox Tarifvergleichsplattform Toptarif von Konkurrenten gekauft

    •  / 
    Zum Artikel